Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 38 (15.9.1863)
- Date
- 1863-09-15
- Page
- Seite 588 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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588 durch Flintenkolbenstöße und Säbelhiebe. Die gänzliche Niedergeschlagenheit bemächtigte sich aller, die Thränen und das Blut flössen, aber die Wunden sind nicht gefährlich; nur die machtlose Wuth und die Schande, das Gelächter der ganzen türkischen Bevölkerung von Konstantinopel zu sein, vergrößern das Leiden. Mancher war ohne Feß und zeigte seinen kahlen Kopf bis in den Einzug in Has-Keul; mancher andere hatte seine Sabbathkleider zerrissen, ein Schuh fehlte ihm u. s. w. Die Verwirrung war vollständig. Aber was durchaus nicht lächerlich ist, das ist, daß diese heroischen Rabbiner, diese Glaubensmärtyrer, schon seit drei Tagen im Gefängnisse sitzen und wahrscheinlich in das Exil geschickt werden. Man muß es zur Ehre der hiesigen aufgeklärten Männer sagen, daß sie, alle Ungerechtigkeiten und Jntriguen vergessend, sogleich ihren ganzen Einfluß ausboten, um diese Rabbiner aus dem Gefängniß zu bringen. Der Minister antwortet: Sie haben nichts zu verzeihen; die Sache geht Sie nichts mehr an; man hat sich der Vollstreckung eines Decrets des Sultans widersetzt, etwas Unerhörtes in der Türkei, und die Strafe, die wir verhängen werden, wird noch zu gelinde sein. Ich erfahre soeben, daß sechs dieser Rabbiner in andere Städte der Türkei verbannt worden, ohne jede körperliche Züchtigung. Wenn sie sich ruhig verhalten, werden sie in einigen Wochen zurückgerufen und ihren untröstlichen Familien wiedergegeben werden. Der siebente ist gestern Abend wieder in sein Haus zurückgekehrt, und zwar in der glänzenden Equipage eines israelitischen Banquiers, den er am meisten beleidigt hatte. Die gemeine Heuchelei und der wilde Fanatismus haben also in der Türkei ihren Gnadenstoß bekommen. Man sagt mir soeben, daß durch die unermüdlichen Bemühungen des Herrn Rabbiner Iakir, des neuen Kaimakan, die gefangenen Rabbiner nicht abreisen und bald ihren Familien wiedergegeben werden. Ein Freund der Wahrheit. Anzeigen. Die Gemeinde Wilsnack sucht baldigst einen Schächter und Vorbeter mit einem Gehalte von 70—80 Thlr. bei gänzlich steier Station und nicht unbedeutenden Nebcneinkünften. Offerten bittet man an den zeitigen Vorsteher ^Warschauer gelangen zu lassen. „Die jüdische Gemeinde zu CottbuS sucht vom 1. „October c. oder vom 1. April 1864 einen geprüften „Religionslchrer, Schächter und Vorsänger mit einem „jährlichen Gehalte von 200 Thlr. und circa 200 Thlr. „Nebeneinkünfte. Qualificirte Bewerber wollen stch un- „ter frankirter Einreichung ihrer Zeugnisse an den mit- „untcrzeichncten Präses A. Kurniker baldgef. melden". Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde. A. Kurniker. H Aron. A. Kempner. Die hiesige Gemeinde wünscht einen Rabbiner und Prediger anzustcllcn mit einem Firum von 3—400 Thlr., freier Wohnung und Nebcncinkünfte, worunter auch die Eidcsabnahmen beim hiesigen Kreisgerichte. Hierauf Reflectirende müssen durch umfassendes talmudisches Wissen und akademische Ausbildung hierzu befähigt sein und ihre Zeugnisse und Meldungen an dem Unterzeichneten franco einsenden. Reisekosten werden für Probepredigten nicht erstattet. Schönlanke, den 23. August 1863. Der Corporations-- Vorstand. _I. Salzburg._ Zu Neujahr 1864 wird bei der Unterzeichneten Gemeinde die Stelle eines Religionslehrers, Vorbcters und Schächters vacant und soll sofort oder Ostern 1864 wieder besetzt werden. Der jährliche Gehalt beträgt bei fteier Station, Beköstigung (Mittags und Abends) Bett, Bettwäsche und Bedienung 100 Thlr. außer den Schächtergebühren und sonstigen Nebencinkünften. Frankirte Anmeldungen sicht der Vorstand entgegen. Hagenow, den 1. September 1863. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. I. Lichtenstein. Theodor Ascher. Die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters bei der israelitischen Cultus - Gemeinde D i e tz (im Herzogthum Nassau) ist sofort zu besetzen. — Der Gehalt beträgt bei fteier Wohnung fl. 350 — ercl. der Accedenrien, und stehen namhafte Einnahmen durch Privatunterricht in Aussicht. — Bemerkt wird, daß eine Prüfung bei dem Bezirks-Rabbinatc der Anstellung vorhergehen muß, und nur unvcrheirathete Personen berücksichtigt werden können. — Anmeldungen bittet man an den Vorstand baldigst gelangen zu lassen. B a e a n z. Die hiesige jüdische Gemeinde wünscht bis zum 1. November einen Elementar-Lehrer zu engagiren. Firer Gehalt 180—200 Thlr. Zudem bieret diese Stelle Gelegenheit durch Privatunterricht und Eidesabnahme den Gehalt bedeutend zu vergrößern. Darauf Reflectirende wollen ihre Zeugniste baldigst an den Unterzeichneten franco einscnden. Merzig, den 3. September 1863. M. Felsenthal, Schulvorstand.