Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 37 (8.9.1863)
- Date
- 1863-09-08
- Page
- Seite 566 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Hammerschlag, KaliSky, Kanter, Mellheim, Sonnenthal, M. nnd L. Steinthal, S. Sander, Partie. Salomon je 15 Sgr., I. S. Alterthum, B. Cohn, Friedländer, Falkenburg, Franzos, I. Franc, Guthmann, I. Herzberg, L. Herzfeld, Knoller, D. Löwenthal, Michaelis je 10 Sgr., Leon, Sarnow je 7'/2 Sgr., M. Cohn, Koppe, W. Meyer, M. Wolfs, Lindenthal je 5 Sgr.,; zusammen 37 Thlr. 15 Sgr., davon 1 Thlr. 8 Sgr. für den Boten ab; Summa 36 Thlr. 7 Sgr. 622) I. Jtzigsohn in Havelberg 1 Thlr. 623) Schlesinger in Breslau 1 Thlr. 624 und 625) Saul Pineles in Sanol 3 Thlr. und vou L. Friedland aus Dünaburg auf der Reise 5 Thlr. 626—649) Rabbiner Dr. M. Löwenmayer in Sulzbürg ges. von ihm selbst 1 fl. 12 kr., Marx Oettinger 1 fl. 45 kr.. Borst. Hirsch Feuchtwanger 1 fl. 12 kr., Dan. Feuchtwanger, Marx Feuchtwanger, S. Goldschmidt, S. L. Neuhaus je Ist., B. Neustätter 36 kr., Abr. Feuchtwanger 36 kr., L. Landekr, Dan. Neuhaus, I. Oppenheimer je 30 kr., H. Burger, I. Regensburger, L. Regensburger, B. Neustätter, I. Neuhaus, I. Regensburger, S. L. Löw, S. I. Neustätter, W- Wolf je 24 kr., Löw Feuchtwanger 18 kr., M. Löwenmayer 18 kr., von einigen Ungenannten 2 fl. 27 kr.; zusammen 17 fl. 30 kr. 10 Thlr. — Gesammtsumme: 1111 Thlr. 7 Pf. Die Redaktion. Literarischer Wochenbericht. Breslau, im August. Zofnat Paaneach, Darstellung und kritische Beleuchtung der jüd. Geheimlehre von Isaak Misses, erstes Heft. Krakau, 1862. 4 unpag. und 92 Seiten. Dasselbe zweites Heft, 1863. IH. und 79 S. Beilagen XI S. Der hebräische Titel vorliegender 2 Hefte entspricht demjenigen der Cabbala denudata; der Inhalt des ersten Heftes behandelt aber größteutheils die subjective Meinung über Kabbala des Jonathan Eibenschütz, eines in talmudischen Kenntnissen berühmten Gelehrten des 18. Jahrhunderts, und bietet die nach einem aufgefundenen Manuscript Eibenschützens vom Berf. im Auszug mitgetheilte rationelle Auffassung dieser esoterischen Disciplin interessanten Aufschluß über die damalige heftige Polemik gegen die bekannte pseudo-messianische Secte der Sabataizwianer. Der gelehrte Berf. bedient sich allerdings dieses Fundes blos als Folie zu seiner kritischen Beleuchtung des Wesens der eigentlichen Geheimlehre, wie es namentlich in den spätern Schriften der Kabbalisten des 16. Jahrhunderts nach einer originellen methodischen Systematisirung desselben sich abspiegelt. Ueber das Chronologische der altern Kabbala spricht Berf. die gewissermaßen geschichtlich begründete Meinung aus (Ites Heft, Seite 51—88), daß deren Hauptquelle in der heidnischmystischen Emanationslehre der Neuplatoniker, dem allegorisirenden Alexandrinismus, den Religionsphilosophien der christlichen Gnostiker nachzuweisen sei, und daß, wie die griechischen Philosophen das Heidenthum, die christlichen Apologeten das Neue Testament, so auch jüdische Theosophen deu Monotheismus des Alten Testaments mit all seinen auf staatlich-socialen Institutionen basirtev biblisch-nomokratischen Urkunden durch mystische Symbolisirung, Allegorisirung und Beimischung fremdartiger dualistischer Elemente zu idealisireu und zu sublimiren suchten, uud dadurch den ursprünglich klaren Wortsinn des Mosaismus zu einer Carricatur verunstalteten.*) *) Geiger (Zeitschrift für Wissenschaft und Leben. S. 147) spricht sein unmotivirtes Veto aus gegen diese auch in einer früher» Brochüre des Berf. (Beitrag zur Würdigung der Wirren im Judenthum. Leipzig, 1845) ausgesprochene paradox scheinende, aber wissenschaftlich legitimirte Ansicht, weil sie eben nicht gut in seinen Kram der doctrinären „Idealität" des Judeuthums ohne „die Bleigewichte des Ceremoniells und der Gesetze" passen kann, und daher selbst auf dem neutralen Boden der kabbalistischen Disciplin keine entaote cordiale aufkommen läßt. Die Ueberzengung vom staatlich-gesetzlichen Charakter des biblischen Judenthums, fußend auf deu freisinnigen Principien einer social-constitutionellen magna Charta, steht übrigens nicht so „vereinzelt" da, wie Geiger meint, indem sie längst Salvador in seinem ausgezeichneten Werke: llistoire des instilulions de Moise et du peuple hebreu (Paris 1835. 3 Vol.) durch „unerschütterliche" Argumente und bis zur Evidenz demonstrirte, und unseres Wissens von Niemanden der Versuch gemacht wurde, die gründliche Beweisführung zu widerlegen oder gar scientifisch zu entkräften. Ebenso hat diese in der That völlig begründete Ansicht Philippson in seinen Vorlesungen über die Entwickelung der religiösen Idee und die Religion der Gesellschaft, sowie in vielen Leitartikeln dieser Ztg. aufs kräftigste entwickelt. Durch Phrasen absprechen ist leider ein Gebrechen der neuesten Kritik. Auch die geistreichen Forschungen über die sadducäische Halacha, die bis jetzt „vereinzelt" bleiben, können nur durch Zugrundelegung der Salvador'schen Anschauungsweise an Consistenz gewinnen. — Corresp.