Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 34 (18.8.1863)
- Date
- 1863-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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27. Jahrgang JW 34. Allgemeine Zeitung des Iudcnthums. Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 18. August 1863. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1*/* bi» 2 Bogen. Preis des Jahrgang» 3 Tblr. Halöjäbrig 1 Thlr. 15 Rgr» Vierteljährig 22'r Rgr. Inserate werden mir 1'2 Ngr. für die Pctitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebübreu betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für x’z Bogen 3 Thlr., für l/t Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung».Erreditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich da» Lönigl. Sachs. Haupt - ZeilungS»Bureau hier unterzogen. Inhalt.; Leitende Artikel: Das Judenthum des 19. Jahrhunderts und das Christenlhum. (Fortsetzung.) — Spenden-Liste für die Rießer-Slifrung. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Von der Regnitz. Preußen: Aus der Provinz Posen, Paderborn. Ocnerreichischer Kaiserstaat: Lemberg, Carlsbad, Fünskirchen, Wien, Wien, Aus dem Tokayergebirge. Frankrerch: Paris. Donausurstenthümer: Bonn. Rußland: Aus Polen, Petersburg, Aus Polen. Nordamerika: New-Dork. — Nachtrag: Zürich, Altona. Leitende Artikel. Bonn, 7. August. Das Judenthum des 19. Jahrhunderts und das Christenthum. 8. Das jüdische Glauben und das christliche Glauben. (Fortsetzung.) Wir halten es für überflüssig, bevor wir die folgende Betrachtung anstellen, noch einmal zu versickern, daß es sich hier nicht um eine Polemik, viel weniger um eine Verunglimpfung oder nur schiefe Beurtheilung handle, daß wir vielmehr nichts Anderes als eine objective Vergleichung der Thatsachen anstreben, so daß die Resultate von den Gegnern selbst angenommen werden müßten. Das Christenthum stellt das Glauben, und zwar das unbedingte Glauben, als seine erste und unerläßlichste Forderung auf. Nur durch das Glauben, und zwar an den bestimmten Inhalt der christlichen Glaubenssätze, wird der Mensch der Erlösung, des ewigen Lebens, der Seligkeit theilhaftig. Wer dieses Glauben nicht hat, mag er jene Glaubenssätze verwerfen oder von ihnen keine Kunde gehabt haben, ist von der Erlösung, vom ewigen Leben, von der Seligkeit ausgeschlossen, ist der Berdammniß anheimgefallen. Dies ist bereits im Neuen Testamente selbst an vielen Stellen ausgesprochen, von denen wir nur einige anführen wollen. Ev. des Marcus 16, 16: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden." Ev. des Johannes 3, 16: „Denn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen Sohn, den eingeborenen, dahin gegeben, auf daß Jeder, der an ihn glaubet, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe." 18: „Wer an ihn glaubet, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes." 36: „Wer an den Sohn glaubet, hat das ewige Leben." Vgl. 6, 47. Was setzt nun diese aller Lehre vorangehende Forderung des allein die Erlösung, die Rechtfertigung und die Seligkeit verleihenden Glaubens voraus? Nichts Anderes, als daß damit von vornherein der Inhalt der Glaubenssätze als der Beruunst und dem Herzen wider-