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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-30 · Heft 27 (30.6.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 27 (30.6.1863)
Date
1863-06-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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27. Jahrgang J\f 27. Allgemeine Zeitung des Zu-enthums. Ei« unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeLen von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 30. Juni 1863. Diese Zeiturig erscheint wöchentlich einmal. Dienstag-, in 1 */s bis 2 Bogen. Dreide» Jahrgang» 3 Thlr. Halbjährig 1 Tblr. 15 Ngr. Vierteljährig 22 Ngr. Inserate werden mir 1 >Ngr. für die Vetitzeil« oder deren Raum berccknet. Beilagcgebühren betragen für 1 Bogen 4 Tblr.. für >/r Bogen 3 Thlr.. für >/« Bogen 2 Tblr. Alle Buchhandlungen, Postänirer und Zeitung» > Ervcditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexrcdition für beide Letztere hat sich das König!. Lachs. Hauxt > Zeitung». Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Lage der Juden in Preußen. — Der Congreß zu Ferrara. — Fortsetzung der Spenden-Liste zur Rießer - Stiftung. — Rechnungsbcricht des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur aus seinem achten Jahre (1. Mai 1862 — 1. Mai 1863». Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg. München. Oefterreichischer Kaiserstaat: Pesch.^Pcsth. Raab. Frankreich: Paris. Belgien: Brüncl. — Nachtrag: Mastricht. Gorrefpondenz: Confcren; der isracl. Lehrer Westphalens und der Rheinprovinz am 27. und 28. Mai. (Schluß.) Leitende Artikel. Bonn, 17. Jnni. Die Lage der Juden in Preußen. Nachdem die Wasser, welche durch die „neue Aera" verdrängt schienen, nur um so höher nach ihrer mehrjährigen Stauung Preußen überfluthen, regt sich in mancher Seele die Frage: was haben die Inden in Preußen zu erwarten, oder gar zu fürchten? Welcher Gesinnung die Männer der Kreuzzeitungspartei bezüglich der Inden seien, welche Wünsche und Absichten sie hegen, brauchen wir nicht erst auszusprcchen. Es existirt keine Nummer der Kreuzzeitung und ihrer Schleppträger seit 1849, in welcher nicht der wüthendste Haß gegen die Inden sich Luft machte, und nicht selten ein wahrhafter Kreuzzug gegen sie gepredigt wurde. Wenn eS auf sie angekommea wäre, hatte sich langst aller Orten der Pöbel gegen die Bekenner des Judenthums erhoben, sie mit Feuer und Schwert vernichtet und ihrer Habe sich bemächtigt, und die Kceuzzeitnng hatte das Verfahren des Pöbels gerechtfertigt, ja lobenswerth gefunden. Glücklicher Weise besteht in Preußen solcher Pöbel nicht und die Aufreizungen der feudalen Blätter blieben ohne Erfolg; glücklicher Weise hat eine jede Regierung, welchen politischen Principien sie auch anhangt, die Nöthigung. Recht und Gesetz aufrecht zu erhalten und grobe Verletzungen derselben nicht zu dulden. In den letzten Jahren manövrirten diese Scribenten dahin, die Juden sämmtlich als liberal, was ihnen gleichbedeutend mit revolutionär, und alle Liberalen als Inden zu bezeichnen, beide zu identificiren und beide in ihrem Sinne zu verdammen und zu ihrer Unterdrückung und Verfolgung aufzufordern. Sie fahren natürlich auch in der jetzt eingetretenen Periode hiermit fort und nehmen es bekanntlich hierbei mit der Wahrheit nicht sehr genau. Beispiele anznführen ist überflüssig. Wenn nun auch die Uebertreibungen der feudalen Zeitungsschreiber in Abzug gebracht werden müssen, so frägt es sich doch: was haben wir in Preußen unter dem gegenwärtigen Regime zu erwarten? Um unsere Ansicht kurz auszndrückcn, so glauben wir nicht als Juden Wesentliches befürchten zu müssen. Was die Gemeinden, ihre Vorstände und Repräsentanzen betrifft, so haben diese in der vergangenen Zeit stch überall und stets innerhalb ihrer gesetzlichen Grenzen

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