Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 26 (23.6.1863)
- Date
- 1863-06-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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27. Jahrgang JW 26. Allgemeine Zeitung des IiidcnthumS. Ein unparteiisches Organ skr alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 23. Juni 1863. Diese ZciNnig erscheint wöchentlich einmal, Dienstag», in l1/» bi» 2 Bogen. Prei» de« Jahrgang» 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig 22>/r Rgr. Inserate werden mit 1 >/, Rgr. für die Petitzeile oder deren Rau« berecbnct. Beilagegedühren betragen für 1 Logen 4 Thlr., für i/z Bogen 3 Thlr., für tyi Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeimnz« - Erveditionen nehmen Bestellungen au; der Hauplexredition für beide Letztere hat sich da» Nöutgl. Sächs. Haupt - Zeitung» - Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Ein ungedruckter Brief Rießer's vom November 1847. — Fortsetzung der Spenden-Liste zur Rießer- Stistung. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Oesterreichischer Kaiserstaat: Nikolsburg, Brody. Holland: Aus dem Haag. Rußland: Kalisch. —- Nachtrag: Paris, Wien, Brody. Torrespondenz: Conferenz der israel. Lehrer Westphalens und der Rheinprovinz am 27. und 28. Mai. Leitende Artikel. Bonn, 14. Juni. Ein ungedruckler Srief Rießer's vom November 1847. Der folgende Brief ist an die Gesellschaft „Eintracht" zu Offenbach a/M. gerichtet, nachdem diese an Rießer eine ehrende Zuschrift gesandt hatte. Die Gesellschaft besteht noch, zahlt jetzt ungefähr 160 Mitglieder und setzt sich, außer der geselligen Unterhaltung, auch die Pflege des vierstimmigen Gesanges und die Bildung des Geistes durch wissenschaftliche Vorträge zur Aufgabe. Auch der bei der öffentlichen Gottesverehrung mitwirkende Synagogen-Chor besteht aus ihren Mitgliedern. — Wir sind der Gesellschaft für die Mittheilung des Briefes zu Dank verpflichtet. Hochgeehrte Herren! Erst gegen Ende des September-Monats von einer längeren Reise an meinen Wohnorr zurückkehrend, habe ich zu meiner großen Freude Ihr werthes Schreiben vorgefunden; und nur eine Menge von Geschäften, die nach so langer Abwesenheit dringend der Erledigung harr reu, konnte mich zu meinem Bedauern uöthigen, meine Antwort so lange zu verschieben. Empfangen Sie jetzt, verehrte Herren und gleichgesinnte Männer, meinen wärmsten Dank für die Darlegung von Gefühlen und Gesinnungen, deren kräftiger Ausdruck in meiner Seele den lautesten Wiederhall weckt, und deren Ausspruch ich stolz bin an eine Aeußerung des Mitgefühls für meine dem gekränkten Menschenrecht meiner Glaubensgenoffen gewidmeten Bestrebungen geknüpft zu sehen. Es ist ein erhebendes und erfteuendes Schauspiel, wie in dem Kampfe für das gute Recht, bei dem ich mich nach meinen Kräften betheiligt habe, stets neue Schaaren aufstehen, wie neue Streiter die Reihen füllen und in die etwa leer gewordenen Plätze treten. Ich und die Uebrigen, an deren Seite ich mich stets gefteut habe — und mich freuen werde, so lange das Blut noch warm in meinen Adern rollt — zu kämpfen für die gute Sache wider Unrecht, Haß und Heuchelei — wir haben uns nie den auserwählten Geistern beigezählt, die der im Dunkeln wandelnden Menschheit ein neues, Helles Licht anzünden, um ihre Pfade zu beleuchten. Die erhabenen Jveen für