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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-09 · Heft 24 (9.6.1863) · p. Seite 365

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 24 (9.6.1863)
Date
1863-06-09
Page
Seite 365 (sequence 5)
Language
German
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363 Spenden zur Errichtung eines Denkmals für vr. Gabriel Rietz er in der Herausgabe seiner Schriften und Reden und in einer Rießer-Stiftung. 6) A. Bomeisler in Floß (2 fl.) 1 Thlr. 4 Sgr. 4 Pf. 7) Dr. G. Wolfs in Wien 2 Thlr. — Durch den Vorstand in Bonn: 8) Max Cohen 5 Thlr. 9) L. A. Katz 5 Thlr. 10) Hugo Cahn 5 Thlr. 11) Goldschmidt und Comp. 5 Thlr. 12) Frau 3. Zur Kann 3 Thlr. 13) Frau Gottschalk 1 Thlr. 14) Frau E. Seligmann l‘/2 Thlr. 15) Frau Stannette Cahn 3 Thlr. 16) S. Baum 1 Thlr. 17) Moritz Baum 1 Thlr. 18) Markus Baum 1 Thlr. 19) Simon Oppenheim 3 Thlr. 20) Heinrich Oppenheim 3 Thlr. 21) Markus Oppenheim l*/2 Thlr. 22) Zunz 1 Thlr. 23) B. Heimann 1 Thlr. 24) I. Bock 2 Thlr. 25) Gustav Jtzig aus Berlin 1 Thlr. — sämmtlich in Bonn. — 26) Direct. Dr. E. Ehrenberg in Wolfenbüttel 2 Thlr. 27) Rabb. Ben-Israel in Coblenz 1 Thlr. 28) Simon Meyer das. 1 Thlr. 29) Fulda Herz das. 1 Thlr. 30) vr. Sammter in Liegnitz für sich 1 Thlr. und einen Ungenannten 1 Thlr. 31) Louis Weygert in Rosenberg O/S. 2 Thlr. 32) Jordan Zacob Elzbacher aus Soest zu Cöln 20 Thlr. 33) Eisenbahn-Director und Redacteur des Magazins f. Lit. d. Auslandes Joseph Lehmann zu Glogau 5 Thlr. 34) Der Vorstand der Synagogengemeinde zu Landsberg a. d. W. 5 Thlr. 35) vr. I. Rosenthal, prakt. Arzt in Würzburg 1 Thlr. 36) Julius Rosenfeld, Director einer Academie zu Paris 5 Thlr. 37) Die Alliance israelite universelle zu Paris 100 Frcs. 26 Thlr. 20 Sgr. 38) L. Alexander in Gütersloh 15 Sgr. 39) B. Daltrop das. 15 Sgr. 40) Lehrer Rüben das. 15 Sgr. 41) Ein Ungenannter in Essen 1 Thlr. 42) Lehrer Spier in Ruhrort 15 Sgr. 43) Lehrer Blumenau in Bielefeld 15 Sgr. 44) Isaak Bürger in Singburg 2 Thlr. 45) Hauptschul-Lehrer Heinr. Roseuberg in Pesth 1 Thlr. 46) Oberrabbiner vr. Landau in Dresden 4 Thlr. Zusammen: 285 Thlr. 9 Sgr. 4 Pf. Wie uns bereits mitgetheilt, circuliren Subscriptions- Listen in vielen Gemeinden, und wird uns das Resultat bald mitgetheilt werden. Die Redaction. Zwei Tage mit Sir Moses Monlefiore. Ein Charakterbild von L. H. (Schluß.) Sir Moses erzählt gerne von seinen Erlebnissen und Reisen, spricht aber davon fast nur als Zuschauer und nicht als ob er selbst handelnd gewesen wäre. Wo er nicht umhin kann, von seinem Auftreten zu reden, thut er dies immer im bescheidensten Tone und, indem er von sich spricht, denkt er zugleich der unerschrockenen Gefährtin feiner Unternehmungen: „Lady Monlefiore and I.“ Er verweilt gerne bei den Erinnerungen seiner sich selbst ertheilten Mission nach Polen und Rußland und merkwürdiger Weise hat er von letzterm Lande viel bessere Eindrücke mitgenommen, als man dies nach dem theilweise nur gelungenen Resultate seiner Reise dahin hätte annehmen sollen. Kaiser Nicolaus hat auf Montefiore jene Einwirkung nicht verfehlt, den der Besitz einer colossalen Macht, unterstützt durch den überwältigenden Zauber einer jedenfalls ungewöhnlichen Persönlichkeit mehr oder weniger ausüben muß. Der Kaiser unterhielt sich das erste Mal eine halbe Stunde lang mit ihm unter vier Augen, indem er Montefiore englisch sprechen ließ und ihm französisch erwiederte. Als dieser sein Memoire abgelesen, sagte Nicolaus zu ihm aufs Leutseligste: „ü present causons“! In der daraus folgenden Unterredung, sagt der Baronet, machte der Czar auf mich den Eindruck, als ob seine Eingenommenheit gegen die Juden keine von Grund aus feindselige gewesen. Es wäre ihm vielmehr vorgekommen, daß die verkehrten Darstellungen von Manchen in des Kaisers Umgebung seinen sonst so klaren Blick getrübt hätten. ,,Jch hörte vom Kaiser", sagt Sir Moses, „manche Details über und gegen Juden, „worüber mir die Haare zu Berge standen (which maile „stand up every liair of my head“). Die Weigerung Nicolaus', seinen israelitischen Unterthanen manche Erleichterung zu gewähren, stellt Montefiore als einen Tribut dar, den der Autokrat den Voruriheilen seiner Umgebung und feiner christlichen Unterthanen darbringen mußte. Auf das Drängen des Baronets, den Israeliten manche fpecielle Freiheiten zu gewähren, antwortete Nicolaus mit Hinweisung auf gewisse alte Reichsgesetze. — „Aber Ew. Majestät können ja die Gesetze abändern — „Ich hoffe, es wird mir gelingen", antwortete der Kaiser.

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