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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-02 · Heft 23 (2.6.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 23 (2.6.1863)
Date
1863-06-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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27. Jahrgang 23. Allgemeine Zeitung -es Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 2. Juni 1863. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstag», in 1'/, bi» 2 Bogen. Prei» de» Jahrgang» 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22>/r Ngr. Inserate werden mit 1>/r Ngr. sür die Petitzeile oder deren Raum berechn«. Beilazegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für 1jz Bogen 3 Thlr., für */4 Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung».Erpeditioneu nehmen Bestellungen an; der Hauptexpe» dition für beide Letztere hat sich da» König!. Sächs. Haupt > Zeitung»»Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Zwei Tage mit Sir Moses Momeftore. — Die bürgerliche Stellung des Judenlhums in Schweden. (Schluß.) — Jüdisch-Culturhiftcrisches. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg, Hannover. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Aus Ungarn. Frankreich: Bergheim. Italien: Aus Sberitalien, Turin. — Nachtrag: Bernburg, Frankfurt a M., Erlau, Warschau. — Korrespondenz. Leitende Artikel. Pesth, 20. Mai. Zwei Tage mit Sir Moses Montefiore. Em Charakterbild von L. H. Corneille sagt, der Verkehr mit einem großen Manne ist eine Wohlthat der Götter. Gilt dieses nicht viel mehr noch vom Verkehr mit einem guten Manne, der neben großen, aus dem Felde des Wirkens errungenen Erfolgen auch die Berechtigung eines edlen S t r e - beus, einer großmüthigen Gesinnung aufweisen kann? Eine solche Wohlthat ist mir zu Theil geworden, da es mir vergönnt war, dem Sir Moses Montefiore, dem Vorkämpfer und Stolz unserer Glaubensgenossen, während seines neulichen Aufenthaltes in Pesth, zwei Tage lang nahe zu stehen und vermittelst zwanglosen Verkehrs mit ihm einen Einblick in dessen inneres Seelenleben zu gewinnen. In traulichem Gespräche habe ich viel herzerhebendes von ihm zu hören bekommen und gleich einem spiegelglatten See liegt dieses große, reine Leben vor meinen Blicken ausgebreitet. Es drängt mich nun, aus dem Schatze meiner unvergeßlichen Erlebnisse dieser zweier Tage Manches auch für weitere Kreise und zur Erbauung meiner Glaubensbrüder aufznzeichnen. Sir Moses reist jetzt zum sechsten Male nach der Türkenhauptstadt und hat, wie bei jeder seiner Fahrten, eine das Wohl seiner Stammesgenossen nahe berührende Angelegenheit zum Reiseziele gewählt. Der vorige Sultan ertheilte ihm bekanntlich mittelst Ferman das Recht zur Erwerbung von Grundeigenthum im heiligen Lande, ein Recht, welches er in großmüthigster Weise zum Besten der Jerusalemitischen Israeliten anwandte. Seine jetzige Reise nach Konstantinopel hat zum Zwecke, sich diesen Ferman vom regierenden Sultan bestätigen zu lassen. Das auf Grund dieser Berechtigung erworbene und zu erwerbende Grundeigenthum wird theils für wohlthätige Stiftungen verschenkt, theils zu den mäßigsten Bedingungen an Israeliten verkauft. Fürwahr, ein seltenes, vielleicht nicht zum zweiten Male existirendes Beispiel von Uneigennützigkeit im Zeitalter der Eisenbahn-, Minen- und Güter-Eoncessionen. Montefiore ist ein schöner, stattlicher Greis von hohem Wüchse. Die sprüchwörtliche Langlebigkeit der hervorragenden Männer Albions hat sich auch auf ihn erstreckt: er ist nahezu 81 Jahre alt. Obgleich kränklich

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