Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 21 (19.5.1863)
- Date
- 1863-05-19
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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präfect einer Knabenerziehungsanstalt zur vollkommenen Zufriedenheit des Direktors vor. Gediegene Männer im Lehrfach werden dem Direktor zur Seite stehen. Der Unterricht umfaßt: ausgedehnten Religionsunterricht, in zeitgemäßer Methode vorgetragen, als eigentlicher Religionsunterricht (Katechismus), biblische Geschichte und Geschichte der Juden, Uebersetzung des Pentateuchs und der Hauptgebete der Israeliten mit Grammatik und Erläuterung; die französische, deutsche und englische Sprache und kaufmännische Correspondenz in diesen Sprachen, kaufmännisches Rechnen (ausgedehnt), Handelsgeographie, Buchhalten, Schönschreiben, die Naturwissenschaften, die ersten Elemente der Chemik, Weltgeschichte, Zeichnen u. s. w. Die Sprachlehrer wohnen in der Anstalt und gehören zum Auffichtspersonal. Sie find "Inländer der Staaten, deren Sprachen fie lehren. — Der Unterricht in Mufik, Gymnastik, Tanz und andern Künsten wird besonders bezahlt. Dieselbe Sorgfalt, welche die Direktion der Geistes¬ und Herzensbildung der ihr anvertrauten Zöglinge widmet, wird fie auch ihrem phyfischen Wohle angedeihen lassen. Eine gesunde, kräftige, abwechselnde und gute Nahrung, die Geräumigkeit des Locals mit Hof und Garten und seine Lage in einem der schönsten und gesundesten Stadttheile, die weise Vertheilung der Unterrichts- und Erziehungsstunden, die zeitweiligen Spaziergänge außerhalb der Stadt, überhaupt eine weise, liebevolle Pflege von Seiten der Direction werden die Gesundheit und Munterkeit der Zöglinge unterhalten. Ein tüchtiger und gewissenhafter Arzt ist der Anstalt verbunden. Die Sabbathe und Feste der Israeliten werden würdig gefeiert. Die Zöglinge der Anstalt können nach Belieben der Eltern den Unterricht der Anstalt genießen, oder das ^tkeuöe royal — section professionelle — besuchen. Letzrernfalls werden fie in der Anstalt Nachhülfe im Unterricht und treue Ueberwachung und elterliche Pflege erhalten. Auch können junge Leute, welche die hiefigen so berühmten Kunstanstalten, wie das Conservarorium der Mufik oder die Akademie der schönen Künste besuchen," sowie solche, welche in hiefigen Handlungshäusern beschäftigt find, Penfion, Aufficht und Nachhülfe im Unterricht in der Anstalt finden. Der Penfionspreis ist auf 1200 Franken jährlich für Knaben unter 12 Jahren und auf 1600 Franken jährlich für Jünglinge vorgerückten Alters festgesetzt und zwar in dreimonatlichen Vorausbezahlungen. Für jedes angefangene Vierteljahr wird der ganze Quartalbetrag entrichtet. Jeder cintrerende Zögling hat außer Leibwäsche noch 6 Servietten, 6 Handtücher und ein filbernes Tafelbesteck mitzubringen. Zu Ende eines jeden Vierteljahres werden den Eltern oder Vormündern der Zöglinge Berichte über deren Fleiß, Betragen und Fortschritte zugesandt werden. Die Schule beginnt den 7. Oktober 1863. Die Anmeldungen werden baldmöglichst erbeten. Wegen jeder ferneren Auskunft beliebe man fich an den Direktor, bis zum 1. Oktober, Rue de l’Eluve 42, ä Bruxelles zu adresfiren. Erkundigungen über die Anstalt und die Persönlichkeit des Direktors werden auf ftankirte Briefe fteundlichst ertheilen: die Herren Dr. Löb, Großrabbiner von Belgien, 8. Söffen, Präsident des israelitischen Confistoriums von Belgien, R. Bischoffsheim, Senator, Stadtrath und Direktor der Nationalbank von Belgien, I. Oststeuheim, Vicepräfidenr, Provinzialrath rc., G. Cassel, Banquier, I. Wiener, I. Errera, Consul von Italien, sowie auch Herr Dr. Schwarz, Rabbiner von Cöln u. A. m. £. Kahn in Brüssel. (Rue de l’Eluve 42.) Da der Unterzeichnete den Herrn L. Kahn persönlich kennt und von dessen trefflicher pädagogischer Befähigung Ueberzeugung gewonnen, so stehen wir nicht an, die neue Anstalt angelegentlichst zu empfehlen und die resp. Ellern bei der Wahl eines Instituts zur Erziehung ihrer Söhne auf jene aufmerksam zu machen. Dr. Ludwig Philippsou in Bonn. Druck von I. B. Hirsch selb in Leipzig.