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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-05-05 · Heft 19 (5.5.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 19 (5.5.1863)
Date
1863-05-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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27. Jahrgang. Allgemeine 10 Zeitung -es Zudenthums. Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 5. Mai 1863. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag«, in 1>/r bi« 2 Bogen. Preis de« Iabrgang« 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Dierteljährig 22 >/r Rgr. Inserate werden mit 1 >/r Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebübren betragen für 1 Logen 4 Thlr., für >/, Bogen 3 Thlr., für V« Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeilung«-Ervedirionen nehmen Sestellungea an; der Hanplexpedition für beide Letztere hat fich da» König!. Sachs. Haupt-Zeitung«-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Der hebräische Unterricht in den jüvisä'cn Schulen. — Zur Sprachenfrage bei den Juden. — Aus den Niederlanden. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg, Darmftadt, Leipzig. Preußen: Stettin, Denn, Cottbus. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag, Wien, Krakau, Lemberg, Böhmisch-Leipa, Peslh. Italien: Rom, Aus Lberitalien. Rußland: Warschau. Nordamerika: New-Vork. — Nachtrag: (Sein, Jerusalem. Leitende Artikel. Bonn, 26. April. Der hebräische Antcrricht in den jüdischen Schulen. Daß der Unterricht in der hebräischen Sprache einen integrirenden Theil des religiösen Unterrichts der jüdischen Jngend ausmachen müsse, braucht nicht erst discutirt zu werden. Man hat sich in diesem Blatte schon zu oft darüber ausgesprochen, als daß wir die Gründe dafür zu wiederholen brauchten. Wenn aber ein Gegenstand Lehrobject sein muß, so kann er dies nur um des Zieles willen sein, das erreicht werden soll. Die bloße Beschäftigung mit dem Hebräischen in der Schule hat nun zwar an sich schon den Vortheil, daß in jedem Falle dem Schüler diese Sprache nicht ganz ftemd bleibt und somit ein gewiffes Band zwischen ihm und dem Gottesdienste sowie dem Urtexte der heiligen Schrift angeknüpft ist. Allein diese blos formale Bekanntschaft mit den Tonklängen der hebräischen Sprache kann kein genügender Zweck des Unterrichts sein, sondern dieser muß in einer Kenntniß des wirklichen Sprachstoffes bestehen, vermittelst dessen Gebet und Schriftwort dem Schüler zugänglich gemacht werden. Hierin aber liegt die Schwierigkeit, da in dem jetzigen Unterrichte des jüdischen Kindes, sei es in der jüdischen Elementar- und Bürgerschule, sei es in der Religionsschule, nur eine sehr karg zngemessene Zeit dem hebräischen Unterrichte angewiesen werden kann, wozu nun das zweite sehr beschränkende Moment kommt, daß der Zögling dem Schulunterrichte in der Regel in einem Lebensalter entzogen wird, wo die Befähigung zur Erlernung einer Sprache erst recht beginnt, wie bei dem Knaben nach der Lar mirnali. Es bestehen also für den hebräischen Unterricht die ungünstigsten Bedingungen. Es hat sich daher erwiesen, daß auf die überkommene mechanische Unterrichtsweise bei der geringen Stundenzahl sich nichts mehr erzielen läßt, abgesehen davon, daß diese Lehrweise geisttövtend ist, und um so mehr, als das jetzige jüdische Kind in allen andern Unterrichtszweigen an eine ganz andere Lehrweise gewöhnt ist, jedes Gefallen an dem Hebräischen unterdrückt. Man hat daher eingeräumt, daß auch der Unterricht im Hebräischen methodisch sein müsse. Der methodische Unterricht besteht einerseits darin, daß in einer angemes-

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