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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-04-28 · Heft 18 (28.4.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 18 (28.4.1863)
Date
1863-04-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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27. Jahrgang. Allgemeine 18. Zeitung des Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HeranSgegeben von Rabbiner L-r Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 28. April 1863. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, in l'/r bis 2 Vogen. Preis de- Jahrgangs 3 Tblr. Halbjährig 1 Tblr. ls Ng,. Pierteljäbrig 22'r Rgr. Inserate werken mir 1' r Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Veilagegebübren betragen für l Vogen 4 Tblr.. für '/* Bo,-en 3 Thlr., für */« Bogen 2 Tblr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung--Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupterpcditivn für beide Letztere hat sich das Königs. Sachs. Haupt-Zeitung-- Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Das Judenthum des 15». Jahrhunderls und das Christenrhum. - Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aus Mittelfrankcn. Preußen: Berlin. Bielcseld. Oesterrcichischer Kaiser staat: Przemysl, Prag, Pesth. Schweiz: St. Gallen. Frankreich: Paris. Niederlande: Aus den Niederlanden. Rußland: Warschau. — Nachtrag: Berlin, Venedig, Wien, Darmsladt, Kairo. Leitende Artikel. Bonn, 19. April. Das Iudenihum des 19. Jahrhunderts und das Christ enihum. 7. Was ist Judenthum? was Christenthum? Nachdem wir wichtige äußere Momente, welche das Verhältniß beider Religionen und die Stellung ihrer Bekenner zu einander kennzeichnen, besprochen haben, und uus auschicken, dem Wesen jener naher zu treten: drängt sich uns und gewiß Jedem unserer Leser vor Allem die Frage aus: was ist Judenthum? und was Christenthum? oder vielmehr: was sehen wir als solches an und mit welchem Fug und Recht? Diese Frage müssen wir uns zu beantworten suchen. Denn nur allzuoft geschieht es. sei es in polemischen, sei es in apologetischen Besprechungen, daß ein jeder Theil sich ein eigenes Gebilde vom Gegenstände macht, dieses angreift oder vertheidigt, wahrend der Gegner wieder eine ganz andere Vorstellung, einen sehr verschiedenen Begriff in's Feld bringt, wodurch dann die Verwirrung nur noch größer, das Resultat noch schwankender und somit die ganze Verhandlung unnütz wird. Suchen wir diesem Fehler zu entgehen. Jeder Sachkundige wird aber die Beantwortung der aufgestellten Frage als eine überaus schwierige ansehen, die, immerfort versucht, immer neue Hindernisse bietet. Allerdings; und darum glauben wir, daß die Antwort gerade in der Schwierigkeit selbst gegeben ist. Was ist Christenthum? Wir treffen hier aus zwei Eigenthümlichkeiten in der Geschichte des Christenthums. Die eine liegt in der außerordentlichen Zersplitterung der ganzen Masse seiner Bekenner. Von dem Augen» blicke an, wo sich schon unter den Aposteln völlig verschiedene Richtungen zeigten, Richtungen, die übrigens, wie wir später ersehen werden, schon in den Aussprüchen, welche das N. T. Jesu selbst in den Mund legt, begründet erscheinen, bis aus den heutigen Tag hat das Christenthum, je mehr es sich ausdehnte, auch desto größere Zerklüftung im Innern erfahren. Die zahlreichen Secten der ersten Jahrhunderte bei Seite gelassen, geschah es doch frühzeitig genug, daß die große Spaltung in griechische und römische Kirche, so den alten Zwiespalt

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