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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-04-14 · Heft 16 (14.4.1863) · p. Seite 249

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 16 (14.4.1863)
Date
1863-04-14
Page
Seite 249 (sequence 13)
Language
German
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249 Jahren der Militärpflicht genügten, theils auf unmündige Burschen, die kaum das 16. Lebensjahr zurückgelezt haben. Wenn nun zu dieser Hetzjagd von einem Königl. Oberstuhlrichter nur Israeliten auserkoren wurden, so ist dies ebenso unbegreiflich als räthselhaft. Wir könnten daher so manche Scene schildern und hätten hinlänglichen Stofs, die einzelnen Fälle auszumalen , wie der eine aus dem Bette, der andere vom Spieltische hinweg und der dritte so eben von der Theueren heimkehrend am Lesetische sitzend von Panduren in Begleitung des Commissarius erfaßt und in dunkler Nacht in Gewahrsam gebracht wird, doch macht uns einestheils unsere innere Stimmung unfähig, momentan solche Skizzen in Bildern auszumalen, andrerseits sind wir versucht, das Ganze eher als eine Willkür eines einzelnen pflichtvergesienen Beamten anzusehen, als in der vaterländischen magyarischen Gesetzgebung begründet zu bettachten. Z.... Aus Oberitalien, 3. April. (Privatmitth.) Das heutige Blatt der Perseveranza von Mailand bespricht den ferneren Verlauf der Thatsache, über welche ich Ihnen in meinem letzten 15. v. M. berichtet habe. Die Frau von Lugo, welche sich mit ihren beiden Söhnen, Napoleonc und Gustavs ins Kloster von Ferrara begeben hatte, um sich und die ihrigen zur Taufe vorzubereiten, gehört zur Familie Del Vecchio von Lugo.—Leider heißt es im Berichte der Perseveranza, es habe die Mutter nach kürzerem Aufenthalte in Cento sich wieder am 16. März nach Ferrara begeben, wo sie in einem Gerichtssaale mit ihren beiden Söhnen, der eine 14, der andere 12 Jahre alt, ohne Zeugen sprechen konnte, und hierauf am 17. März eine Erklärung abgegeben, sie wolle mit ihren Söhnen wieder ins Kloster. Die betteffenden Obrigkeiten von Ferrara und Bologna haben hierauf, unter Zustimmung des Ministers Peruzzi durch telegraphische Depesche von Turin, der Sache freien Lauf gelassen, und wie es scheint, ist jede fernere Verwendung des Oberrabbiners von Turin und anderer Personen fruchtlos geblieben. Jedenfalls ist es tröstlich, daß dieses Mal die mysteriöse Gewalt der Pfasfenregierung nicht im Spiele war. Es ist bei dieser Angelegenheit wohl gleißnerische Verführung und Verirrung, gewiß aber keine unnatürliche Gewalt wirksam gewesen.*) *) Es zeigt dieser Vorgang, daß jüdische Beamte und die jüdische Preffe sich doch in Acht nehmen muffen, bei jedem derarttgen Vorfall in die Lärmttompete zu stoßen, vielmehr den wahren Sachverhalt zuvor genau zu untersuchen haben. Redact. Anzeigen. Für Stadtoldendorf wird ein jüdischer Lehrer und Vorbctcr gesucht für 180 Thlr. nebst freier Wohnung, Heizung und Aufwartung; könnte er auch die Schechita übernehmen, so brächte diese ihm weitere circa 50 Thlr. ein. Derselbe kann sogleich eintreten. Meldungen mit Zeugnissen sind portofrei einzuscnden dem Landrabbiner Dl. Herzsield. Braunschw eig, den 2. April 1863. Durch Berufung des Herrn ür. Wolfsohn als Rabbiner nach Aachen ist die hiesige Prediger- resp. Religionslehrer-Stelle sofort anderweitig zu besetzen. — Geeignete Kandidaten wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse an den Vorstand wenden. Gehalt 400 Thlr. Colberg, den 25. März 1863. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Gronau. W. Lövinthal. I. Eg er. Annonce. Die hiesige Cantor-, Schächter- und Lehrer-Stelle soll zum 1 5. April d. I. besetzt werden, es kann diese sowohl ein unverhcirathetcr als verheiratheter Mann bekleiden; crstcrer erhält 120 Thlr. jährliches firirtes Gehalt, Schechita rc., freie Wohnung; letzterer 150 Thlr. rc. Hierauf restcctircnde Candidatcn wollen sich gefälligst in portofreien Briefen an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Nauen, den 27. Marz 1864. _P Behrendt. Am 1. Mai d. I. wird die hiesige Cantor-, Schächter- und Lehrerstcllc vacant. Mil dieser Srelle ist neben freier Wohnung und den üblichen Emolumenten ein Jahrgehalt von 200 Thlr. verbunden. Außerdem beabsichtigen wir zum 1. Januar 1864 einen Rcligionslchrcr, der zugleich die Function eines Predigers übernimmt, mit einem jährlichen Gehalte von 300 Thlr. anzustellcn. Qualisicirte Bewerber wollen unter portofreier Einreichung ihrer Zeugnisse sich ohne Verzug bei uns melden. Anclam, den 7. April 1863. Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde. Anfangs Mai d. 3. soll in hiesiger Gemeinde die Stelle eines Elcmentarlchrers, Vorbcters und Schächters besetzt werden, mit derselben ist neben freier Wohnung, Feuerung und Licht ein baares Gehalt von 200 Thlr. verbunden. O-ualificiric Bewerber wollen sich in portofreien Briefen bei dem Herrn Landrabbiner Dr. Hamburger zu Emden baldigst anmelden. Sögel, im März 1863. Jacob Jacobs, Synagogen - Vorsteher. Auch die Stelle eines Religionslehrers zu Aschendorf mit 175 Thlr. bei steier Wohnung ist noch vacant.

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