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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-04-14 · Heft 16 (14.4.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 16 (14.4.1863)
Date
1863-04-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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27. Jahrgang JW 16 Allgemeine Zeitung -cs Zudenthums. Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 14. April 1863. Diese Zeitung erscheint wöchentlich «ininal. Dienstags, in 1 */* bis 2 Bogen. Breis des Jabrgangs 3 Tblr. Halbjährig 1 Tblr. 15 Ngr. Bierreljäkria 22'r Rgr. Inserate werten mit 1' » Ngr. für die Petitzeile oder deren Naum berechnet. Beilagegcbührcn betragen für 1 Bogen 4 Tblr.. »;ir ' 2 Bogen 3 Thlr.. für '/« Bogen 2 Tblr. Alle Duchbantlungen. Postämter und ZeitungS .Erreditionen nebmen Bestellungen an; der Hauplexvevition für beide Letztere bat sich das König!. Lächf. Hauvk-Zcitunzs- Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Judcnfrage in der Schweiz. — Der jüdisch - deutsche Dialect vcin cullur - historischen Standvunktc. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Speyer. Preußen: Berlin, Königsberg. Desterr eichischer Kaiserstaat: Bonn. — Nachtrag: Berlin. Smvrna, Pesth. Aus Ungarn. Aus Dbcritalicii. Leitende Artikel. Bonn, 3. April. Die Iudenfragc in der Schweiz. Materiell so unbedeutend, hat die Judenfrage in der Schweiz so merkwürdige Dimensionen und eine so ungewöhnliche Verwickelung erlangt, daß unsere Leser es sich schon gefallen lassen müssen, sich wiederholt daraus zurückgesührt zu sehen. Denn nachdem im Canton Aargau durch die Judenfrage, wie bekannt, die Regierung vermittelst der, von den Ultramontanen aufgeregten Volksabstimmung gestürzt worden, gewann jene die höchste Bedeutung für die ganze schweizerische Eidgenossenschaft, indem der Bnndesrath ans Grund der Bundesverfassung die Gleichstellung der Israeliten im Canton Aargau fordern muß, und deshalb die Ultramoutaueu eine Volksabstimmung über die Frage, ob die Bundesverfassung revidirt werden solle? herausbeschwören wollen. Um diese gewichtige Frage vor das gesammte schweizerische Volk zu bringen, bedarf es nur 50,000 Stimmen, und daß die Ultramontanen diese Zahl in der ganzen Schweiz zusammenbringen können, scheint uns in der That der Fall zu sein. Wenn nun auch die Bundesverfassung dadurch keineswegs bedroht sein mag, so hat man doch einer stürmischen Zeit in der Schweiz entgegenzusehen. Aber die Sache nahm noch eine größere Ausdehnung, die Angelegenheit der Juden inderSchweiz ist zu einer internationalen europäischen Frage geworden. Man weiß, daß in den Handelsverträgen mit Staaten, in welchen die Gleichstellung aller Religionsbekenner gesetzlich ist, die Schweiz dennoch die beschränkenden Bestimmungen einiger Cantone betreffs Handels und Aufenthalts von Israeliten ausrecht erhalten will, daß Amerika vor einigen Jahren in diese Falle gegangen und alle Bemühungen seines, vom nordamerikanischen Präsidenten darauf angewiesenen Botschafters, hinterher ein vesfallsiges Zugeständniß zu erwirken, fruchtlos waren. Die jetzt nun mit England, Holland, Belgien und Frankreich obwaltenden Verhandlungen können diesen Punkt nicht umgehen. Die bereits bis zur Ratification gediehenen Handelsverträge mit Belgien und Holland enthalten leider nichts von einer Verwahrung der Reckte der belgischen und holländischen Israeliten. Die belgische Deputirteukammer hat demungeachtet die Ratification des Ver-

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