Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 15 (7.4.1863)
- Date
- 1863-04-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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27. Jahrgang JW 15. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipp so n in Bonn. Leipzig, den 7. April 1863. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstag«, in 1 */* bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Pieneljährig 22 Vi Rgr. Jnieraie werden mir l ' . Ngr. für die Petirzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebührcn bcrragen sür 1 Bogeu 4 Thlr.. für */s Bogen 3 Thlr.. für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung«. Ervcdilionen nehme» Bestellungen an; der Hauprexp«. ditiou für beide Letztere bar sich das Nönigl. Sachs. Haupt. Zeitung« > Bureau hier umerzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Jcan Paul und Ifnianuel. 11. «Schluß., Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschlaud: Darmstadt, Frankfurt a/M. Preußen: Frankfurt a£.f Aus Westphakcn. Appeln. Dest erreicht scher Kaiser st aat: Hermanmiestctz, Biclitz, Aus Böhmen. Schweiz: Endingen. Italien: Aus Lberitalicn. Rußland: Warschau, Aus Kurland. Amerika: Chicago. — Nachtrag: Brüssel. Smvrna, Bern. Kopenhagen, Dirschau. Leitende Artikel. Jean ^laul und Smanuel. II. (Schluß.) I. Paul schreibt am 3. April desselben Jahres: „Ich wünschte. Sie theilten mir statt einzelner Saamenperlen Ihrer Rabbiuen eine ganze Halsschnur in Druckpapier eingewickelt zu. Leider Hab' ich mehr über die Juden als von den Juden gelesen: von der Mischna könnt' ich den 1.TH. in Raabe's Übersetzung bekommen; ich weiß nicht, ob er die Gemara übersetzet hat: sonst bat' ich Sie darum, wenn Sie sie anders einem Lutheraner leihen dürfen. Besonders über die Seelcnwanderung und Unsterblichkeit möcht' ich Rabbinea hören. Ihre Lehrer haben 2 Seelen, eine philosophisch moralische, deren SoDnenblicke uns Moses Mendelssohn, Herder und andere sehen lassen, und eine unbegreiflich enge, eine Adne' sndeh> die mit der Nabelschnur in die Erde, und zwar in die palästinische eingewurzelt ist. Sagen Sie mir Ihre Meinung über den kleinherzigen Zwerg-Geist in Vorschriften wie folgende: Wenn Einer am Sabbath ein Geschwür auszwickt, um es zu össnen, so Übertritt er ihn, weil eS eine Art Bauen ist; aber es schadet gar nichts, wenn er's aufmacht, um die Feuchtigkeit herauszubringen (LI. 5. VH. edajoih. 2. K.). So die Untersuchung im Kapitel vorher, wie viel Todtengebcine dazu gehören, um ein Haus zu verunreinigen. — Und so alle Bücher des Talmuds, die ich gelesen. Womit ein Katholik, ein Lutheraner den Rabbi rechtfertigen muß, ist das: sobald einmal z. B. der Glaube zulässig ist, daß ein Todter verunreinige: so muß der Talmndist doch die Grenzen dieser Verunreinigung untersuchen dürfen, bis er heraus hat, daß ein Geräthe, das ein Geräthe berührte, das wieder ein anderes berührte, das ein Todter berühret, im ersten Grade unrein sei (LUvK. 8e<Ior). Und wenn wir den Katholiken die Heilung^dnrch Lodtengebeine glauben, so dürfen wir auch untersuchen, ob nicht Dinge, die an andere Dinge gestoßen, welche das Todtenbein berührt haben, selber gesund machen^ können? Der Philosoph kann dazu setzen: wenn einmal die moralische Ergebenheit gegen den Schöpfer durch ein körperliches Zeichen ausbrechen soll: so ist die Wahl des ^Zeichens, da jedes Körperliche gleich unendlich weit vom Geistigen absteht, gleichgültig, und zwischen Taufwasser und Beschneidung