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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-03-24 · Heft 13 (24.3.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 13 (24.3.1863)
Date
1863-03-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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27. Jahrgang. JW 13. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 24. März 1863. .. - .... —■ -■ ■■ — " .. t” ' " 1 Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag«, in 1 */* bi« 2 Bogen. Prei« de« Jahrgang« 3 Tblr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig 22 '/* Rgr. Inserate werden mit 1'/, Rgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechn«. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Tblr.. für */a Bogen 3 Tblr., für 1lt Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung« - Srneditionen nehmen Bestellungen an; der Hanpkexpedition für beide Letztere hat sich da« Nöntgl. Sachs- Haupt »Zeitung«» Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artekel: Das Judenthum des 19. Jahrhunderts und das Christenthum. (Schluß.) — Und doch noch! — Die israelitische Bibelanstalt. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Darmstadt. Preußen: Berlin. (Schluß.) Schweiz: Baden (Schweiz). Frankreich: Paris. Nordamerika: Philadelphia. — Nachtrag: Berlin, Berlin. St. Petersburg. Lemberg. Leitende Artikel. Bonn, 1 6. März. Das Iudenthum des 19. Jahrhunderts und das Christentum. (Schluß.) 6 Englisch und Deutsch in jüdischreligiösen Dingen. Man spöttelt sehr oft in Deutschland über die Kirchlichkeit der Engländer, die strenge Sonntagsfeier, das tägliche Bibellesen und den anhänglichen kirchlichen Sinn derselben. Aber wer die Engländer, ihre Sitten und Literatur kennt, muß eingestehen, daß auch in ihrem religiösen Verhallen Ernst, Würde, Aufrichtigkeit, Wahrheit enthalten sind, ein Geständniß, das, wir sagen es, so leid es uns thnt, offen, den Deutschen auf diesem Gebiete nicht gemacht werden kann. In Deutschland werden alle religiösen Fragen und Ansichten sofort zu theologischem Gezänk, zu geifernder Parteisucht, zu Schmähung, Verfolgung, wo möglich Unterdrückung. Gerade dieses aber ist dem Menschenkenner ein Beweis von geringerer innerer Ueberzeugung, von Mangel an wahrer Gläubigkeit an die Meinung, die man vertheidigt, für die fehlende Wahrheitsliebe. Wer seinen Meinungsgegner mit Hohn und Schimpf zu überschütten, wer ihn zu verderben und zu vernichten strebt, wer ihm alles Recht und alle Wahrheit abspricht, und ihn, wenn nicht mit Schlägen, doch mit Worten todtzuprügeln sucht, der ist wenig von dem Rechte und der Wahrheit seiner eignen Ansicht durchdrungen, und darum will er seinen Gegner aus der Welt schaffen. Diese Beobachtung hat sich insonders Seitens der christlichen Schriftsteller, ob von Fach oder Laien, dem Judenthume und den Juden gegenüber allzu oft uns aufgedrängt. Man weiß, daß die Juden in der Regel nur passive Zuschauer bei den Kämpfen und Zersetzungsprocesien innerhalb der christlichen Kirchen abgeben, daß sie eine Beurtheilung derselben nicht vornehmen, und weder eia besprechendes, noch entscheidendes Wort darüber verlauten lassen. Ob sie recht daran thun und ob es immer so bleiben wird, wollen wir hier nicht untersuchen. Jedenfalls aber hätte diese bescheidene Zurückhaltung, wenn nicht ein gleiches, doch ein würdiges Benehmen christlicherseits verdient. Nun, in England finden wir es, in Deutschland das Gegentheil. Dazu kommt, daß die Juden tau-

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