Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-03-10 · Heft 11 (10.3.1863) · p. Seite 169

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 11 (10.3.1863)
Date
1863-03-10
Page
Seite 169 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3226364-3226376--21074-3300949
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

169 Werke, indem sie ihr Wissen bereichern und ihren Geschmack erweitern. Die Andern hingegen haben einen viel praktischeren Weg eingeschlagen, indem sie ihre Brüder auf ihre Mängel aufmerksam machen, und ihnen zu gleicher Zeit durch sathrische und didätische Werke Rathschläge zur Verbesserung geben. — Nachtrag. Berlin, 27. Februar. (Prioatmitth.) Der des Vergiftungsversuches an den Theilnehmern einer jüdischen Hochzeit — 40 Personen — beschuldigte und überwiesene Müder ist zu 3 Jahren Zuchthausstrafe — was gewiß bei der maßlosen Böswilligkeit, da gar kein Motiv vorlag, als die Lust zu tödten, eine-sehr gelinde Strafe ist-verurtheilt. S. Die ausführlichen Verhandlungen in No. 11 des „Jüd. Volksblattes". Frankfurt am Main, 1. März. (Privatmitth.) Wenn Sie auch in die Details der hiesigen Scandale nicht eingehen wollen, weil sie ein zu widerwärtiges Bild bieten, so müssen Sie doch den Thatsachen Raum gewähren. Thatsache ist, daß über 260 Familienväter für die Wiederanstellung des Rabb. Stein petitionirten, der Vorstand in seiner Selbstüberhebung sie aber nicht berücksichtigte; Thatsache, daß sie gegen die Neuwahl protestirten; und Thatsache, daß dieselben jetzt geneigt sind, eine dritte Gemeinde, die der Gemäßigten, zu bilden. Eine eben erschienene Brochüre bespricht die Vorgänge bei Geiger's Wahl und belegt sie mit Aktenstücken. Es ist sehr, sehr unerquicklich! Ebenso erschien ein Flugblatt gegen Hirsch wegen Absetzung des Dr. Dessauer. Welche Selbstzerfleischungen! Rom, im Februar. (Jeu. Cliron.) Der jüdische Stamm hat in der Neuzeit hervorragende Künstler in jeder Kunst hervorgebracht, mit Ausnahme der Sculptur. Wir sind deshalb erfreut, erwähnen zu können, daß in diesem Augenblicke in Rom ein junger Glaubensgenosse, Hr. Bernhard Sax, lebt, der bestimmt zu sein scheint, einen hervorragenden Platz unter den Bildhauern einzunehmen. Die Leipziger „Kunstzeitung" spricht in den lebendsten Ausdrücken von einer Büste von Liszt, die kürzlich von Hrn. Sax modellirt worden ist. Sie stellt den großen Meister nach dem Leben dar und läßt ganz und gar Nichts zu wünschen übrig. Wir können hinzufügen, daß es die Unterstützung der Baroneß Rothschild war, welche es dem Künstler ermöglichte, seine Studien in der heiligen Stadt abzulegen. Korfu, im Februar. (Cronaca isr.) Wir können mit Vergnügen constatiren, daß unter den Korfioten sich eine freundlichere Gesinnung gegen die Juden kund giebt. Ein Glaubensgenosse wurde in die Commission gewählt, welche die Wünsche der Bevölkerung der Siebeninsel-Republik in den besonderen Umständen ausdrücken soll, in welche die beabsichtigte Annexation an Griechenland sie versetzt hat. Außerdem ist jetzt ein Werk erschienen, betitelt: „Ursprung und Gesetzgebung der Hebräer, verfaßt von Dr. Nervo, dem Präsidenten des Jonischen Parlaments, welches in einem sehr liberalen Geiste geschrieben ist. Anzeigen. Die hiesige Gemeinde sucht sofort einen Lehrer und Cantor. O-ualificirte unvcrheirathete Bewerber werden nach Befähigung bis 300 Thlr. salarirt, und wollen dieselben ihre Zeugnisse an Unterzeichneten stanco einscnden. Hüls b. Crefeld, den 20. Februar 1863. Der Vorstand. ZN. Kohn. A Davids. Ein ans dem jüd. Seminar zu Hannover gebildeter Lehrer, der seit circa 8 Jahren als Hauslehrer mit bestem Erfolge wirkte, sucht zum 1. August oder spätestens l. October a. c. eine Stelle an einem Institute oder in einer Gemeinde, wo derselbe nur als Lehrer zu fungircn hätte. Derselbe unterrichtet außer in den Elcmentargegenstanden auch im Französischen und Englischen. Gute Zeugnisse stchcn ihm zur Seite. Die Herren Landrabbincr vr. Meyer in Hannover und Rabbiner Dr. Güdemann in Magdeburg werden auf frankirtc Anfragen nähere Auskunft zu crthcilen die Güte haben. Ein jüdischer Lehrer und Eantor, auch des Predigens beflissen, der außer den Elcmcntarfächcrn gründlichen Unterricht in älteren und neueren Sprachen crtheilt und gesetzten Alters ist, wünscht eine Stelle in einer größeren Gemeinde oder auch sich an einem bestehenden Institute zu bcthcilizcn. Die Expedition giebt auf frankirtc Anftagen die Adresse. *) *) Aus persönlicher Kcnnlniß vermögen wir diesen Lehrer;u empfehlen. Dr. L PH.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.