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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-03-03 · Heft 10 (3.3.1863) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 10 (3.3.1863)
Date
1863-03-03
Page
Seite 150 (sequence 10)
Language
German
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150 in der Person des Religionslehrers Bettelheim einen tüchttgen Kanzelredner zu gewinnen. Wie sehr sich der Magistrat der konigl. Freistadt Kaschau bemüht, gegen die jüdischen Mitbürger gerecht zu werden, beweist der Umstand, daß derselbe die jüd. Gemeindeangelegenheiten stets mit Wärme behandelt und wurde nicht nur in Folge eines günstigen Referates des Oberbürgermeisters von TLröck obige Summe der Gemeinde bewilligt, sondern auch derselben ein städttsches Grundstück zur Erweiterung des Friedhofes geschenkt. Die Gemeinde, sich ihrer Aufgabe bewußt, hat in der kürzesten Frist den Friedhof mit einer Mauer umgeben lassen und durch Aufbau einer Kapelle den Gottesacker anständig erweitert. Die bei der Einweihung dieser Stätten gchattenen Reden gaben Zeugniß von dem besten Einvernehmen der christlichen und jüdischen Bürger dieser Stadt und that es unserem Herzen wohl zu erfahren, daß bei dieser Gelgenheit insbesondere der k. k. General Bakeny der Gleichberechtigung aller Religionen so warm das Wort geredet hat. Aber auch die Geistlichkeit aller Confessionen war in ihren Spitzen bei der Feierlichkett vertteten und der jüdische Friedhof Kaschaus hatte wohl zum erstenmale die Genugthuung, von Männern besucht zu werden, deren Vorfahren den Juden in der konigl. Freistadt den Aufenthalt nicht gönnten; mußte doch so mancher hier Ruhende bei Lebenszeiten froh sein, wenn auch in Begleitung eines Hayducken die Erlaubniß erhalten zu haben in der Stadt Geschäfte machen zu dürfen. — Der israel. Musterhauptschule S. A. Ujhely wurden aus Staatsmitteln 200 fl. ö. W. zur Erwetterung der Bibliothek angewiesen und konnte sich die Bibliothek vordem, um eine ziemliche Anzahl werthvoller Werke schon dieserhalb vergrößern, nachdem in Folge der Bemühung unseres wackeren Directors Julius Weinberger von einem jeden Schüler der Anstatt der Klasse der Jugend- und Lehrerbibliothek jährlich ein Bibliotheksbeitrag von 70 fl. zufließt. Von Setten des Curatoriums der Kästenbaum'schen Masse ist der Beschluß gefaßt worden, dem Rafael Kästenbaum, Gründer einer Schule und einer Irren anstatt, ein Monument zu errichten und sind bereits zu diesem Behufe dem Jnspector 500 fl. ö. W. angewiesen worden. Laut eines vor uns liegenden amtlichen Nachweises besuchten im Jahre 1801/02 in den kathol. Gym nasien des Kreises diesseits der Donau unter 2692 Schülern 429 Israeliten den Unterricht, während in diesem Schuljahre auf 3174 Schüler 512 Juden entfallen. Hiervon kommen auf das Pefther k. Staatsgymnasium 51% Juden, auf das Kalacser Jesuitengymnasium nur 3%, auf das Bajaer 12%, auf das Waitzner 9% und auf das Szabadkaier 14% Juden. In einigen größeren Gemeinden Ungarns werden keine Opfer gescheut, die Schulen den Bedürfnisien gemäß zu erweitern und liefert insbesondere Arad durch Erweiterung seiner Haupt- und Realschule den Beweis, was Gemeinden bei Einigkeit und Energie zu leisten im Stande sind. Wie wir aus einer Rede des Pesther Cultus-Vorstehers Dr. Hirschler bei Gelegenheit der jüngsten Generalversammlung entnehmen, wurde daselbst Heinrich Deutsch als Religionslehrer für die Gymnasialschuljugend ernannt, sowie Herr Kohsnyi für die dorttge Kleinkinder-Bewahranstalt gewonnen und wollen Ew. Hochwürden als Schulfreund in diesen Blättern zu registriren gestatten, daß der Pesther Profesior und Director der Mädchenschule Großmann, ein Mann, der sich so settene Verdienste um das vaterländische Schulwesen erwarb, sein Amt im Anfänge d. I. niederlegte. Freudige Sensatton erregte bei uns die Ernennung der Herren Rabbiner Di*. Ludwig Philippson in Bonn, Alderman Solomons in London und Albert Cohn in Paris zu Ehrenmitgliedern der Concordia in Pesth, eines Vereines, welcher des Guten so oft schon gestiftet und durch seine geistigen und materiellen Mtttel auch das Schönste für die Zukunft verspricht. I. I. Rosenmeyer. Schweiz. Bern, 12. Februar. Bekannttich haben die Gemeinde-Behörden der im Canton Aargau wohnenden Israeliten gegen die Volksabstimmung, wodurch das vom Großen Rathe über Einbürgerung derselben erlassene Gesetz verworfen worden, ihre Zuflucht zu dem Bundesrathe genommen, welcher nun seinen Spruch erlassen hat. Laut demselben gellen die schweizerischen Bundes-Bestimmungen über fteien Handel und Verkehr (Grundbesitz einbegriffen) und über die Ausübung der politischen Rechte in der Eidgenossenschaft als Schweizerbürger auch zu Gunsten der Israeliten. Ferner ist die Regierung von Aargau angewiesen, alle aus- > ■>

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