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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-02-17 · Heft 8 (17.2.1863) · p. Seite 121

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 8 (17.2.1863)
Date
1863-02-17
Page
Seite 121 (sequence 13)
Language
German
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täl Nordamerika. Philadelphia, im December. Das Abschiedswort, welches vr. Einhorn im eben erschienenen letzten Hefte deS „Sinai" an seine Leser richtet, ist für die nordamerikanischen Zustände zu charakteristisch, als daß es nicht hier eine Stelle finden sollte: „Der „Sinai" beschließt mit gegenwärtigem Hefte seine siebenjährige Laufbahn, er stirbt am Kampfe gegen die Sclaverei.*) Dieser Kampf kostete mich nämlich die Hälfte meiner Subscribenten. Ein solcher Verlust mußte aber um so entscheidender wirken, als die übriggebliebene Hälfte — den seit dem Ausbruche des Krieges verschlossenen Süden abgerechnet — zum großen Theile schon seit Jahren alle Zahlung verweigert und alle Mühen, desfallsige Ausstände im Betrage von mehr als LI000. einzutreiben, bisher vergeblich blieben. Nicht ohne Schmer; trenne ich mich von einer Thätigkeit, die, wie ich glaube, nicht ganz erfolglos gewesen und mich noch überdies mit meinen in- und ausländischen Gesinnungsgenossen in fortwährender Verbindung erhalten. Doch bin ich vollkommen durch das Bewußtsein getröstet, daß das Aushören dieser Monatsschrift nicht durch mein Verschulden geschieht, indem die Geldopfer, welche die Fortsetzung meinerseits erheischen würde, über meine Kräfte gehen, abgesehen davon, daß eine immer noch fortdauernde Schwäche iu meiner rechten Hand dieser für längere Zeit möglichste Ruhe gebietet. Jndeß gedenke ich darum noch keineswegs darauf zu verzichten, in Betreff des Entwicklungsganges des amerikanischen Gemeindelebens ein Wort mitzusprechen, sondern vielmehr zu Flugblättern meine Zuflucht zu nehmen, wenn Erscheinungen, wie die früher vom „Sinai" bekämpften, wieder auftauchen sollten." „Ob es nicht die heiligste Pflicht der reichsten Reformgemeinde dieses Landes wäre, ein neues Rtsormorgan zu gründen und so den von ihr so wenig unterstützten „Sinai" zu ersetzen, überlasse ich Anderen zur Beurtheilung. Schließlich fühle ich mich noch zum Ausdrucke des innigsten Dankes gegen das kleine Häuflein wackerer Männer gedrungen, die diesen Blättern während der ganzen Dauer ihres Erscheinens dasselbe *) Ein Freund aus Baltimore schrieb mir neulich: „DaS Schicksal des Sinai liegt in seinem Motto: Ich suche meine Brüder; er wurde nämlich bei diesem Suchen an die Sclaverei verkauft, wie Joseph in die Sclaverei. warme Interesse bewahrten. Die wenigen endlich, welche mitten im Jahre subscribirt und für das ganze Jahr gezahlt haben, bitte ich, ihre desfallsige Forderung an mich baldigst geltend zu machen." Anzeigen. Ein junger unverheirateter Dr. phM vielseitig gebildet, vortrefflicher Redner und gegenwärtig in sehr geachteter Stellung, wünscht als Prediger und Religionslehrer in einer ist. Gemeinde enzagirt zu sein. — Adressen: Dr. A. A. Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. Ein im besten Mannesalter stehender ist. Cultusbeamter, welcher auch Religionslehrer, Vorbeter und aroo ist, von den berühmtesten Rabbinen zur Abhaltung religiöser Vorträge, Vornahme von Trauungen rc. autvristrt, befähigt den Gottesdienst unter Mitwirkung eines Chors zu leiten, seit 15 Zähren in diesen Eigenschaften segensreich gewirkt (durch Lebensversicherung für die Zukunft seiner Familie gesorgt), wünscht seine gegenwärtige Stellung mit einer größeren zu verwechseln. — Rcstectirende Gemeinden ersehen das Nähere unter k. k. durch d. Erp. d. Dl. Der jüdische geprüfte Religionslehrer, Vorbeter und Schächter zu Tempelburg sucht sofort oder zu Ostern e. eine anderweitige Anstellung. Ein unverheiratheter jüdischer Lehrer, der auf höhere Schulen Bildung genossen und neben den gewöhn- 'lichen Elementarwissenschaftcn auch im Lateinischen, Französischen und womöglich auch im Hebräischen Unterricht ertheilcn kann, findet hier vom 1. April c. ab bei einigen Familien als Privatlehrer eine dauernde Anstellung. Fester Gehalt vorläufig 300 Thlr. — Rcchtbaldige franco Meldungen unter Einsendung der betreffenden Zeugnisse ficht entgegen Mayer Wollmann, Schulvorsteher. Borek, Provinz Posen, den 8. Februar 1863. Die hiesige Elemcntarlehrerstelle, mit welcher ein Gehalt von 200—225 Thlr., je nach Befähigung, verbunden ist, ist vacant, und soll so bald wie möglich wieder besetzt werden. O-ualificirte Bewerber wollen sich baldigst an den Unterzeichneten wenden. Sinzig am Rhein, 1. Februar 1863. Der israel. Gemeinde-Vorstand. Joseph Hirsch.

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