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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-01-27 · Heft 5 (27.1.1863) · p. Seite VII

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 5 (27.1.1863)
Date
1863-01-27
Page
Seite VII (sequence 23)
Language
German
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VII strebungen, die Verwaltung deS Waisenhauses dem Statut anzupassen, nach Ihren besten Kräften zu unterstützen fich gern bereit finden lassen werden. Wir werden es gern sehen, wenn Sie uns Ihre Willensmeinung recht bald kund geben und erlauben wir uns hierzu den Zeitraum von 14 Tagen vorzuschlagen. Sollten wir innerhalb dieses Zeitraums mit einer zustimmenden Antwort von Ihnen nicht beehrt werden, so würden wir uns aus diesem Umstande zu der Annahme berechtigt halten, daß Sie auf den Eingang eines contractlichen Verhältnisses mit dem Curatorio nicht gewilligt find, vielmehr nur das Ihnen durch daS Statut übertragene Beauffichtigungsrecht beizubehalten wünschen. Mit besonderer Hochachtung Das CuratorLu« gez. Dreyer, Eichengrün, A. Roseuthal, Löweubach. Herrn A. Rosenthal. Paderborn, den 6. November 1862. Ew. Wohlgeboren zeige ich hierdurch ergebenst an, daß ich in den Befitz Ihres geehrten Schreibens gelangt Lin, verbinde aber auch damit die Mittheilung, daß ich Sie recht dringend ersuchen muß, mich mit allen Protokollen und Beschlüssen zu verschonen. Ich werde mich durch diese nicht in meiner langjährigen Wirksamkeit beirren lassen, bin Willens meine ganze Thätigkeit der Anstalt ferner zu weihen, und für die Vermehrung der Fonds, die Erziehung der Kinder, die Verwaltung des Hauses ferner Sorge zu tragen. Meine Amtsführung war stets so, daß ich keiner Leitung von Seiten der Herren Curatoren bedarf und vermögen dieselben das nicht einzusehen, so thut es mir ihretwegen leid. Es bleibt Alles beim Alten zum Wohle der Anstalt, und werde ich mein Kind niemals ftemden Händen überlassen, und Allegewissenhaft und pflichttreu fortsetzen, wie ich eS begonnen. Wollen Euer Wohlgeboren hiervon weiteren Gebrauch machen, so bleibt eS Ihnen überlassen. Ich habe die Ehre zu sein, Euer Wohlgeboren ganz ergebene gez. Fanny Nathan, Gründerin und Vorsteherin deö isr. Waisenh. für Westphalen und Rheinland. An Ein Wohllöbliches Curatorium deS hies. jüdischen Waisenhauses. Gehorsamste Anzeige des Kleidermacher Johann Vuthe Hierselbst, die Schneiderarbeit für die Waisenknaben betr.: Seit dem Bestehen des hiesigen israelitischen Waisenhauses habe ich für die Knaben desselben die Schneiderarbeiten besorgt; daß ich diese zur Zufriedenheit angefertigt, beweisen die durch Unterschrift des geehrten Vorstandes acceptirten Rechnungen. Als ich so auch am 1. August er. meine Rechnung dem Fräulein Nathan auflcgte, schickte mich Letztere zum Herrn Kaufmann Fleck, um mir dieselbe auszahlcn zu lassen. Was ich gefürchtet geschah, Herr Fleck verweigerte ohne Unterschrift deS Herrn Löwenbach die Zahlung. Obschon mir die Fräulein Nathan ausdrücklich verboten hatte, nicht mit der Rechnung zum Herrn Löwenbach zu gehen, äußernd, fie respectire diesen Herrn in keiner Weise, er habe nichts zu befehlen, er habe eS darauf abgesehen, fie zu stürzen, sofort werde ich meine Arbeit verlieren, wenn ich mich unterstehe, zu jenem Herrn zwecks Unterschreibung meiner Rechnung zu gehen, aber leider des Geldes bedürftig, bekümmert ich mich um das Verbot der Nathan nicht und ließ mich die Rechnung vom Herrn Löwenbach unterzeichnen. Dies die einfache Wahrheit, die Folge meines Ungehorsams, ist mir schon fühlbar geworden, indem mir die Schneiderarbeit plötzlich entzogen ist. Hat nun Fräulein Nathan das Recht und befitzt fie genug Ein-

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