Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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27. Jahrgang, Allgemeine JW 1. Zeitung -es Zudeuthums. Ei> ««parteiisches Organ Kr alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 1. Januar 186S. Dies« Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstag«, in 1'/» bi« 2 Bogen. Preis de« Jahrgang« 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig 22>/r Rgr. Juserale werden mit 1 l/z Rgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr.. für */2 Bogen 3 Thlr.. für '/« Logen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung» - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpe. dirioa für beide Letztere hat sich da« Äöaigl. Sächs. Haupt > Zeitung« - Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Vertreibung der Juden aus Velletri. — lieber zwei wohlrhärige Institute in Rheinland-Wesrphalen. — Der jüdisch - deutsche Dialect vom culturhistorischen Standpunkt. II. Zeitungsnachrichten: D eu tsch land: Augsburg. Preußen: Berlin, Trier, Trier. Rußland: Berditschew, Odessa. Serbien: Gr. Becskerek. Schweden: Stockholm. Leitende Artikel. Bon«, 22. December. Die Vertreibung der Juden aus Velletri. Wir haben soeben Briefe aus Italien vom 13. December erhalten, welche uns für die nächsten Tage die detaillirtesten Berichte verheißen, einstweilen aber folgendermaßen sich auslassen. Mau macht darauf aufmerksam, daß es im Wunsche jener Unglücklichen zu liegen scheint, daß man von dieser Angelegenheit so wenig wie möglich Redens mache, vielleicht weil sie Schlimmeres befürchten. Einstweilen übersendet man uns eine Ueberfetzung zweier Artikel aus italienischen Blattern, welche von der Sache berichten. Der erste steht in der Opinione, 28. November 1862; unterm Datum Rom, 22. November heißt es darin: „Wir, die wir in Rom „leben, lachen herzlich darüber, wenn wir gewisse Ta- „gesblätter vom Loste Napoleon und von Gewissensfreiheit reden hören, welche der französische Minister dem „Papste als Präliminarien der Versöhnung in seinem „Staate einzuführen vorschlug. Wenn wir seit einiger „Zeit Veränderungen, Reformen wahrnehmen, so ge- „schieht dies, um ins Mittelalter zurückzukehren. Um „Eines zu erwähnen: vor einigen Wochen erhielten die „armen Israeliten, die sich seit langen Jahren des Han- „dels wegen in der Diöcese von Ostia und Velletri be- „fanden, ohne ihr mindestes Verschulden vom Cardinal „Mattei, der dort Erzbischof, die Verweisung. Nichts „half jenen Unglücklichen die Hinweisung, daß ihr lan- „ger Aufenthalt an jenen Orten und der daselbst nn- „terhaltene Verkehr ihnen viele Schuldner verschafft hatten; desto empfindlicher wäre die Härte, mit der sie „von dort entfernt würden, da man ihnen nicht einmal „Zeit und Mittel ließe, ihre Schulden einzufordern. „Vergeblich waren solche Vorstellungen gegenüber der „Willkür des Cardiual-Erzbischofes, und der Recurs an „Cardinal Autonelli und den hochherzigen Pontifex hat- „ten keinen bessern Erfolg. Man sah sogar unglückliche „Hebräer gleich nach ihrer Ankunft an Ortschaften jener „Diöcesen in Verhaft nehmen, und sie wurden nicht eher „fortgelaffen, bis sie nicht ihre Waaren unter den Au- „gen der Gensd'armeu auf Wagen geladen hatten, die „ihnen ihre Verwandten von Rom auf ihre vom Gewahrsam aus gemachten Forderungen geschickt hatten,"