Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1855)
- Date
- 1855-12-03
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeug gefunden, weshalb sie jeder Gegenschrift, gesehen oder nicht, bereitwillig ihre Haskamah ertheilten. Za, wenn dies wenigstens der Fall. Wie erstaunen aber werden unsere Leser, wenn wir ihnen, wenigstens von Einem dieser üaskamotb-Geber, Herrn Frieden in Komorn, die positive Versicherung geben, daß er nach seinem eigenen Geständnisse das mb«rt ">72 vor lauter nma nicht habe durchsehen können. Doch darf uns dergleichen üaskamotb-Macherei des Herrn Frieden über Werke, die er nicht gesehen, gar nicht überraschen, da derselbe einem deutschen Religionsbuche, worin er sogar des Lesens unkundig, seine llaskawad beizulegen keine Scheu getragen. Aber wissen Sie auch, Herr Frieden, daß Sie einem -rav die Haskamah gegeben, worin die ächt katholische Lehre sich befindet: „daß Gott uns aus dem Stamme David's einen Erlöser senden wird, der uns von unserer Sündenlast erlösen wird?" — Wie verträgt sich dies mit dem talmudischen Ausspruche: •'■msT maart bso rrb« «bi n? Freilich kümmert sich unser üaskamotb - Macher nur wenig um den Inhalt eines Werkes, wenn nur damit sein gediegenes!!! Hebräisch überall hinkommt, wie dies unser gelehrter Rabbiner Hurwitz in Wien gethan, der sogar einem ungarischen Plagiator über das ganz abgeschriebene Lewisohn'sche a^nra '“npa eine naaan ertheilte. Ist es nicht eine Schande und Schmach unsers Zahrhunderts, wenn Rabbinen, die so wenig Kenntniß und Einsicht von den literarischen Erscheinungen besitzen, sich als Haskamotb - Geber geriren, blos aus der Eitelkeit, damit man ihren Namen kenne und ihren hebräischen Styl bewundere? Ad vocem „hebräisch" wollen wir noch folgende Anekdote hier mittheilen. Als vor zwei Zähren die italienischen Rabbinen in Betreff von ■a« cT*n Gutachten einholten, suhlte sich unser Herr Frieden veranlaßt, von der Fülle seiner Weisheit einige Lichtstrahlen der bedaucrnswerthen, verfinsterten Welt mitzutheilen. Mit ächtpilpulistischer Dialektik und einer großen Portion von Schmähreden und Jnvectiven gegen die Neu-Kadooim Deutschlands wies er nach, wie unser “rn obigem Grundsätze zufolge: a^Tiaro 12« aeb S'a'naen 0« nicht berechtigt sei, Anordnungen unserer Vorvordern abzuschaffen. Seine Hauptstütze für die Beibehaltung des »ca a"v> bildet natürlich jene talmudische Stelle: m-w maban um y:aT (Beza 4 b). Nun sucht Herr Frieden zu beweisen, daß selbst in unserer Zeit, wo leider auch nichtjüdische Gelehrte mit -,12a?rr naan sich befassen und für deren Erhaltung sorgen, dennoch obige talmudische rrvri zu befürchten steht, weil wir uns in religiöser Beziehung auf die Ansichten anderer Glaubensgenossen nicht verlassen dürfen. Er sthlisirt diese Stelle wie folgt: riarrn ■’aan 02 rribn ri"«i (unser gelehrter Rabbiner glaubt wahrscheinlich, daß es auf *vtpt ->vn gar Nichts ankomme und daß man rnarr statt mm« schreiben könne) sb arrbsn •wn myapa yfirpa .arpsa -ipa ■’a arrha ^iaob -psn b"’’? nnaan Also die naan ^aan haben arraa “ipo!!! Za, mein lieber Üaskamotb-Macher, indem du hier die riaidrn ’nan in naKit ■•aart verwandelst, zeigest du zugleich, wie die bs'itt'' "»aan leider n-'t -aan geworden. Daß unsere Kabonim ähnliches Spiel mit den sogenannten rrnrn treiben, soll in einem später« Artikel mitgetheilt werden. V. Druck »0» 3. D. Hirschfeld in Leipzig.