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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-11-26 · Heft 48 (26.11.1855) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 48 (26.11.1855)
Date
1855-11-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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_19. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 26. November 1855. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Duart incl. des Titels, Registers, «. s. ». umfassen. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit r Tblr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Rgr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Vz Ngr. (18 g<tze.) für das Bicrteljabr angcsetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspeditiou für beide Letztere hat sich die köuigl. sächs. Zcitungs - Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Was ist zu thun? — An dir Israeliten. insonderS WrstphalenS und der Rheinprovinz. wegen Gründung eines jüdischen Waisenhauses in Paderborn. — Aphorismen. — Die jüdischen Soldaten in der französischen Krim-Armee. — Uedcr die Verbindung des SchächterdicnstcS mit dem Lehreramte. Zeitungsnachrichten: Preußen: vom Niederrhein. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Prag. Padua. Großbritannien: London. Schweden: Gothenburg. Leitende Artikel. Magdeburg, 20. November. Was ist zu thun? Die k. k. Staatsregicrung hat das Concordat veröffentlicht, welches mit dem Papste abgeschlossen worden, wodurch dasselbe für den Kaiserstaat Gesetzeskraft cr- Niemand kann verkennen, daß hiermit abermals die k. k. Staatsregicrung mit unumwundenster Offenheit und Entschiedenheit ihre Intentionen dargclegt und durchgcführr hat. Dieser entschiedenen Sachlage gegenüber, welche ist die Stellung unsrer Glaubensgenossen? Sic kann nicht bestimmter, definitiver sein. Die k. k. Staatsregierung sagt: wir wollen die katholische Religion, wir wollen die Kirche zum Lebensmittelpunkt aller öffentlichen Institute haben — wohlan! macht Eure Religion zum Lebensmittelpunkre Eurer Institute, Ihr sollt darin nicht gehindert, sondern gefördert werden! Wollet Ihr also Juden sein, nun so belebet, befestigt, vergrößert, erhebet, erweitert alle Cultus- und Schulanstalten, die Ihr habet, und wo Ihr dergleichen nicht habet, da schaffet sie! Wir geben gern zu, daß es noch andre Richtungen giebt, daß die eingeschlagene Vielen nicht zusagt, daß das Urtheil darüber sehr verschieden ausfällt — aber das kommt Alles zur Sache nicht. Wer sich mit den Dingen herumschlägt, wie sie sein könnten, verliert Zeit und Kraft. Vielmehr heißt es hier: Kraft und Zeit gebrauchen, um Gedeihliches zu schaffen! Wir gestehen offen, daß zu aller Zeit auch die Synagoge erstarkte, wenn die Kirche stark war, daß Geist Geist, Macht Macht wecket. Thue daher Jeder, um sein Heiligthum zu wahren, und die Anerkennung und der Erfolg wird allseitig nicht fehlen. Die bloßen Versuche, den jüdischen Cultus auszuputzcn, haben sich weder als nachhaltig, noch als geistcrfüllend erwiesen} und daß der Eifer so schnell erkaltete, und dem Gegenüber so schnell das Feld räumte, zeigt, daß das Bedürfniß nur schwach war, das Bcdürfniß, welches auf dem religiösen Gebiete entscheidet. Dies ist es also nicht, was noch thut, was den Vordergrund einnimmt, worauf hinzuweisen, wenn geftagt wird: was zu thun sei?

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