Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-11-19 · Heft 47 (19.11.1855) · p. Seite 607

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 47 (19.11.1855)
Date
1855-11-19
Page
Seite 607 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225931-3225979--14967-3300665
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

607 neS Fürsten, die drohenden Gefahren nicht achtend, rühmlichst ausgezeichnet, und als damals der Fürst ihm freistellte, sich irgend eine Gnade zu erbitten, — da bat er seinen LandeSvater inständigst, ihn fortan Du zu nennen. Als er nun im vorigen Monat feine silberne Hochzeit feierte, ward er durch folgendes Handschreiben überrascht, das ihm im Namen deS Fürsten von einem hohen Beamten glückwünschend überreicht wurde: „Ich habe vernommen, daß Du an dem heutigen Tage daS Fest Deiner silbernen Hochzeit feierst. Ich wünsche Dir dazu von Herzen Glück und überschicke Dir bei dieser Gelegenheit alS ein außerordentliches Zeichen Meiner Fürstlichen Gewogenheit und in besonderer Anerkennung Deiner unerschrockenen und thatkräftigen Treue für Meine Person in den schweren Zeiten allgemeiner Verblendung die anliegende Denkmünze mir Meinem Brustbilde. Sondershausen, am 7. September 1855. Günther, F. z. S. S." Die Ehrenmedaille ist von feinem Golde, hat die Größe eines DoppelthalerS und trägt auf dem AverS das wohlgetroffene Bildniß des Fürsten mit der Umschrift: Günther Friedrich Carl ll. Fürst von Schwarzburg Sondershausen, und auf dem Revers die mit einem Eichenkranze umgebenen Worte: Anerkennung für Fürstentreue. — Daß auch in Bezug auf Schulangelegenheiten sich dieser gute Geist erhalten hat, dafür mögen folgende Tharsachen als Belege dienen. Als der Director der hiesigen Realschule, der edle Hölzer, zur Herstellung seiner Gesundheit auch in diesem Jahre eine Badereise unternehmen mußte, übertrug daS Ministerium inzwischen unserm Rabbiner Heidenheim als erstem Oberlehrer dieser Anstalt, die 11 Lehrer und circa 250 Schüler zählt, wiederum die Mitverwaltung deS Direktoriums, und unser Religionslehrer Goldschmidt, der gleichfalls seit Jahren an dieser Schule wirkt, ward von Sr. Durchlaucht zum Collaborator mit Gehaltserhöhung ernannt und vom Ministerium behufs einer norhwendigen Badecur mit 5V Thalern auf eine sehr wohlwollende Weise bedacht. Anzeigen. Die Lehrer- und Cantorstelle bei der hiesigen jüdischen Gemeinde, welche, wenn die Leistungen den Anforderungen entsprechen, neben freier Wohnung einen Gehalt bis zu Dreihundert Thaler einbringen, soll baldigst wieder besetzt werden. Hierauf Rcflectirende wollen ihre Zeugnisse franco an die Unterschriebenen gelangen lassen. Dinslaken bei Wesel, im Oktober 1855. I. Jacob SS Levy Kahn. Für die hiesige israelitische Rcligionsschule (circa 30 Schulkinder) wird zum sofortigen Antritt ein geprüfter Religionslehrer gejucht, der sich über seine Befähigung und Führung genügend ausweiscn kann. Unverhcirathete qualificirte Lehrer wollen sich baldigst an uns wenden. (Anhalt) Cöthen, im November 1855. Wer Vorstand der isr. Cultus - Gemeinde A. L. Anger. Moritz Friedheinr. Für den hiesigen Synagogen-Verband soll zum 1. April 1856 ein Cantor und Religionslehrer, der zugleich das Schächter - Amt versteht , bereits eraminirt, oder fähig, die Prüfung zu bestehen, angestellt werden. Bei sieier Wohnung kann, außer den Neben-Einkünften, der fire Gehalt nach Fähigkeit sich bis auf 150 Thlr. jährlich steigern. Zeugniffe über Fähigkeit und Moralität find dem Vorstande bis Ende d. I. spätestens franco zuzusenden. Reisekosten werden nicht erstattet. Quedlinburg, den 30. October 1855. /ür de;l Vorstand Brüg, Vorsitzender. Dekanntmachnng. Die unterste Lehrerstelle an der hiesigen jüdischen Elementarschule, womit ein jährliches Gehalt von 150 Thlrn. und die Benutzung eines Gartens verbunden, ist vacanl. Qualificirte Bewerber wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse bei uns melden. — Das Gehalt kann bei genügenden Leistungen bis auf 200 Thlr. erhöht werden, und falls der Lehrer den Gesang-Unterricht ertheilen kann, erhält derselbe eine jährliche Remuneration von 30 Thlrn. Schwerin an der Warthe, 31. Octobcr 1855. Der jüdische Schulvorstand. Ein junges, gesundes Mädchen von anständiger Familie, welches sich in der Wirthschast und in weiblichen Handarbeiten vervollkommnen soll, wünscht ein derartiges Placement, auch ohne Gehalt und Lohn. Adressen unter F. C. an den Herrn Rabbiner Dr. Philippfon in Magdeburg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.