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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-11-19 · Heft 47 (19.11.1855) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 47 (19.11.1855)
Date
1855-11-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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—-3—fe-9-1*3' - Allg c m eine * . Zeitvvg des IudcnthumS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 19. November 1855. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montag», und wird jährlich 78 Sogen in Quart incl. de» Titels. Registers, u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Tblr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (I Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 >/r Ngr. (18 g<Sr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung» - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspeditiou für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogeu. Inhalt. Harfenklänge: Die Sendung Israels. XIII. Leitende Artikel: Aufforderung. — Die Anklage der jüdischen Schächter von London durch die Gesellschaft gegen Thierquälerei. — Literaturbericht. VIII. (Schluß.) — Aphorismen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg, Dessau, aus dem Großherzogthum Hessen, Sondershausen. HarsenKlänge. Die Sendung Israel s. xin. Es hüllt die Nacht die Welt in dunkle Schleier — Bald hält der Friede seine hohe Feier Und laßt die Sterne ihre Strahlen senden — Bald bricht der Sturm herein aus allen Enden, Und jagt der Wolken trotzig Heer zusammen, Und löscht in Finsterniß die letzten Flammen. Der Traum allein schafft lange Rcih'n von Bildern, Des Menschen Sehnen schwichtigend zu mildern — Nur kurze Zeit, wie schwane Riesen steigen Sie dann empor in wildem Wechselreigen: Die schwachen Herzen zittern und ermatten. Bis sie fie schau'n als wesenlose Schatten.... Da kommt das Licht, ein purpurn Morgenprangen Bricht leise nieder durch der Dämmrung Bangen — Dort wird es hell, im Ost, dann strahlen Gipfel, Und hoch erglüh'n der dunklen Wälder Wipfel; Und weiter dringt's, und strömt von Bcrgesrückcn Ins Thal hinab, und schaut mit Silberblicken Schon auf die Ebne, auf die unbegrenzte. Auf Bach und Strom, von grüner Flur umkränzte — Dort steigt er auf, der kühne Ball der Sonnen, Und Licht ist ihm auf Land und Meer entronnen: Die Welt liegt da, jed' Dunkel ist geschwunden, Zu Einem Dasein von dem Licht umbunden.... Wer hat das Licht der dunkeln Welt gebracht? Hat es der Weisen Sinnen aus dem Schacht Des Menschcngeistcs hoch zu Tag geschafft? Hat's aus Gestein gepocht des Meißels Kraft? Hat es des Schwertes Blitzen aufgescheucht. Dem sich das Knie des Ueberwundnen beugt? Hat es der Schiffer auf dem kühnen Kiel Herbeigcführt von seiner Irrfahrt Ziel? Der Handelsmann ertauscht mit schlauer List, Dom Zöllner drum mit schwerem Pön gebüßt?.... Das Licht, das Licht der dunkeln Welt gebracht, Das Licht inmitten einer Welt voll Nacht, Doll Sturm und Traum und wilden Wahnes Graus, Das seltner Sterne Strahlen löschet aus — Gekommen ist's von Israel allein, Im Ost erglüht, wie Morgens Purpurschcin, Don Berg zu Berg, von Thal zu Thal geballt, Dis es der Menschheit Ebne überwallt.

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