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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-10-29 · Heft 44 (29.10.1855) · p. Seite 568

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 44 (29.10.1855)
Date
1855-10-29
Page
Seite 568 (sequence 12)
Language
German
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568 mein Leben waren; daß ich auf diese Weise hier umkommen sollte, ohne daß sie es nur erfahren würden. Doch meine Sinne schwanden, Schwäche und Müdigkeit überkamen mich, und mit meiner letzten geringen Kraft dagegen ankämpfend, schlief ich ein. So konnte ich wohl kaum zehn Minuten geruht haben, als ich eine menschliche Stimme hörte, die mir so lieblich erklang, wie eines Engels Gruß, obgleich es nur ein russischer Leibeigner war. welcher eine Ladung Heu nach der nächsten Stadt brachte. Er hatte mich bemerkt, und erstaunt, in dieser kalten Nacht ein menschliches Wesen auf freiem Felde zu finden, war er vom Wagen gestiegen und hatte mich geweckt. Ich verstand die Fragen, welche er in russischer Sprache an mich richtete, nicht, aber mit Hülfe der wenigen russischen Worte, welche ich wußte, und indem ich einen Silbcrrubel aus meiner Tasche zog, bewog ich ihn, mich nach der Station zu führen, wo wir gestern zu Abend gegessen harten. Dort hatte ich ein deutsches Dienstmädchen bemerkt, und durch ihre Vermittelung hoffte ich Pferde zu erhalten, um meinen Gefährten nachzueilen. Der Bauer verstand meine Bitte; er steckte den Rubel ein, zog seinen Pelz aus, legte mich auf daS Heu und bedeckte mich mit feinem Pelzrock. Zu jeder andern Zeit würde ich mich höflichst bedankt haben, diesen Pelz zu benutzen, da derselbe in der Regel eine Menge kleiner lebendiger Thicre beherbergt; doch in jener Nacht bediente ich mich seiner mit dem größten Dankgefühle. Der Bauer fuhr zu und ließ mich auf der Hälfte des Weges an einer Herberge abstcigcn, um etwas Branntwein zu kaufen. Ich verstand mich dazu und trat in den Gasthof. Dort brannte kein Licht. Auf dem Herde brannte ein Baumstamm und warf ein düstere- Licht durch das Wirthshaus. Neben dem Feuer saßen einige Russen, deren Pferde wir vor der Thüre gefunden hatten. Wir theilten eine gute Portion Branntwein miteinander, und setzten dann unsere Reise fort. Um sechs Uhr Morgens erreichten wir die ersehnte Station, und eine halbe Stunde später war ich, mit einem Schlitten und einem Paar guter Pferde versehen, auf dem Wege, um meine Gesellschaft einzuholen. Anzeige«. Die Gemeinde in Guttstadt in Ostpreußen sucht einen Religionslehrer für 30 Schüler, der den Unterricht in höheren Religionskenntnisscn zu leisten und deutsche Vorträge in der Synagoge zu halten vermag. Gehalt: 100 Thlr. Firum, freie Wohnung und Station, so wie auch Nebeneinkünfte. Reflectirende wenden sich in portofteien Briefen an den Vorsteher E. Schwarz. Die Stelle eines Lehrers und Cantors in hiesiger israelitischer Gemeinde, verbunden mit einem Gehalte von Thlr. 100., bei freier Station (kein Wandcrtisch), ist vacant, und kann sofort, oder um Ostern besetzt werden. Hierauf Reflectirende wollen sich, unter Einsendung ihrer Zeugnisse, beim Unterzeichneten melden. Viersen, im October 1855. Der Vorsteher L. I. Leffmann. Zu kommenden Ostern, rf“i, ist in unserer Gemeinde die Stelle des Lehrers, Schächters und Vorbetcrs, mit einem jährlichen Gehalt von Thlr. 100. und den nicht unbedeutenden Ncbeneinkünsten, als Schechita und Kibudim, zu besetzen. Hierauf Reflectirende wollen sich in portofteien Briefen oder persönlich recht bald bei Unterzeichnetem melden. Reisekosten werden nicht vergütigt. Saalfeld in Ostpreußen, den 21. Octbr. 1855. Wer Vorsteher der hiesigen jüd. Gemeinde. 8. Hirschfeld. Fürstenbcrg, den 8. October 1855. Zu Ostern kommenden Jahres ist die Stelle eines Religionslehrcrs, Vvrbeters und Schächters bei der hiesigen Gemeinde zu besetzen. Das Schächten bringt jährlich einen Ertrag von 30 — 40 Thlrn. Außerdem ist mit der Stelle ftcie Wohnung und Heizung verbunden. Qualisicirte Individuen, die auf diese Stelle reflectiren, wollen sich mit Einsendung ihrer Zeugnisse, kurzer Angabe ihres Bildungsganges und ihrer bisherigen Leistungen, sowie ihrer Ansprüche in Bezug auf festes Gehalt, möglichst bald in portofteien Briefen wenden an die Aeltesten und Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu Fürstenbcrg in Mecklenburg- Schwerin. I. Siwonson. Die Stelle eines geprüften Lehrers, Cantors und Schächters, welche mit einem firirten Gehalt von 100 Thlrn. jährlich und fteier Wohnung, ohne die Nebencinkünfte des Schächtens und 150 Thlrn. jährlich baar, verbunden ist, ist sofort oder zum 1. November d. I. zu vergeben. Individuen werden aufgefordert, sich unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse über Moralität und Fähigkeit bei uns zu melden, wo lieber sofort uns

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