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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-10-22 · Heft 43 (22.10.1855) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 43 (22.10.1855)
Date
1855-10-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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19. Jahrgang. JW 43 Allgemeine Zeitung -es Zudeuthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgeg eben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 22. October 1855. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montags, unl> wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers, u. s. w. nni« fassen. Zn Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Berbrritung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mir I Tblr. für den Zahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs 2>!onatc — ll'lt Ngr. (IS gGr.» für das Bicrteljabr angcsetzt werken. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zcitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hanptspedilion für beide Letzter« hat sich die könizl. sächf. Zeitungs-Expedition allhicr unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Ein Brief einer Pariserin. — Das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Zeitungsnachrichten: Deutschland: München, Hamburg, Leipzig, Leipzig, Leipzig. Preußen: Berlin. O e st erreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Prag. Großbritannien: London, London. Rußland: Warschau. Leitende Artikel. Paris, im October. Ein Pries einer Pariserin. Die 53. Nummer des Pariser Figaro, dieses liebenswürdigen von Villemeffant und Iouvin herausgegebenen Wochenblattes, enthält von Julienne Bloch, der Ihnen wohlbekannten cdeln Pricsterin des Judcnthums, einen Brief, der wohl werth ist, in diesen Blättern wiedcrgctzeben zu werden, um so mehr, da er nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland ganz an seinem Platze ist. Der Brief ist an Eugen von Mirccourt gerichtet, den Verfasser der „Zeitgenossen", einer weitverbreiteten Sammlung von Lebensbeschreibungen lebender Größen und lautet folgendermaßen: „Mein Herr! In einem köstlichen Briefchen, womit Sie mir eine Freude zu machen so freundlich waren, verwahren Sie sich gegen die meinen Glaubensgenossen feindlichen Gesinnungen, die mir aus der Lebensbeschreibung Mcycrbeer's hervorzublitzen geschienen und Sie bemerken: „„Zweifelsohne findet man in allen Religion sgescllschasten äußerst achtungswerthe Personen; liefern Sie ja selbst und Ihre Familie davon den lebendigen Beweis. Aber Ihnen kommt das Recht nicht zu. Andere nach sich zu beurtheilen!" " Gestatten Sie mir, mein Herr, den Glauben, daß ich dennoch berechtigt bin, mit allen meinen Kräften die gehässige Bedeutung abzuwcisen, welche von der Glaubenswuth dem Namen — Jude — gegeben worden ist und heute noch gegeben wird. Kennen Sie den Namen, mit welchem die Türken den Christen bezeichnen? Wissen Sie die Bedeutung des Wortes „Giaur"? Auch sind die zu Konstantinopcl angcstcdcltcn Griechen, cs ist wahr, nicht immer Musterbilder evangelischer Tugend gewesen. Und doch find Sie von gerechtem Zorn cntglühct, wenn der Muselmann alle Verehrer des Kreuzes solchergestalt in Masse mit einem schimpflichen Namen zu schänden sucht, während Sie so leichthin und natürlich fich des Zunamens — Jude — bedienen, um damit zu sagen: Schimmelpfennig, Gauner, Wucherer und so fort! — Wenn der dumme brutale Pöbel uns mit seinem Geifer bespritzt und uns den Namen — Jude — zur Beschimpfung an die Stirne schleudert, so haben alle höher gestellten Geister, alle rechtlich gesinnten und un-

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