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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-10-01 · Heft 40 (1.10.1855) · p. Seite 516

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 40 (1.10.1855)
Date
1855-10-01
Page
Seite 516 (sequence 10)
Language
German
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516 terthanen jene Rechte vorzuenthalteu, oder die Moldauer Christen haben eS auch nicht. Jndeß ist eS ja in der Moldau nicht allein, wo den Juden der Ankauf liegender Gründe untersagt ist. Redact.) Die Schweiz. Lengnau, im September. (Privatmitth.) Sie haben schon früher berichtet, daß die Israeliten im Aargau zur Feier deS allgemeinen schweizerischen BettageS aufgefordert wurden. Mit diesem Bettage verhält eS sich nämlich so: Seit uralter Zeit hatte jede der beiden christlichen Confeffionen ihren besonderen außerordentlichen Buß- und Bettag. In neuerer Zeit vereinigten sich nun beide Confessiones zur gemeinschaftlichen Feier an einem Tage. Der Zweck dieses TageS wurde nun von der obersten Bundesbehörde schärfer ausgeprägt. Er wird als ein Tag der Buße, der Demüthigung vor dem Vater aller Wesen, aller Menschen ohne Unterschied deS Bekenntnisses, als ein Tag des Dankes für die im verflossenen Jahre genossenen Wohlthateu und der Bitte, namentlich für daS Wohl deS Vaterlandes, gefeiert. Er fallt immer auf den zweiten Sonntag im September, also fast immer auf einen unserer heiligen Bußtage. Die Geistlichkeit benutzt ihn immer durch Aufforderung auf der Kanzel zur Linderung der Roth, die irgend eine Bolksclasse oder auch nur die Bewohner eines Dorfes, fei eS durch HungerSnoth, Feuer oder andere gewaltige Naturerscheinungen traf. Am diesjährigen Bettage, den nun auch die Juden feiern, und der auf den 16. September fiel, forderte der hiesige ehrwürdige Herr Rabbiner Dreifuß die Gemeinde in seiner Rede auf zur Collecre für die am 25. Juli d. I. durch Erdbeben schwer heimgesuchten Bewohner deS ViSpthaleS im Canton Wallis, was auch sofort Anklang fand. Bei dem besonders hiefür angeordneten Gottesdienste, der Vormittags neun bis halb elf Uhr dauerte, wurden auS Ihrem neuen israelitischen Gesangbuche zwei paffende Lieder gesungen, die sich sehr gut auSnahmen. Und so sehen Sie, daß wir auch dieses neue Product Ihrer unermüdlichen Anstrengung zu benutzen wissen. 8. Aus der Schweiz, 20. September. (Privatmitth.) Sie werden bereits die Kunde erhalten haben, daß Rabbiner vr. Fürst in Endingen am 7. d. M. die Synagoge in Bern eingewecht. Bei der Feierlichkeit, die mit Orgel und Choralgesang begangen wurde, war nicht nur die französische Gesandtschaft in aller Form anwesend (die Berner Juden wohnen nämlich als französische Bürger in der Schweiz), sondern auch der schweizerische Bundesrath, die Berner Regierung, Geistlichkeit und Subaltern-Beamten. Alle Schweizerblätter brachten die Nachricht in diesem Sinne. Der Rabbiner Herr vr. Fürst blieb auch rn in Bern, obgleich seine Gemeinde ihm keine Erlaubniß gegeben. F. Literarische Nachrichten. Hannover, im Juli. Der seit langer Zeit erwartete Theil des llerem Chemed liegt endlich vor uns, und es fteut uns, sagen zu können, daß er sich würdig den ihm vorangegangenen sieben Bänden der gedachten hebräischen Zeitschrift, welche sich unter der Redaction des wackern aber leider zu stüh verstorbenen S. Goldberg bei den Gelehrten mit so vielem Rechte eine hohe Achtung zu erwerben und zu erhalten gewußt hat, anschließt. Der vorliegende Band ist von dem durch seine stüheren Werke: üatechijah, Hapalit und Hajonah als gründlicher Forscher, namentlich auf dem Gebiete der Philosophie des Mittelalters, rühmlichst bekannten Herrn Senior Sachs in Berlin herausgegeben, und wenn literarische Leistungen um so höhere Beachtung verdienen, je mehr sie einzig und allein im Dienste der Wissenschaft unternommen find, und je größer die Roth ist, mit welcher der Autor derselben fortwährend zu ringen hatte, so wird der genannten Arbeit eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken und dem Herrn Sachs für die materiellen Leiden, mir denen er bereits Jahre lang kämpft, wenigstens durch eine gebührende Anerkennung seiner Leistungen Ersatz zu bieten und Aufmunterung zu fernerer literarischer Thätigkcit zu gewähren sein. Es gereicht uns hier zur besonderen Freude, eines Mannes, des Herrn S. D. Oppenheim, gedenken zu können, der, selbst ein trefflicher hebräischer Stylist, bereits ftüher in Frankfurt a. M., wie aus Baer's Thorath Emelh zu ersehen ist, jüdischen Forschungen nach Kräften Vorschub leistete und nunmehr in feinem neuen Wohnorte Berlin fortfährt, ein Mäccn derselben Wissenschaft zu sein und auch Herrn Senior Sachs durch Aufmunterung und Unterstützung bei der Herausgabe des vorliegenden Buches zur Hand war, wie die an der Spitze

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