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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-09-24 · Heft 39 (24.9.1855) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 39 (24.9.1855)
Date
1855-09-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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19. Jahrgang.- Allgemeine bS. Zeitung -es Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ Kr alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 24. September 1855. Dies« Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montag-, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. de- Titel«. Register«, n. s. w. um. fassen. Ja Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Rgr. (1 Thlr. 12 g@t.) für sechs Monate — 22 Vr Rgr. (18 gBr.) für da» Dierteljabr augesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen au; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die köaigl. sächs» ZeitungS-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: LiteraturberiLt. VH. — Aphorismen. Zeitungsnachricht««:Palästina. Deutschland: Magdeburg, Leipzig, Frankfurt am Main, aus Württemberg. Oesterreichischer Kaiserstaat: KecSkemet, Lemberg, Leitende Artikel. Magdeburg, 17. September. Fiteratarbericht. VII. Unsere Leser werden es schon öfter an sich erfahren haben: wie mißlich es ist, etwas Unterbrochenes wieder anzufangen — da zögert und zaudert man, so lange sich plausible Entschuldigungsgründe vor sich und Anderen sinden lassen. Endlich geht's nicht mehr, denn das Uebel mehrte sich nur unterdeß, man sammelt alle Energie, greift zu — und siehe da.' die geträumte Last verwandelt sich in eine angenehme Arbeit, welche, je mehr sie gefirchtet worden, desto mehr Beftiedigung schafft, da sie nun angefangen ist und sich leicht fordert. Auf diese Erfahrung darf aber Niemand mehr Anspruch machen, als — ein Recensent oder literarischer Berichterstatter. Wer wird nicht einmal seines Handwerks überdrüssig? ... Unter dieser Sonne Niemand. Vielleicht ist es auf anderen Planeten anders. Warum nicht auch der Kritiker? Nun geht so ein Mensch einmal die Sommerferien in die Berge, gewissenhaft hat er vorher Nachte gearbeitet, um in seinen Schubfächern Alles eben zu haben — und siehe da! in seiner Abwesenheit steigen die sich ansammelnden Schriften lustig in die Höhe, und bei seiner Rückkehr erwarten ihn auch — Berge, aber, nicht grüne, sondern bunte — denn die jetzigen Schriften werden alle farbig broschirt verschickt — nicht von Stein und Erde, sondern von Papier und Druckerschwärze. Nun soll er der Bergmann sein, um sich durch diese Berge von Büchern durchzuarbeiten, und das Gold und Erz daraus hervorzuholen — ach! wie oft klopft er nur taubes Gestein! — was Wunder, daß er zögert, Hammer und Stichel zu ergreifen, das Schurzfell umzubinden, und daß er sehr lange an der Lampe herumputzt, ehe er sie anzündet, vor die Stirn knüpft, und — hinunterfahrt in den Schacht, wo so viele böse Wetter seiner warten, in denen er grausamlich umkommen kann, wenigstens als Kritiker in der Meinung der Autoren. Doch lassen wir diese Betrachtung und kommen zum Werk, d. h. zu den neuesten literarischen Werken auf unserm Gebiete. Niemand wird uns tadeln, wenn wir — mit den Damen beginnen. Es ist nichts wichtiger, als daß auch das weibliche Geschlecht sich Kr Religion und Literatur wieder interesfire und begeistere, und da das gute Beispiel entzündet, so bringen wir unsre Huldigung zunächst Denen dar, welche uns hierzu zuerst die angenehme Veranlassung gaben. Wir brauchen heute über das empfehlenswerthe Ge-

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