Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1855)
- Date
- 1855-09-17
- Page
- Seite 484 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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484 Voilä, Monsieur le Rabbin, les senliments que nous sommes charges de Vous exprimer, ainsi que l’assurance de la profonde estime avec laquelle nous avons l’honneur d’etre De Vous Venerable Pasteur d’Israel Les devoues Serviteurs. Prof. Giuseppe Levi,) Directeurs de l’Edu* E. Ponlremoli, Prof.) catore Israelita. Pellegrino di G. Padoa de Cento, Romagne. Av. Prospero D’Ancona de Florence. Verceil (Piemont), le 30. Aoüt 1855. Die Übersetzung lautet: „Sehr ehrwürdiger Herr Rabbiner. Die Sache des Judenrhums, heilig fiir alle Diejenigen, welche das Unglück ehren, erlangt mehr Wichtigkeit und Glanz durch das Verdienst Derer, welche fie vertheidigen. Es ist daher mit Recht, daß man Sie, ehrwürdiger Herr, in die Zahl ihrer berühmten Verfechter rechnet, Sie, die Sie ihre großen Talente ihr gewidmet haben, die Sie außerdem für den israelitischen Orient und Spanien so viel Beredtsamkeit, Geist und Herz entfaltet Das israelitische Italien, gerührt von den Wohlthaten, die man über seine Brüder verbreitet, bietet Ihnen ein Zeugniß der Bewunderung, der Dankbarkeit und der religiösen Brüderlichkeit in dieser Medaille dar, die Ihnen die Wünsche seiner berühmtesten Gemeinden und Familien ausdrückt. Dies, Herr Rabbiner, find die Gefühle, welche wir Ihnen auszusprechen beauftragt find, ebenso wie die Verficherung der tiefen Achtung, mit welcher wir die Ehre haben zu sein rc. rc. rc." Dieses Schreiben war nun von einer großen goldenen Medaille begleitet, welche zu diesem Zwecke, und zwar mit großer Vollendung geprägt worden. Sie zeigt auf der einen Seite in künstlerisch schöner Gruppirung die Emblemen des israelitischen Cullus: die zwei Tafeln der Zehngebote, und zwar die Worte der heiligen Gebote vollständig klar, rechts das Brustschild des Hohenpriesters (Gerechtigkeit), links das Wcihrauchfaß (Andacht), darüber der fiebenarmige Leuchter (Licht), dann noch Palmenzweige und die Drommeten. Die Umschrift lautet: inbnm *nbb i»''«'' (Jeschaj. 42, 12.) und als Prat i-Hrp. Die andere Seite enthalt die Widmung in italienischer Schrift, nämlich: A Ludwig Philippson Che il potente ingegno A rivendicare I diritti dei fratelli Consacra Gli Israelili Ilaliani 1855. Wie tief der Empfänger von diesem glanzvollen Zeugniß der Achtung und Liebe, dargebracht im Namen seiner italienischen Glaubensgenossen, bewegt sein mußte, kann mit Worten nicht bezeichnet werden. Gilt es doch im Grunde nicht seiner Person, nicht seinen schwachen Kräften und Bemühungen, sondern der großen, heiligen Sache, der es in allen Jahrhunderten an Trägern und Verfechtern nicht gemangelt hat. Ehre also den Gebern, welche aus der freiesten Regung des Herzens, ohne in irgend einer nähern Beziehung mit dem Empfänger zu stehen, fich dazu veranlaßt gefühlt. Wir werden in der nächsten Nummer die Antwort des Dr. Philippson mittheilen. Aphorismen. Le lien d’Israel Nr. 5. giebt Auszüge aus dem neuesten Geschichtswerke des berühmten Michelet renaissance et reforme (2 Bde., 8., Paris). Wir heben folgende, treu übersetzte Stelle hervor (ref. p. 10.): „Man habe mehr oder weniger Achtung vor den Schriften der Hebräer und der Philosophie der Juden: so darf man nie den unermeßlichen Anspruch vergessen, welchen fie während des Mittelalters auf die allgemeine Dankbarkeit erworben haben; fie waren lange Zeit der einzige Ring, der den Orient mit dem Abendland verband, der in diesem gottlosen Ehebruch der Menschheit, die beiden, christlichen und muselmännischen Fanatismen täuschend, von einer Welt zur andern eine dauernde Verbindung des Handels und des Geistes (des lumieres) bewahrte; ihre zahlreichen Synagogen, ihre Schulen, ihre Akademieen, überallhin verbreitet, waren die Kette, in welcher das gegen fich selbst getrennte Menschengeschlecht noch mit einem gleichen intellectuellen Leben vibrirte; dies ist noch nicht Alles, es war eine Stunde, wo die ganze Barbarei, wo die Franken, die griechischen Säulenbewohner, die Araber in Spanien selbst sich verbanden, ohne fich zu besprechen, dem Gedanken den Krieg zu erklären. Wo verbarg sich dieser damals? In dem bescheidenen Asyl, welches die Juden ihm