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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-09-17 · Heft 38 (17.9.1855) · p. Seite 482

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 38 (17.9.1855)
Date
1855-09-17
Page
Seite 482 (sequence 2)
Language
German
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482 Wie voraus seines Rathes Flamme Die Wege, die Du gingst, erkiesen. Wie Er von Weitem angelegt Was durch die Zeiten Dich bewegt. So komm, mein Freund, laß unsre Schritte Uns lenken durch des Thales Mitte, Am Bach, der stürzt und rauscht, entlang Durch Waldes Dickicht unsern Gang. Wo wild vom Felsen schäumt der Fall, Daß brausend tönt der Wiederhall, Dort auf der Höh', wo helle Lichter Durch's Laubwerk fallen dicht und dichter Und golden durch den Buchwald blitzen, Laß uns auf Rasen niederfitzen. Und unser Auge rückwärtsschweifen, Durch der Geschichte Bahnen streifen, Die unsrer Väter Reihen schritten. Wie fie gekämpft, wie fie gelitten. Wie aber stets des Herren Hand Hinweg fie riß vom Abgrundsrand, Und wenn am tiefsten fie gefallen. Sie hoch erhoben hat vor Allen — Daß es an uns werd' offenbar, Wie Sonnenlicht den Völkern klar, Daß der Jahrtausende Geschick Erklärt allein des Ew'gen Blick! Vom Euphrat in des Jordan's Auen Sollt' Abrah'm das Gezelt fich bauen — Wer führte Jakob dann zurück, Daß, fremd in Canaan, sein Glück Er schaffe, sei es auch als Unecht? Wer ttieb dann fernher sein Geschlecht Zu streng geschiednem Mizri's Lande, Daß es, gettennt durch Sitt' und Schande, Zum Volke wachse, mit der Kunde Der Ahnen im beredten Munde? Wer legte dann der Knechtschaft Ketten An seine Glieder, daß zu retten Den wunden Leib, es willig fliehe, AuS des Tyrannen Lande ziehe? Wer ließ es durch die Wüste streifen, Daß es zum Volk könnt' männlich reifen, Bis es das heil'ge Land erreicht, Und fiegreich zum Lebänon steigt? Wer holte von der Heerd' hervor Den Helden, der in Schalem's Thor Einzog, des Throns und Altars Stätte Zu weihen mit des Psalmes Kette, Daß heilig fie allen Nationen, Die dieses Erdballs Raum bewohnen-- Dir, David, sei der Sang geweiht. Der Deiner Harfe Ton fich leiht! Horch auf! wie über jene Höh'n, Mit Schnee bedeckt, der grause Föhn, Zertrümmernd was er ttifft, hinras't, Er bricht den Gletscher, den er faßt. Den Wald, der fich vergebens beugt. Die Hütte, die sein Arm erreicht — Und doch bringt er des Frühlings Glühen, Der nimmer ohne ihn könnt' blühen, Er jagt die heiße Lust hernieder. Daß wärmen fich der Berge Glieder, Mit Grün die Thäler fich bekleiden. Die Heerden auf den Almen weiden. Und ohne dieses Föhnes Stürmen Würd' Eisberg fich auf Eisberg thürmen.. So ließest, Herr, Du Zion fallen. Zweimal des Feindes Schaaren wallen Siegreich zu den zerbrochnen Thoren — Es floh das Volk, das Du erkoren. Nach hartem Kanipfe durch die Lande, Zu ttagen schwerer Knechtschaft Bande — Doch hältst Du längst zuvor entsendet, Zu allen Landen hingewendet, Die Söhne Juda's, daß, die floh'n Allüberall die Heimath schon Bereitet fanden Süd und Nord Und neuen Lebens Freundeshort; Und unten wilden Föhns Gewüthe Entfaltet fich die neue Blüthe — Jndeß des heil'gen Landes Säume Des blutgettänkten Schlachtfelds Räume Für alle Völker dieser Erden In tausendjähr'gen Kämpfen werden!... Des milden Persers Herrscherstab Zuerst das Reich zurück uns gab, Daß — unserm Gotte ganz geweiht, Besiegt des Heidenthumes Stteit — In neuem, üppigem Entfallen Sich Moscheh's Worte uns gestalten,

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