Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1855)
- Date
- 1855-09-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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19. Jahrgang. JW 38 Allgemeine Zeitung -es Zudeuthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 17. September 1855. Diese Zeitung »scheint wöchentlich einmal. Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels. Registers. u. s. w. um» fassen. Zu Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Tblr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Tblr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung-- Expeditione» nehmen Bestellungen an; der Hauptspedilion für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänge: Die Sendung Israels. XI. Leitende Artikel: Ehrenvolle Anerkennung.—Aphorismen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Oldenburg, aus dem Hannoverschen, Fulda. Preußen: Berlin, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Stanislau. Frankreich: Paris. Paris. Dänemark: Kopenhagen, Kopenhagen. Nordamerika: Baltimore, New-OrleanS, Magdeburg. Literarische Nachrichten: Worms. Harfenklänge. Die Sendung Israels. Xl. Laß flattern, Inda, Dein Panier laß wehen. Hoch auf dem Berg, daß alle Völker sehen, Laß weit im Wind die weißen Wimpel schlagen, Von Land zu Land, von Meer zu Meer getragen! Der Morgenstrahl, entfaltet soll er's finden, Des Abends Gruß mit Purpur es umwinden; Wenn wilde Stürme um die Menschheit grollen, Dann sollst Du, Inda, Dein Panier entrollen — Der Donner tobe, Blitzesflamme zücke: Auf Dich gerichtet seien ihre Blicke — Denn durch die Nacht die weiße Fahne strahle. So goldenlicht, wie wenn im Nebelthale Der erste Strahl durchbricht die dunklen Schichten, Wie wenn im Herzen sich die Schatten lichten. Die düstren Grames schwere Hand gebreitet. Wie wenn Gewißheit lichtbeschwinget schreitet Der bangen Liebe durch der Zweifel Jrrsal — O, Juda's Fahne in der Menschheit Wirrsal!... Und aus der lichten Fahn' im Windcswehen Laß Deiner Inschrift goldne Ziffern sehen: „Adonai jimloch!“ „Gott ifi's, der regieret!^ Deß starke Hand die Menschheit ewig führet. Wie sie auch schreitet wandelvolle Wege, Ob langsam bald, bald schnell gewundne Stege, Itzt vorwärts jagt, dann rückwärts springt und säumet, Was sie auch schafft, zerstört, und sinnt und träumet — Im dunkeln Thal, in lichter Höh' sie führet Des Erv'gen Hand — der Ewige regieret I Das ist das Work, das Israel verkündet, Auf seinen Wiurpeln dieses Wort sich findet — Laß flattern, Juda, Dein Panier laß wehen, Hoch auf dem Berg, daß alle Völker sehen! Nicht Wort, nicht Wort ist's nur geblieben, Im Buche Deiner Stammsgcschickte Hast Du's mit warmer That geschrieben. Lesbar vor jedem Angesichte, Mit Deinem Herzblut dargcthan: Gott führet uns die sichre Bahn. Denn wundersam, wie keinem Stamme Hat's Dir der Ewige erwiesen.