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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-09-10 · Heft 37 (10.9.1855) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 37 (10.9.1855)
Date
1855-09-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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19. Jahrgang. JW 37 Allgemeine Zeitung des Zu-euthums. Ein «»parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippforr in Magdeburg. Leipzig, den 10. September 1555. Dies« Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montags, unv wirv jährlich 78 Bogen in Quart incl. veS Titels. Register«, u. s. w. um fassen. In Gemäßheit des Zweckes, derselbe» die allgemeinste Berbreituug zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit» Tblr für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Agr. (1 Tblr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*/s Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr aogesetzt worden Alle Buchhandlungen. Postämter und ZeitungS - Expeditionen aehmeu Bestellungen au; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die köuigl. sächs Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg, Hamburg, aus der bayrischen Pfalz. Preußen: Kozmin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Frankreich: Marseille, Mühlhausen. Correspondenz: Mannheim. ZeitungsnachrLchteu. Deutschland. - Hamburg, im August. (Privatmitth.) Die hiesige deutsche Gemeinde hat ein geräumiges, auf der Kohlhöfen-Straße belegeneS Grundstück gekauft, in dessen Garten eine neue Synagoge gebaut werden soll, und eS wird wahrscheinlich bald von deshalb gehaltenen Versammlungen zu berichten sein. Der Umstand, daß man solche Grundstücke vorzieht, die von Westen nach Osten direct eingehen, wirb eS demnach bewirkt haben, daß der neue israelitische Tempel, die neue portugiesische Synagoge und nun diese Neu zu errichtende deutsche auf demselben Revier in geringer Entfernung von einander belegen sein werden. Ueber den Bauplan und was dahin gehört, ist noch nichts bestimmt, da das Grundstück erst nächsten Mai geliefert wird. Ich kann hier die Bemerkung nicht unterdrücken, wie frappant es erscheint, daß in unseren Landen seit dreißig Jahren mehr neue Synagogen erbaut worden find, als vielleicht in der zwanzigfachen Zeit vorher. Wie falsch man daraus auf eine größere Liebe zum CultuS schließen würde, weiß Jeder. Daß sehr viele Gemeinden erst in dieser Zeitperiode eine consolidirte Stellung gefunden haben, mag wohl ein Hauptgrund sein, aber wohl schwerlich ein erschöpfender, und Diejenigen, die so etwas von „ein für allemal abspeisen" munkeln, mögen Manches für sich haben. Wünschen wir nur, daß der bekannte AuSspruch we ässu li mikdäsch we schachänti betochäm fernerhin zu übersetzen sei: „obgleich sie mir jetzt ein Heiligthum erbauen, will ich dennoch in ihrer Mitte wohnen". Sprachrichtig wäre die Uebersetzung jedenfalls. In dem Bericht im Maiheft von Leopold Stein'S „Israelitischem Volkslehrer" über daS für die Frankfurter Gemeinde anzulegende Gebetbuch finde ich einige meist lobende Worte über den CultuS der hiesigen Tempelgemeinde, die mir zu einigen Bemerkungen um so mehr Anlaß geben, als seltener der Meinungsaustausch auf eigenem Gebier geschieht, und alS die Gelegenheit selten ist, die Ergebnisse einer fast vierzigjährigen Erfahrung zu Markt zu bringen. Das Princip deS hiesigen Tempels ist nicht Dogmatismus, sondern Latitudinarismus. Nicht daß es so und nicht anders im CultuS sein müsse, sondern daß eine jede jüdische Religionsgenossenschaft daS

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