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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-09-02 · Heft 36 (2.9.1855) · p. Seite 467

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 36 (2.9.1855)
Date
1855-09-02
Page
Seite 467 (sequence 11)
Language
German
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467 bestehenden Chors, die Damen festlich gekleidet, ihre Plätze ein. Weißgekleidete Mädchen mit Kränzen traten im Zuge durch das Portal ein und bildeten Spalier bis zur heiligen Lade. Die Rabbinen mit den aus alten Zeiten vererbten filbergeschmückten Thora-Rollen, nämlich der Stadt-Rabbiner, der eigens zur Feier von Karlsruhe abgeordnete Obcrraths-Commiffair, die Konferenz- und übrigen Rabbinen des Landes wurden an der Pforte von dem gesammten Synagogcnrarh feierlichst unter den vollen Klängen der Orgel empfangen und zur heiligen Lade geleitet. Dem Zuge folgten eine große Anzahl von Rabbinen benachbarter Städte und alle Vorstände von Verwaltungen der israelitischen Gemeinde und ihrer wohltätigen Stiftungen. Nachdem die Rollen in der heiligen Lade niedcrgelcgt, eine eigens zur Feier der Einweihung componirte Cantate abgesungen und von dem Stadt-Rabbinen eine der Gelegenheit angemessene ergreifende Festrede gehalten worden war*), zündete man gegen 8 Uhr die Gas - Candclabcr an und im Glanze von 220 Flammen strahlte nun der neue Tempel. Die Gesangsvorträge, worunter eine von Rabbi Stein gedichtete und von dem fünfzehnjährigen Herrmann Levi aus Gießen, einem Schüler des Capellmcisters V. Lachner, componirte Cantate, wurden mit Präciston erecutirt und es bewährte stch bei dieser Gelegenheit wieder die Tüchtigkeit des Organisten Eberhard Kuhn, Lehrer des Chors, der auch die Gesänge, mit Ausnahme der Lcvi'schen Composition, die Capellmeistcr V. Lackner dirigirte, leitete. Unterstützt wurden die Gesangsvorträge durch die sonore Stimme des Vorsängers Gallcnbcrg. Diesen Einweihungsfeierlichkeitcn insbesondere folgte der Abend-Gottesdienst, der von nun an jeden Freitag vollständig nach dem alten Ritual, jedoch in neuerer, den Anforderungen der Zeit entsprechender Form abgchaltcn werden wird. Der Samstag-Gottesdienst begann um 9 Uhr Morgens und dies Mal war es Rabbi Lindemann, der dabei die Rede hielt. An die kirchliche Einweihungsfeicr reihte sich ein Festessen von 250 Couverts im „Badncr Hof", bei welchem sämmtliche auswärtige Rabbinen und Vorstände ftcmdcr Gemeinden anwesend waren. *) Die Festrede ist gedruckt uns so eben zugckommcn, und hat uns sehr erfteut. In einer gediegenen und einnehmenden Sprache erklärt fie die dreifache Bedeutung der Synagoge als Beih liatephila, hakeneseth und hamidrasch. Redact. Anzeigen. Die israelitischen Institute in Dresden für Knaben sowohl wie für Mädchen gebildeter Eltern, sind zur Aufnahme neuer Zöglinge fortwährend situirt, und ertheilt jede beliebige Auskunft Die Direction derselben M. Schwarzaucr. Baumholder, 6. August 1855. Die israelitische Gemeinde dahier wünscht einen Lehrer zu engaziren, der zugleich das Vorbctcr - und Schächteramt zu versehen hat. Derselbe muß dem Elementarunterricht vollständig gewachsen sein, so wie der Ucbcrsctzung aus dem Hebräischen ins reinste Deutsch. Gehalt 60 Thlr. und freie Station nebst Ossualicn. Lediger Stand und gute Atteste sind unerläßlich. Darauf Rcflcctircnde wollen sich sofort in portofreien Briefen direct an mich wenden, und können nach Abschluß des Contracts sogleich eintreten. Ern. Culraaan Sohn. Die hiesige Judengemeinde sucht einen Lehrer und Schächter zum nächsten t]?27. — Gehalt besteht in 90 Thlrn. bei freier Mittags - Beköstigung in einem bestimmten, anständigen Hause, nebst Wohnung und Holz. Rcflectirende wollen «sich in portofreien Briefen wenden an den Vorstand der Gemeinde zu Stralsund. Die Stelle eines Religionslchrcrs, Cantors und Schächters wird zum 1. Octobcr e. in hiesiger Gemeinde vacant. Oualificirte Personen wollen unter Beifügung ihrer Zeugnisse ihre Meldungen an den Unterzeichneten Vorstand portofrei einsenden. Angcrmünde, den 16. August 1855. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Die Gemeinde Jülich wünscht einen Lehrer, welcher gleichzeitig die Cantor-Stelle zu versehen har, mit einem jährlichen Gehalte von 100 Thlrn. nebst fteicr Station, anzustcllen. Hierauf Reflcctirende werden ersucht, sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse franco an den Unterzeichneten zu wenden. Mer Vorsteher der israelitischen Gemeinde. Mayer. Jülich, im August 1555. Knaben, welche eine der Schulen in Magdeburg besuchen, oder in einem Kaufhausc lernen sollen, werden, der gewissenhaftesten Pflege sicher, in Pension genommen von S. Cahn.

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