Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1855)
- Date
- 1855-09-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3225931-3225968--14806-3300487- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19. Jahrgang. 36 Allgemeine Zeitung des Indcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Jutereffe. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig PHilippLon in Magdeburg. Leipzig, den 3. September 1855. Dies« Zeitung erscheint wöchentlich rinrnal, Montag-, nnv wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. de- Titel-, Register-, u. s. w. um. fassen. In Gemäßheit de- Zweckes, derselben di« allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Tdlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Vr Ngr. (18 gGr.) für daS Vierteljahr aagesetzt worden. All« Buchhandlungen. Postämter und Zeitung-- Expeditioneu nehmen Bestellungen an; der Hauptspeditioa für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitung« - Expedition allhier unterzogen. Inhalt. H arsenklänge: Die Sendung Israels. X. Leitender Artikelr Vom Frieden in der Gemeinde. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hannover. Preußen: Berlin,Posen, Glriwitz. Großbritannien: London. Rußland: Petersburg. Donaufürstenthümer: aus der Moldau. Türkei: Paris. Nordamerika: Cleveland. Eorrespoudenz r Die neue Synagoge zu Mannheim. Harfenklänge. Die Sendung Israels. X. Harzburg, 17. -August. 3ch. Wie starrst Du mächtig in die Höhe, O Felsenhaupt, und unerschüttert. Ob auch um Dich vor Sturm und Wehe Rings alles Lebende erzittert; Ob die Geschlechter untergehen Und neue treten an die Stelle, Jahrtausende die Wälder stehen, Secunden weilt die flücht'ge Welle; Ob Deine Stirn der Sonne Gluthen, Ob feuchte Wollen sie umharren, Ob Sturmeswogen Dich umfiuthen. Ob Eisesfröste Dich erstirren — Du ragst hinauf so unbeweglich Im Morgenroth, im Abendschimmer, Und Alles Deiner Kraft erträglich, Ob um Dich Leben oder Trümmer. Der Ewigkeit auf Erden Zeugniß, Hoch über diese Berge steigend, Blickst Du herab auf all Ereigniß, Denn Dich stört nichts, Dein Haupt erreichend. Sag' an, wie viele Zeiten stoffen Seit Deiner stolzen Kraft Beginnen? Wie Viele werden, Staubgcnoffen, An Deinem Fuß vorüberrinnen? Der Felsen. Ich rage hoch, ich rage weit, Vorüberzog an mir viel Zeit — Doch spurlos nicht, nicht ohne Drang, Auch mich betrat ihr ehrner Gang. Ha! weil mein Gipfel ragt zum Licht, Siehst Du am Fuß die Trümmer nicht. Die losgerisscn ihre Hand Von meinem Haupt, von meiner Wand, All das Geröll, all das Gestein, Das, dreimal höher, einst war mein, Das einst auf meinem Haupt geprangt. Itzt vor der schwachen Welle wankt. Wenn heiß die Sonne auf mich blitzt. Und mein Gestein ist glutherhitzt.