Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1855)
- Date
- 1855-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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is. Jahrgaug.^ Allgemeine 34< Zeitung des Iudcnthums. Ein unparteiisches Organ fi»r alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Phrlrppson in Magdeburg. Leipzig, den 20. August 1855. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montags. unv wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels. Registers, u. s. w. um» faffeu. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Tblr. für deu Jahrgang; — t Tblr. 15 Rgr. (1 Thlr. 12 g@>r.) für sechs Monate — 22'/- Ngr. (18 gSr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs > Exvedirionen nehmen Bestellungen an; der Hauxtspetilion für beide Letztere har sich die könizl. sächs. Zeitungs-Expedition allhicr unterzöge«. Inhalt. Harsenklänge: Die Sendung Israels. rill. Leitende Artikel: Wichtige Nachrichten. Zeitungsnachrichten: Palästina: Beirut. Deutschland: WormS, Worms, Bühl, Hannover. Preußen: Dortmund. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Rußland: Petersburg. Harsenklänge. Die Sendung Israels. VIII. Harzburg, im August. Am Hof des Provenzalen, Rene des tapfern Grafen, War Sangeskunde heimisch; die besten Sänger trafen Zur Liedesfei'r zusammen, vor Damen und vor Rittern Zum Wettkampf sich zu rüsten, dem Sängerkranz zu zittern. Doch wer ein Lied gesungen aus schöner Seele Gründen, Und könnt' der Hörer Herzen mir seiner Flamm' entzünden: Dem winkt' aus holden Händen zur Gab' ein goldner Becher, Deß könnt' in späten Tagen sich freu'n der Sänger-Zecker. — Wo blauen Meeres Wellen leicht schäumen um die Dünen, Aus alten Römerzciten die mächtigen Ruinen Aufsteigen unter Pinien, wo lind Orangen schaukeln Und ihrer Blüthen Düfte gar wonnig uns umgaukeln — Ha! wie die Sonne blitzet fern auf des Meeres Wellen Und tief im Felsengrunde auf plätschernd krause Quellen; Wie violet sich wölbet und blau des Himmels Bogen, Nur dort am tiefen Rande von weißer Wolk' umzogen — Rings steigen kühn die Wälder auf Hügeln zu den Höhen, Aus deren tiefen Scharten die frischen Düfte wehen, Und von den fernen Bergen her blicken stolze Zinnen Von Burgen und von Schlöffern voll Kampfes und voll Minnen — Da, in dem lausch'gen Thale, versteckt und doch so offen, Hat längst der Nrovenzale die gute Wahl getroffen: Zn einem Halbkreis steigen empor die Rasenfitze, Und für den Graf, die Gräfin erhöht' an deren Spitze, Don Palmen und Orangen mit Laubdach überschattet, Don Ros' und Lilj' und Tulpe und Hyazinth' ummattet; Genüber fiir die Sänger geschnitzter Bänke Reihen, Mir Teppichen von Purpur, die Würd' und Schmuck verleihen. — Horch! die Trompet' erschallet, der Zug der Edlen nahet, Sic reiten ein, die Rosse der Diener Troß empfahct; In bunter Reihe fitzen die Hcrr'n und Damen nieder, Der Sonne Strahlen leuchten vom Glanz des Schmuckes wieder. Wie Pranger hier der Schönheit, der jugendlichen, Glänzen, Und dort der Ruhm der Tapftcn, gekrönt mit Lorbeerkränzen! Noch einmal die Trompete — und auch die Sänger eilen. Bewehrt mit Harf' und Zither, auf ihrer Bänke Zeilen. Wie zagt das Herz im Busen, ob wohl der Sang gelinge, Und ihnen Ehr' und Becher, den Siegerkranz gar bringe!