Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1855)
- Date
- 1855-08-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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IS. Jahrgang. JW 33 Allgemeine Zeitung des Iudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 13. August 1855. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Register», u. s. w. um» fassen. Zn Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Derbreifung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 2 Tblr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gS>r.) sür sechs Monate — 22,/a Ngr. (IS g®t.) für das Vierteljahr aagesetzt worden. All« Buchhandlungen. Postämter und Zcilungs - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcditivn für beide Letztere hat sich die köuigl. sächf. Zcitungs - Expedition allhicr unterzogen. Inhalt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: aus Württemberg. Bernburg. aus dem Mecklenburgischen. Preu ßen: auS der Provinz Posen, von der Warthe, Nackrl, Kozmin. O estrrreichischer Kaisrrstaat: Wien, Krakau, Lemberg. Die Schweiz: aus dem Aargau. Italien: Florenz, aus Oberitalien. Frankreich: Paris. Großbritannien: London, London, London. Rußland: Warschau, Petersburg, aus Polen. Donaufürstenthümer: Wien. Afrika: Tunis. Correfpondenz: Bericht über die zweite Rabbiner-Conferenz, abgehalten zu Gießen am 11., 12. und 13. Juni 1855. (Schluß.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Württemberg, im Juli. (Privatmitth.) Die Rabbinatsvisitationen sind Heuer fortgesetzt worden, als Regierungscommisiär für die Prüfungen ist Kirchenrath Dr. Maier wieder bestellt. Visitirt wurden die Rabbinate des Schwarzwalds - und Donaukreises. Die Prüfung erstreckt sich über den Wirkungskreis des Rabbinen als Prediger, Seelsorger, Religionslehrer und Vorsitzender des Kirchenvorsteheramtes. Acht Tage vor der Prüfung wird dem Rabbinen ein Tert zur Predigt und Katechese zugeschickt, über welchen er vor dem Visitator zu sprechen hat. In der Schule wird das ganze Gebiet deS Religionsunterrichtes durchgenommen. Der Visitator beginnt bei der untersten Classe, die einjährigen Schüler lesen in der hebräischen Wand- und Handfibel; stufengemäß wird aufwärts geschritten. Bei der obersten Claffe wird freies Ueberfetzen deS Pentateuchs und der Gebetstücke mit richtigem Wort- und Sachverständniß verlangt; ein hohes Ziel, das aber in manchen Schulen erreicht wird. Die jüngeren Classen erzählen biblische Geschichten frei nach, die obere soll mit der ganzen heiligen Geschichte genau vertraut sein. Memoriren wird nach dem vorgeschriebenen Spruch- und Gesangbuche, systematischer Religionsunterricht nach dem gesetzlichen Lehrbuche betrieben. RabbinatS- und Gemeinderegistraturen werden gemustert, die finanziellen Verhältnisse deS Gemeindewesens geprüft, Durchgang mit Gemeindevorsteher, Rabbinen und Lehrer gehalten und ihre gegenseitigen Klagen und Beschwerden gehört. Die Einen klagen über die Strenge, die Anderen loben die Leutseligkeit deS EraminatorS; doch der Gewisienhafte hat nie den Tag der Prüfung zu scheuen. Es ist leider bei manchen Lehrern der Mißbrauch eingerisien, daß sie sich mit Allotria beschäftigen, wodurch der Schule Nachtheil erwachsen muß. Man muß es anerkennend sagen, daß in ganz Deutschland für die israelitischen Lehrer nicht besser gesorgt wird, als bei uns; ist daS Einkommen such nicht groß, so ist doch die Stellung gesichert und genießt der württembergische Lehrer den Schutz der Oberschulbchörden. — Ueber die Einsüh-