Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-07-05 · Heft 80 (5.7.1838) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 80 (5.7.1838)
Date
1838-07-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3224856-3224937--01131-3300433
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

». 3°h'g°°g. Allgemeine No. 8«. Zcitung -es Zndcnthums. Ein unparlheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 5. Juli 1838. Zeitungsnachrichten. Berlin, 18. Juni (Privatmitth.). Die könkgl. griechenländische Gesellschaft der Aerzte (fj lv ^A&r^aTg lar^ixi) ijaiQua) hat den Redact. der hiesigen medicin. Central- Zeitung, Dr. ph. et med. I. I. Sachs, mittelst eines schmeichelhaften Schreibens in französischer Sprache das Diplom eines corresp. Mitgliedes Übermacht. Frankfurt a. M., 14. Juni. Das Frankfurter Journal enthält.folgenden Artikel: f (Baden, 12. Juni. — Corresp.). Unter den Rabbinen in Baden soll ein Schreiben im Umlauf sein, das zu einer Berathung über zu treffende Aenderungen in Synagogensachen auf die letzte Halste des jetzt laufenden jüdischen Monats einladet. Bretten, Sinsheim oder Carlsruhe wird der Ort der Zusammenkunft sein, der darum jetzt noch nicht mit Bestimmtheit angegeben werden kann, weil dabei vorzüglich darauf Rücksicht genommen werden soll, an welchem Orte die Herren Rabbinen während der Zeit dieser Berathungen wohlfeil und ehrenvoll bewirthet werden können, und weil man wünscht, daß diesen Sitzungen eine Person beiwohnen möchte, von welcher man solches nur hoffen zu dürfen glaubt, rvenn sie im letztgenannten Orte Statt haben werden. Die neulich in Würtemberg erschienene Synagogenordnung und die Bemerkungen, welche sich einige Jourj nale über die Unthätt'gkeit der Rabbinen in Badin jüngst! erlaubt haben, werden in jenem Schreiben als die Motive j zu dieser Versammlung angegeben. Zu den Berathungen! sollen, nach gestelltem Anträge eines Rabbiners, nur definitiv angestellte Rabbinen zugelassen, Rabbinatscandidaten und provisorisch angestellte Rabbinen aber darum davon ausgeschlossen sein, „weil solche leicht, um sich hervor zu thun, zu weit gehen könnten/' (Allerdings bezieht sich dies auf den Art. in No. 30. dies. Zeit. D. Red.). Wien, 18. Juni (Privatmitth.). Vor Kurzem hat Herr Dr. Mannheimer eine kraftvolle Predigt über die jüdisch-theologische Fakultät gehalten, ohne daß aber im Augenblicke an eine Sammlung gegangen werden kann, indem das Interesse der Wohlthatigkeit ganz für das unglückliche Pesth, Ofen, Gran in Anspruch genommen ist. Die Sammlutig wird aber jedenfalls vorgenommen, und einige bereits zügesiäMe Summen blckben reservirt. Es war leider schon Alles aufs Beste vorbereitet, Mannheimer hatte bereits eine eindringliche Aufforderung aufgesetzt, die abgedruckt werden sollte, als das große Unglück geschah. Schon erhebt sich Pesth verschönert aus seinen Trümmern — bald, und auch die Fakultätssache wird wieder vorgenommen. Gumbinnen, 15. Juni (Privatmitth.). Hier hatten sich Zweifel erhoben, ob die Sammlung für die jüdisch-theologische Fakultät auch hinlänglich von Seiten eines königl. hohen Ministerii gestattet sei. Herr Moser, der sich hier für die Sache äußerst interessirt, machte deshalb eine Eingabe an die Behörde, worauf denn, sowol von Seiten des hohen Ministerii, als demnächst von hiesiger Regierung der gnädige Bescheid unter dem 13. L erfolgte, daß der Sammlung kein Hinderniß entgegensteht. (Wir machen hierauf besonders aufmerksam, da mehrseitig Anfragen der Art bei uns eingelaufen sind. D. Redact.) Hamburg, 19. Juni (Eingesandt). Die Miscelle in No. 56. dieser Zeitung veranlaßt mich, folgende Zeilen Ihnen zu übersenden, und um deren Aufnahme Sie zu ersuchen.> Geboren zu Amsterdam, ist mir die ehrenwerthe Familie Capadose bekannt. Der Oheim der jetzt zum Chrlstenthume übergegangenen Herren C., De. Emanuel Capadose, war als Arzt berühmt, als Talmudist bekannt, als Mensch geachtet, von Sr. Maj. dem Könige zum Ritter des niederländ. Löwenordens erhoben. Isaak Capa dose Moron, Vater der obenerwähnten Herren C. war Vorsteher der dortigen portugiesischen Gemeinde, ein herrlicher, wohlthatiger Mann, welcher aber einen sehr starken Glauben an Wunder hatte. Er soll einst einem jerusatemitischen Rabbi das Beten in der Synagoge nach Beendigung des Gottesdienstes streng untersagt, und ihn sogar, als er diesen Beseht übertreten, aus der Synagoge verwiesen haben. Als aber Herr C. nach Hause kam, und sich in sein Weinlager begab, siet ein Bord mit einer Anzahl Flaschen des besten Weines nieder, passirte aber seinen Kopf auf Haarbreite, und siel zerschmettert zu seinen Füßen. Nun ließ sich Herr C. nie wieder einfallen, den Rabbi aus der Synagoge zu verweisen, vielmehr soll er ihm eine lebenslängliche Pension zahlen lassen. Zuverlässig aber ist es, daß besagter Herr C., der noch nicht 14 Jahre tobt ist, eine geraume Zeit geisteskrank war. Dieses ist in Amsterdam allgemein bekannt, und es kann also Niemanden in Erstaunen setzen, daß sich schon wieder ein Wunder mit den Söhnen eines solchen Mannes zugetragen hat. . Ich erachte es um so mehr nothwendig, Obiges zu berichten, zumal da eine Familie wie die C. zu edel ist, etwa wegen irdischer Bortheile ihre Religion zu verschachern. Ein portugiesischer Jude.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.