Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-06-18 · Heft 25 (18.6.1855) · p. Seite 325

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 25 (18.6.1855)
Date
1855-06-18
Page
Seite 325 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3225931-3225957--14663-3300327
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SLS resia*). •W'ain« b« iprn 1-2« i>2«nv nv^ ''72^2 IN« NL^PN ■•STa in «D12 n-ii ,n"nnv-'pn 2N bsv «INI «NA n«b«a« 1«N«2 IS'2«^ '»man» «^«M S-TDb»fT t-5*inO,*pn bL« ^NINNN t->2l2b "'.«''NVN5N^ AuS dieser Mittheilung ersieht man deutlich, daß der Name Aguilars gegen Ende deS vorigen und Anfang dcS jetzigen Jahrhunderts allgemein bekannt, beim Volke geläufig und gleichsam sprichwörtlich war. In der gelehrten Familie Landau, die daS Rabbinat in Prag von 1753 bis 1834 bekleidete, wußte man gewiß Näheres unv Detailirteres über Aguilar. Leider ist von dieser ausgezeichneten Familie nur noch ein einziger NamenSträger in Prag übrig, der vielleicht darüber noch Auskunft geben könnte. Es ist überhaupt höchst wünschcnSwerth, ja nothwendig, daß eine kundige Hand die jüdischen VolkSsagen sammeln und der Vergessenheit entreißen möchte, da in unserer materiellen Zeit diese cigenthümlicke Poesie, die Herr Frankl in seinem Aussatze so meisterhaft ckarakterisirt, auS dem Munde deS Volkes sich allmählig verliert. — Zur Berichtigung der Angaben über die widerrufene Vertreibung der Juden auS Mähren und Böhmen, wobei Aguilar als Freund zweier Kaiser: Karl VI. und Franz I.» deS Gemahls der Kaiserin Maria Theresia, seinen Einfluß zu Gunsten seiner unglücklichen Glaubensgenossen geltend gemacht, können folgende Stellen von H. v. Scari's „systematische Darstellung der in Betreff der Juden in Mähren erlassenen Gesetze". Brünn 1835. dienen. — „Nach dem allerhöchsten Rescriptc vom 2. Jänner 174 5 sollten nämlich alle Juden bis Ende Juni desselben Jahres aus Mähren emigrirrn. Mir Rücksicht auf die vielen Verbindungen mit den christlichen Unterthancn, wurde ibnen jedoch mittelst Rescripr vom 15. Mai 1745 die fernere Duldung im Lande bewilligt." — EtwaS abweichend, heißt eS in der Anmerkung, in Beziehung auf daS Datum der Verordnungen und auf die Beweggründe dcS Widerrufes des erlassenen AuSwandcrungSmandateS, erzählt diese Thatsache Pilarz Hisioria Moraviae, Th. II. 348. — „Die Angaben des Tertcs find aber einer amtlichen, in der Ollmützer MagistratS- Registratur aufbewahrten Jntimation entnommen." — Ungefähr 14 Tage früher hat Maria Theresia folgenden Erlaß, 18. December 17 44, fignirt. „Wir *) Aguilar hatte sich also nicht bloS der Gunst Kaiser Karls VI., sondern auch Franz I. zu erfteucn, der ihn gewiß wegen seiner GeschäftSkenntniß und Handelsverbindungen schätzte. haben auS mehrerlei uns bewegenden, höchst triftigen Ursachen den Entschluß gefaßt, daß künftig kern Jude mehr in unserem Erbkönigreiche Böheim geduldet werden soll." S. Geschichte der Israeliten in Böhmen von Herrmann. Wien 1819. — Welche diese Gründe, bemerkt dabei Herrmann S. 65, waren, sind noch heute nicht öffentlich und glaubwürdig beurkundet. Den 15. Mai 1745 wurde auch der Befehl für Böhmen widerrufen. Wahrscheinlich hat auf die Sinnesänderung der großen Kaiserin Aguilar stark influirt. Die Motive dazu, die den Zeitgenossen unbekannt waren und worüber bis heute eine sonderbare Dunkelheit herrschte, treten erst durch die Biographie AguilarS, die fteilich noch zu erwarten, anS Licht*). *) Mir steht daS Werk von Pilar; nicht zu Gebote, um die Verschiedenheit angeben zu können. Auch Herrmann citirt S. 15 einen Entwurf einer Geschichte der Juden in Bödmen von einem Piaristrn P. Voigt, welche als Manuscript die Ordensbidliorhek zu Nitolsburg in Mähren aufbewahrt, und die vielleicht auch über Aguilar und über die Rescripte wegen der Vertreibung der Juden auS Böhmen und Mähren manche unbekannte Daten enthalten dürste. Anzeigen. Zum 1. November d. I. soll die Stelle eines Ockonomen am Krankcnhause der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hierselbst neu besetzt werden. Derselbe muß vcrheirathet sein, gut schreiben, rechnen und etwas Buchhalten können. Reflectantcn haben sich schriftlich — Auswärtige in portofreien Briefen — bei dem d. Z. Präses Herrn Henry Gowa, bei welchem die näheren Bedingungen zu erfahren sind, bis zum 31. Juli t. I. zu melden. Hamburg, im Mai 1855. Dir Verwaltung. Bei der hiesigen israelitischen Gemeinde ist die Stelle eines Lehrers, Vorbcters und Schächters vacant, und soll womöglich sofort oder doch spätestens zum bevorstehenden 127 besetzt werden. Das Firum ist neben freier Wohnung, Beköstigung, so wie den Gebühren der ndt'nrr 12V Thlr. Pr.-Crt. Hiezu Qualificirke, die beim Antritt ihres Amtes die Prüfung beim hiesigen LandeSrabbiner zu bestehen haben, wollen sich in ftankirtcn Briefen melden beim Vorstand der israclitifcheu Gemeinde. Malchow in Mecklenburg, Juni 1855. Für die hiesige Gemeinde wird zu Michaelis d. I. rin ReligionSlehrcr und Vorbeter, der zugleich daS Schächten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.