Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 79 (3.7.1838)
- Date
- 1838-07-03
- Page
- Seite 318 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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518 sich Möldete, um an . dsn ' Rath der Albermen elttzutreten^ wörd er aüfgestrdert, die dütch die gegetrwarkigen Gesetzt ^fvrdirtö Erklärichg äbzülegtir, welche die Worte enthält „auf den wahren Glauben eines Christen." Als Herr Salomo ns die Ablegung dieses Eides verweigerte, ward weiter beschlossen, daß das Amr neuerdings vakant sei, und 'daß ein neues Wahl-Ausschreiben erlassen werden müsse. Es ward erlassen und Herr Humphery ward erwählt, leistete den Eid und nahm seinen Sitz in dem Ra-, the ein. Herr Salomons bestand jedoch darauf, zugelassen zu werden, und stellte vor, daß er keinen Schritt gethan habe, um den Rath der Aldermen zur Erlassung eines neuen Wahlausschreibens zu befugen, und verlangte, daß dem Herrn Humphery ein 0uo-xvarranl8-Befehl zugestellt werde. Der Gerichtshof entschied nun, daß keine Vakanz vorhanden gewesen, daß demnach das neue Wahlausschreiben unrechtmäßig erlassen worden sei, und daß für die Krone entschieden werden müsse. Der Duo-narranl8-Befehl ward unbedingt beschlossen/' Tages-Controlr. Dr. Ludwig Fischer und seine „Lügen/' oder au sführlicher: Di'. Martin Luther von den Jüden und ihren Lügen rc. rc. (Fortsetzung). Es ist einmal an der Zeit, sich mit aller Kraft gegen eine Ansicht schnurstracks zu erheben, die, in ihrer Unwahrheit und Unbestimmtheit unzählige Male wiederholt worden ist. Die christlichen Theologen belieben das Alte Testament als die Propädeutik des Ehristenthums, als die Anfänge einer Lehre, die im Ehristenthume vollendet wird, als eine Vorbereitung zu bezeichnen. Hat doch selbst Lessing Gott zu einem methodischen Lehrer mit einem ersten und zweiten Lehrcursus gemacht. Nichts ist weniger wahr. Sondern das A. T. steht der christlichen Dogmatik gerade gegenüber, und läßt sich mit ihr durchaus nicht vereinigen. Damit wir dieses erweisen, und nebenbei auch dem Dr. F. deutlich machen, nehmen wir den als Grundlage der christlichen Lehre angegebenen Satz von der „freien Gnade Gottes in Christo, die den Gläubigen rechtfertigt, ohne Verdienst der Werke/' noch einmal speciell in Augenschein. Die freie Gnade Gottes! Unter den vielen Stellen des A. T., die dieser freien Gnade Gottes geradezu widersprechen, wählen wir die schon citirte Ezechiel 33, 13 ff., und damit man uns gewiß keines Falsums beschuldige, wol- > len wir sie in dkr Ueberfetzung eines christt. AheologrA hierher stellen: „Wenn ich vom Gerechten spreche, leben/soll er! und er verläßt sich auf seine Gerechtigkeit, und thutMrecht: so soll all' seiner Gerechtigkeit nicht gedacht werden, sondern er soll durch sein Unrecht, das er gethan, sterben. Wenn ich aber vom Frevler spreche, sterben soll er! und er kehrt sich von seiner Sünde, und übet Recht und Gerechtigkeit, so daß der- Frevler das Pfand zurückgibt, das Geraubte wieder erstattet, und in den Satzungen des Lebens wandelt, so daß er kein Unrecht thut: so soll er leben, nicht sterben. All seiner Sünden, womit er gesündigt, soll ihm nicht gedacht werden; Recht und Gerechtigkeit hat er geübet, leben soll er." — *) Also lehrt uns einer der Propheten des letzten Zeitraums. Begiebt sich hier Gott nicht jeder freien Gnade? sagt er nicht ausdrücklich, wenn ich auch gesagt: sterben soll er, und er kehret rc.? Wird hierdurch die Rechtfertigung nicht ganz in den Witten und das Bewußtsein des Menschen gesetzt, sofern diese sich in seinen Werken ausdrücken? Freilich widerspricht dies decConcordimformel, die diejenigen, welche nicht an diese freie Gnade Gottes in Christo glauben, aetornao dam n ation i,' bec ewigen Verdammniß übetgiebt XI p. 808' Kann es uns aber Herr F. und Consorten übel nehmen, daß wir lieber mit dem Propheten Ezechiel als mit der Comordrenformcl selig werden wollen? Die den Gläubigen rechtfertigt! Das A. T. weiß von dem pietistischen Glauben nicht allein gar nichts, sondern lehrt auch hier gerade das Entgegengesetzte. ^'Jm A. T. heißt es überall: Du sollst erkennen! Damit dies Herr F. recht deutlich erkenne, wollen wir nur etliche wenige Stellen hier anführen: 2 V. Mos. 10, 2. 16, 12. 29, 46. 5 B. Mos. 7, 9. Nicht. 2, 10. 1 Sam. 2, 12. 1 Kön. 20, 13. 28. Jesaja 60, 16. Ezechiel 5, 13 und fast in jedem Kapitel, besonders 28, .24. 38, 23. Hosea 2, 22. Sachar. 2, 13. 4, 9. 6, 15. Und nicht allein von den Israeliten, sondern auch von den Aegyptiern und allen Völkern z. B. 2 S5. Mos. 14, 4. 18. Jesaja 19, 21. Ezech. 36, 23. 37, 28. 39, 7. ss. Ueberall heißt es: nyTT oder EnjTTl oder IJJTV — Freilich ist hier nicht von einer Erkenntniß a priori die Rede, nicht von der spekulativen, sondern von der Ekenntniß des göttlichen Wesens aus der Offenbarung, aus der Geschichte und allen Werken des Herrn. Aber einen absoluten Glauben, dessen Verdienst in der vollkommensten Jsolirtheit, in der Einsamkeit und Ermangelung aller selbstständigen Subsistenz des Menschen, *) Daß hier „leben" und „sterben" in biblischem Sinne zu nehmen, nicht in dem materiellen des gemeinen Lebens, brauchen wir wol nicht weiter a:-,zudcuten.