Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1855)
- Date
- 1855-05-07
- Page
- Seite 247 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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247 Wir werden nach Ablauf dieses JahreS beim königl. Ministerium recuriren. (Bem. d. Red. So hatten wir in unsrer Antwort dieses in Nr. 21 des jüd. VolksblatteS doch Recht!) Warmbrunn, im April (Privatmitth.). Aus dem eben erschienenen Jahresbericht heben wir folgende Stelle hervor: Sechs und Zwanzig arme, kranke Glaubensgenossen haben im Jahre 1854 die hiesigen Bäder besucht, und sie sind, durch die aus unserer Badearmen- Kasse verausgabten 189 Thlr. 2 Sgr. 6 Pfg., während ihrer 4wöchentlichen Kurzeit mit den nöthigen Bedürfnissen versorgt worden. ES ist ihnen nicht nur freie Badekur und die nöthige Medicin, sondern auch jegliches Bedürfnis zum Lebensunterhalt bestmöglichst gewährt worden. Sie erhielten bei freiem Logiö und täglichem Mittagbrot, bestehend in kräftigen Fleischspeisen, noch wöchentlich 10 Sgr. zu Frühstück und Abendbrot, sowie zur Reise eine Unterstützung von 10 Sgr. Ueberblicken wir die wohlthätige Wirksamkeit der hiesigen jüdischen Badearmen-Kasse während der verflossenen Badesaison, so fühlen wir uns gedrungen, den edlen Wohlthätern, die es uns durch ihre milden Gaben möglich gemacht, das Werk der Barmherzigkeit zu üben, unfern innigsten Dank abzustatten. Möge der Allbarmherzige ihnen die Wohlthaten lohnen, die sie hier geübt, und es ihnen reichlich vergelten, wie sie so viele Thränen der kranken Nothleidenden getrocknet. Um aber die wohlthätige Wirksamkeit unserer Badearmen-Kasse, die nur auf milde Spenden angewiesen ist, auch fernerhin sortsetzen zu können, sehen wir uns genöthigt, immer und immer wieder die Mildthätigkeit unserer edlen Glaubensgenossen in Anspruch zu nehmen, und alle diejenigen, welche für die Leiden der armen, kranken GlaubenSbrüder ein fühlendes Herz haben, ebenso dringend, als ergebenst zu bitten: Die hiesige jüdische Badearmen-Kasse durch milde Beiträge zu unterstützen, und es unS dadurch möglich zu machen, auch fernerhin den armen Kranken, welche die hiesigen Bader zur Herstellung ihrer Gesundheit besuchen, wie bisher die nöthige Unterstützung gewähren zu können. Die Verwaltung der jüdischen Badearmen-Kasse. W. Fränkel. Scheimann Schneller. Spanien. Madrid, im April. Man kann eS — trotz den Insinuationen der Uwes — dem englischen Gesandten Lord Howden nicht genug Dank wissen, daß er die spanischen Gewalthaber, die auf beiden Seiten hinken, ernstlich zur Entscheidung treibt. ES heißt vom 7. April: Der englische Gesandte hat der spanischen Regierung eine neue Note über die den Protestanten zu Cuba gemachte Stellung überreicht. Die von der Kirche gegebenen Gesetze verlangen, daß jeder Protestant, der sich auf der Insel niederlassen wollte, die katholische Religion annehme; Lord Howden verlangte die Aufhebung dieses Gesetzes, das, wie eS scheint, gänzlich in Vergessenheit gefallen war und gar nie angewendet wurde, wie die Zahl der in Havanna und auf andern Punkten der Insel ansäßigen Protestanten beweist. — Auf diese Note folgte noch eine andere, die gleicherweise die Protestanten betrifft. Luzuriaga, in Antwort auf eine der ersten Mittheilungen Lord HowdenS, in welcher er ihn um Aufklärung über die zweite Basis der Constitution anging, hatte ihn auf Artikel 96 des Strafgesetzbuches verwiesen. Der erwähnte Artikel sagt nun, daß jede Versammlung von mehr als 20 Personen, die sich zu bestimmten Tagen versammeln, um religiöse Fragen zu besprechen, ungesetzlich und die Zuwiderhandelnden einer Geldstrafe, und im Rückfalle Geld - oder Gefängnißstrafen verfallen seien. Lord Howden verlangte nun zu wissen, ob 21 Personen, die sich in einem Privathause zur Feier deS Gottesdienstes versammelten, sträflich sein würden? — Bekanntlich hat sich der spanische Minister klagend an daS Londoner Ministerium gewandt, und wir werden sehen, ob eS Lord Palmerston ernster um Gewissensfreiheit ist. Die Times klagen, daß Lord Hawden Spanien Verlegenheiten bereite, als ob Spanien, wenn es ohne Verlegenheit, jemals der Gewissensfreiheit ernstlich etwas einräumen werde! Italien. Venedig, im März. (Privatmitth.) Unter den Israeliten Italiens sieht eS in der Thal erschreckend 19**