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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-04-16 · Heft 16 (16.4.1855) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 16 (16.4.1855)
Date
1855-04-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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__i9^3ai)tgtttt3. Allgemeine — Zeitung -cs IudcnthumS. Ein mrpartenfches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 16. April 1855. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montags, unv wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titel«. Register«, u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zwecke«, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst »iedrig: mit 3 Tblr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Rgr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22>/r Ngr. (18 gGr.) für da- Bierteljabr augesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungs - Expeditionen nehmen Bestellungen au; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die köaigl. sächs. Zeitung». Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die beiten Welten. Ein Peßachvortrag. — Die israelitische Literaturgesellschaft. — Die Petition der preußischen Lehrer. — Aphorismen. ZeitungsnachrichtenrPaläfiina:Magdeburg. Deutschland: Offenbach. Preußen: Berlin, Posen, Posen, Beuthen, vom Rhein. Oesterreichisch er Kaiserstaat: auS Galizien, Lemberg. Holland: Amsterdam. Literarische Nachrichten: Magdeburg, Magdeburg. Leitende Artikel. Magdeburg, 8. April. Wie beiden Welten. Ein Peßachvortrag. Der Prophet spricht: „Nickt meine Gedanken find eure Gedanken, und nicht eure Wege meine Wege, spricht der Ewige. Sondern wie die Himmel höher find als die Erde, so find meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." (Jesch. 55, 8. 9.) Und wie klar in diesem Ausspruche, so könnt' ich viele Stellen der heiligen Schrift verlesen, darinnen zween Welten in ihrer großen Verschiedenheit vorgejührt werden: die Welt Gottes und die Welt des Menschen. Za, mitten in die unendliche Welt Gottes hat der Mensch auf Erden, dieses kleine, schwache, aber mit dem Riesengeiste ausgerüstete Geschöpf fich eine eigene Welt hineingebaut, in der er lebt und webt, so scheinbar selbstständig, so scheinbar unabhängig und selbstgenügend, daß es ihm ja oft genug begegnet, daß er schier Gottes vergißt und fich als sein alleiniger Selbstherrscher bedünkt. Obgleich ihn jeder Stoß des WindeS, jeder Tropfen deS Regens, jeder Blick der Sonne, noch mehr jede krankhafte Zuckung seiner Nerven und jeder urplötzliche Wandel seines Schicksals erinnern könnte, wie wenig er Herr über Höhe und Tiefe, ja über fich selbst ist — so geht er dennoch seinen eignen Weg, baut seine eignen Gedanken aus, und hat fich so eine Welt für fich geschaffen, in die er seine Kinder hineinerzieht, und aus der er seine Todten hinausbringt, in die er fich hineinlebt, daß er fast gar nicht mehr darüber hinauskommt-und seines Geistes Sinnen, seines Herzens Schlagen, seiner Hände rastlos Mühen, seiner Füße ruhelos Wandern gehört dieser, allein dieser Welt an, die doch all Augenblick unter ihm wanket, ein Ruf, und fie stürzt für ihn zusammen, er ist todt für fie, und fie nicht mehr für ihn vorhanden — gewesen, Schaum, Traum, Nebelbild — aber der Welt Gottes entgeht er nie!... dahinein gehört er immer, auch wenn er cs nicht weiß, auch wenn er eS vergißt... Za, ficherlich. Viele wissen kaum, was ich meine, wenn ich von dieser „Welt Gottes" spreche im Gegensatz zur „Menschenwelt", und Vielen ist es ein Ruf, den fie lange nicht vernommen — ach, das Herz ist so eng geworden unter den engherzigen Menschen, und der Geist so kleinlich unter ihrem kleinlichen Treiben-gerade darum folget mir heute eine kleine Weile in die Bettach-

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