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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-03-26 · Heft 13 (26.3.1855) · p. Seite 166

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 13 (26.3.1855)
Date
1855-03-26
Page
Seite 166 (sequence 12)
Language
German
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166 Demselben Minister war einstmals mitgetheilt, daß ein Spieler, welcher mit falschen Karten spiele, in der Hauptstadt großes Unheil anrichte. Er beorderte einen Polizei- Hauptmann, sein HauS zu durchsuchen, und wenn er das llorpus delicti fände, den Spieler zu arretiren. Der Hauptmann entdeckte die Karten hinter einem Spiegel, der Verbrecher warf sich ihm zu Füßen, und versprach ihm Alles zu geben, was er durch sein verbrecherisches Spiel gewonnen habe, wenn er ihn laufen lassen wolle. Er händigte ihm ein russisches Staatspapier von einigen Tausend Dollars ein, der Hauptmann nahm eS, verbrannte die Karten und verließ das Haus. Am nächsten Morgen erhob der Spieler vor dem Minister eine Klage gegen den Hauptmann, derselbe habe sein Haus durchsucht, nichts gefunden, doch vermisse er selber ein Staatspapier von so und so viel Tausend Dollars; er habe den Hauptmann in Verdacht, ihm dasselbe geraubt zu haben, und er bitte um die Erlaubniß, um in dem Gehöfte LeS HauprmannS Nachsuchung halten zu dürfen. Dies geschah, daS Papier wurde gefunden und der Bursche wurde ebenfalls nach Sibirien geschickt. So überlistet ein Schelm den andern, doch ungeachtet aller Erfahrungen hört die Bestechung nicht auf, vorwiegend zu sein. Anzeigen. Vaeauz. In der Synagogengcmeinde zu Märkisch-Friedland ist die durch den Tod des Herrn vr. Coßmann erledigte Rabbinerstelle aufs Neue zu besetzen. Erfordernisse find: 1) talmudische Gelehrsamkeit, 2) Zeugnisse von zwei bekannten orthodoren Rabbinen über die Befähigung zur Entscheidung ritueller Fragen (ri-iriN), 3) Ausweis über moralischen und religiösen Lebenswandel, 4) Zeugnisse über akademische Ausbildung auf Gymnasien und Universitäten, 5) Befähigung als Prediger und Pädagoge. So befähigte Resiecranten wollen ihre Meldungen und Zeugnisse dem Unterzeichneten Vorstand portofrei zusenden. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Märkisch-Friedtand. Anstellung eines jüdischen Predigers. Die jüdische Reformgemeinde zu Berlin beabsichtigt bei dem bevorstehenden Ausscheiden des mitunterzeichneren vr. Stern, neben Herrn vr. Holdheim noch einen Prediger anzustellen, dem in Gemeinschaft mit diesem die Predigt nebst den sonst seinem Amt entsprechenden Functionen im Gottesdienst, der Unterricht in der ReligionSfchule und die Ausübung sonstiger religiöser Functionen, bei Geburten, Einsegnungen, Trauungen und Leichenbestattungen, übertragen werden soll. — Jüdische Theologen, deren religiöse Ueberzeugung ihnen eine Wirksamkeit im Geiste und innerhalb der hiesigen jüdischen Reformgemeinde wünschenswerth macht, und die sich für befähigt halten, eine Stellung, wie die bezeichnete, würdig auszufitllen, werden hierdurch aufgefordert, fick zunächst privatim an eines der Unterzeichneten Mitglieder der Commission zu wenden, die mir den vorbereitenden Schritten für die Ausführung des betreffenden Beschlusses beauftragt ist. Dieselben wollen hierbei über ihre Person, so wie über ihre bisherigen Leistungen ausführlich Mittheilung machen, und wo möglich zugleich die Mittel und Wege angeben, die zu einer näheren Auskunft hierüber zu führen geeignet scheinen. Berlin, den 1. März 1855. Carl Heymann, Commerzienrath, Heiligegeiststraßc 7. I. BZ. Marckwald, Spandauerstr. 52. Adolph Meyer, Brllevüstr. ii. Ilr. Steinthal, Sanitätsrath, N. Friedrichstr. 56. Vr. S. Stern, Oranienburgerstr. 34. oswwwrowwrwswrwwwwwwwwwwwMa | Baeanz. | 2 Für die hiesige israelitische Gemeinde wird zu § Ostern d. Z. ein vom Mecklenburgischen Rabbinat £ 2 approbirter Religionslehrcr, Vorbeter und Schäch- § §ter gesucht. Das Gehalt ist 80 Thlr. Courant, £ nebst freiem Mittags - und Abendtisch, auch Woh- | E nung. Reflektanten belieben sich an Unterzeichneten £ g; Vorstand zu wenden. > Wittenburg (in Mecklenburg-Schwerin) im Fe- § f bruar 1855. 2 > M. Wulffsohn. I Die hiesige Gemeinde will zum 1. Juni d. I. einen Cantor anstellen, und mögen sich Reflectirende in portofteien Briefen an den Unterzeichneten Vorstand wenden. DaS Amt ist mit einem Gehalt von circa 500 Thlrn. jährlich verbunden. Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde zu Dirschau. A Fürstenwalde. I. Kleinmann. Gotz. Die corporirte israelitische Gemeinde zu Egeln bei Magdeburg sucht zu -vx rh (18. April c.) einen Religionslehrer. Dorbeter und Schächter. Gehalt fixum 100 Thlr., freie Wohnung und mindestens 50 Thlr. Neben^ einkünfte. S. Blumenthal, Vorsteher.

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