Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-03-12 · Heft 11 (12.3.1855) · p. Seite 135

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 11 (12.3.1855)
Date
1855-03-12
Page
Seite 135 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3224737-3225931-3225943--14459-3300097
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

0 entity mentions (1 not found in this text)

135 Unter den Spenden, die bei Gelegenheit der Entbindung Ihrer Majestät der Kaiserin von Seite der Israeliten eingehen, die bei solchen Gelegenheiten nie fehlen, ist auch so manches Sümmchen für Israeliten bestimmt. Ich ccnstatire die Thatsache um so lieber, da daraus hervorgeht, daß der Jude der neuern Zeit sich seiner Brüder und seines Glaubens nicht schämt. Herr vr. Goldenthal hat endlich nach langen Mühen 1000 Fl. C.-M. als Spenden zusammengebracht. Die Interessen dieses Capitalsind als Stipendium für RabbinatS- und LehramtScandidaten bestimmt. Dem Vorstande stehet das Recht der Präsentation zu. Wer ist aber Rabbinatscandidat? und waS nennt sich nicht alles Rabbinatscandidat? Ich kann heute nicht schließen, ohne deS Purim zu gedenken. DaS Fest wird Heuer mehr denn je gefeiert werden, und so zeigt sich denn auch in der Freude das neu erwachende jüdische Bewußtsein. Brünn, 23. Februar. (Eingesandt.) Ich ersuche die löbliche Redaction zu bezeugen, daß ich seit mehr alS einem Jahre keinen Bericht für die A. Z. d. Jud. geschrieben. (ES geschieht hiermit. Redaction.) Hierzu bemerke ich ausdrücklich, daß die Correspondenz in Nr. 6 dieser Zeitung von hier rein aus der Luft gegriffen ist, um so mehr, da die hiesigen CultuSbeamten viel zu sittlich-religiös find, um sich so Etwas zu erlauben, und der Vorstand viel zu gewissenhaft, um so Etwas nachzusehen. Ist doch kein Sabbath -, ja kein wichtiger Werkeltag-Gottesdienst, welchem nicht einige Vorstandsmitglieder beiwohnen, um Ordnung und Regelmäßigkeit zu erhalten. M. Stößel, k. k. priv. Religionsprofessor. Prag, im Februar. (Privatmitth.) Wenn eS ebensowohl Zweck als Verdienst der Allg. Zeit. d. Jud. ist, nicht bloS auf Zustände, sondern auch auf solche Personen aufmerksam zu machen, welche im Stande find, dem Judenthume noch bedeutende Dienste zu leisten, und, kleinerem Wirkungskreise entrückt, gewiß für unsere Glaubensgenossen segensreich wirken würden: so gestatten Sie mir wohl heute einen Mann zu nennen, dem eS nicht an Wissen und Talent, nicht an Eifer und Enthusiasmus, sondern nur noch an einer Stätte fehlt, um nicht Geringes zu leisten. Es ist dies der Herr Rabbiner Ludwig P o l l a k aus Neutra, welcher drei Jahre Rabbiner in Janowitz war, wo er für Synagoge und Schule so Ausgezeichnetes leistete, daß'die Gemeinde ihren Schmerz bei seinem Abschiede in einer auf's Wärmste geschriebenen Adresse aussprach, und freilich sich selbst als zu klein bezeichnet, um einem solchen Manne zu genügen. Er hat hierauf mehrfach in hiesigen Synagogen gepredigt, namentlich in Vertretung deS Herrn Oberrabbinen Rapoport, welcher ihm selbst daS Zeugniß gegeben, namhaften Beifall geerntet zu haben. Er besitzt RabbinatSzeugnisse von mehreren Heroen, namentlich von Rapoport, welcher ihm ebensowohl rabbinische und moderne Wissenschaft, als auch Kanzelberedtsamkeit zuschreibt. Da jetzt im großen Kaiserstaat viele Gemeinden an die Beschaffung tüchtiger Seelsorger denken, so würde gewiß eine jede an Herrn Rabbiner Pollak eine sehr würdige Acquifition haben. „Mehrere seiner Zuhörer." Groß-Kauischa, im Februar. (Privatmitth.) Am 25. d. M. erhielt unser Oberrabbiner Herr Fasse! die k. k. goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft mit folgender hohen Zuschrift: „K. K. Oberst-Kämmerer-Amt. Nro. 233. Än Herrn Hirsch B. Fasse!, Ober-Rabbiner zu Groß- Kanischa in Ungarn. Wien, den 13. Februar 1855. ES gereicht mir zum Vergnügen, Ew. Wohlgeboren in Kenntniß zu setzen, daß Seine k. k. Apost. Majestät auch den 2. Band Ihres Werkes: „Mofaifch- RabbinischeS Civilrecht" allergnädigft anzunehmen, und Ew. Wohlgeboren als allerhöchste Anerkennung Ihres literarischen Wirkens, die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft zu verleihen geruhet haben. Ich beehre mich, Ew. Wohlgeboren in der Anlage diese Medaille zu übersenden, und die Versicherung meiner vollen Werthschätzung beizufügen. Gf. Lanckoronsky m. p." Kaum hatte sich diese frohe Nachricht im hiesigen Orte verbreitet, als der Gemeindevorstand in seiner Gesammtheit sich zu Herrn Fasse! verfügte und ihm innigst gratulirte. Auch die andern angesehenen Mitglieder der Gemeinde thaten ein Gleiches. Bei dieser Gelegenheit zeigte unS Herr Fasse! merkwürdige Zuschriften, mit welchen er über seine Werke beehrt worden ist, und ich erlaube mir, einige der wichtigsten hier zu erwähnen. Von Herrn Grafen Grüne, 6. 6. Olmüy 7. Januar 1849: daß Se. k. k. Majestät allerhöchst geruhet haben, das Werk: „Tugend- und Rrchtölehrr, bcar-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.