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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-03-12 · Heft 11 (12.3.1855) · p. Seite 132

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 11 (12.3.1855)
Date
1855-03-12
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 Bestimmung gelangen und auch gehörig an die dortigen Nothleidenden vertheilt werden; da ferner, ungeachtet der vielen, in diesem Jahre besonders, dorthin aus allen Gegenden gesandten Spenden zur Linderung der großen Noth, diese noch bei weitem nicht beseitigt ist, — wie diese- Alles aus einem mir zugekommenen Schreiben aus trVwv, dessen Hauptinhalt ich in Nr. S. der Allg. Zeitung d. Judenth. veröffentlicht habe, — hervorgeht: so ersuche ich Sie hiermit ergebenst, am kommenden Purim die üblichen mxrra b'pisrt Beiträge in Ihrer Gemeinde wieder sammeln und mir dieselben zur sofortigen Weiterbeförderung einfenden zu wollen. ES Versteht sich von selbst, daß hierbei ^3*11 , der Reiche und Vermögende mehr als einen Vpt5n r>-LN73 zur Linderung der dortigen großen Armmh und Noth geben darf und zwar ro-o:) ir ■jn: *tcn 'n, wodurch auch den Bedrängten im heiligen Lande und der heiligen Stadt nrm« svvik ircr» "ip-'-, sein wird Licht und Freude." Deutschland. Hamburg, Ende Februar. (Privatmitth.) Das bürgerliche Verhälrniß der Juden hatte hier ein praktisches Object, in welchem eS mit nur sehr wenigen, ganz besonkerS hinter der Zeit zurückgebliebenen Staaten zusammentraf, nämlich die Befugniß zur Betreibung der meisten Handwerke, mit anderen Worten, die Zulässigkeit zu den Zünften. Seit 1849 können nun freilich jüdische Knaben zünftig lernen, d. h. nach etwa zehn Jahren in ihrer Vaterstadt sich als Meister etabllren, und ftemde zünftige Gesellen erhalten zünftige Arbeit (denn hier geht das Alles zopfmäßig wie Anno Eins); aber wie blieb eS mit den bereits etablinen jüdischen Meistern? Denn wir haben hier seit vielen Jahren jüdische Meister, gegen die die Zünfte ein Auge zudrückren, so lange sie nicht öffentlich auftraten. Die derartigen Schneidermeister, zwischen 50 und 60 an der Zahl werden jetzt in Folge eines durch den Gemeindevorstand vermittelten Vergleichs gegen eine ermäßigte Averfionalsumme — daS Meistergeld kostet sonst für jeden 300 Mark — in'S Amt ausgenommen, und die Kämmerei hat auf Betrieb des Senats das Bürgergeld für dieselben um mehr a!S die Hälfte moderirt, so daß diese bisher unclassificirten Familienväter nunmehr Bürger und AmtSmeister werden, und wir, sobald auch wegen noch einiger Zünfte eben solche Abkommen getroffen find, in den Stand gesetzt sein werden, das feparirte jüdische Fremdenwesen, daS besonders der ftemden Gesellen wegen nöthig war, aufzuheben. Die Gemeindekasse bringt dabei ein Opfer von beiläufig 4500 Mark. Bei dieser Gelegenheit haben sich unsere Behörden recht liberal gezeigt, während hingegen die nun wohl bald einzuführende neue Verfassung die Juden von der Wahl in den Senat ausschließt. Diese Bestimmung, für jetzt freilich ohne praktischen Werth, soll indeß nicht von Hamburg, sondern von Frankfurt ausgehen. Unsere israelitische Vorschuß-Anstalt war genöthigt, durch ein Circular um Vermehrung ihres CapitalS zu bitten, da ihr bisheriges Vermögen (etwa 16,000 Thlr. Pr. Crt.) nicht mehr ausreicht für die Ansprüche, nicht etwa einer großen Zahl neuer Aspiranten, sondern gerade der vieljährigen Kunden, denen bei ihren, meist durch diese Anstalt selbst, verbesserten Umständen, die bisher erhaltenen und zurückgezahlten kleineren Darlehen bis zu 20 und 30 Thalern nicht mehr genügen, und die daher mit gutem Grund größere Portionen verlangen. Diese erfreuliche Geldnoth hatte denn auch Zuschüsse von circa 4000 Mark zur Folge. Der bekannte Zelot Herr vr. Enoch, ein hiesiger, ist zum Rabbinat in Fulda berufen worden. Der hiesige Herr Oberrabbiner Stern wird nächstens eine Tochter des Londoner Oberrabbinen Herrn vr. Adler heirathen. Vor einigen Tagen starb, 84 Jahre alt, der Schammaß am neuen Tempel, Herr Joseph Gowa, ein Mann, der die allgemeinste Achtung genoß, und der für daS Tempelinstitut ganz unersetzlich ist. Herr vr. Kossak in Berlin, früher Redacteur der „Feuerspritze", hat auch in einer hiesigen Zeitung einen ziemlich vehementen Aufsatz dagegen geschrieben, daß die Juden noch so häufig als Theaterfiguren benutzt werden. Nach meiner Ansicht: wohlgemeint, aber ganz irrig. Die Classe von ungetausten oder getauften Juden, die Zwückaüerschen BankiöhS und die Müllerfchen Bankiers: für waS ist sie denn empfindlich? Vor dem Gehinnom fürchten sich diese Leute nicht mehr, in die Predigten gehen sie entweder gar nicht, oder nicht, um da etwas auf sich zu beziehen, jüdische Journale zu lesen, ist völlig unter ihrer Würde, Anerkennung von deutschen Staaten

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