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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-02-26 · Heft 9 (26.2.1855) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 9 (26.2.1855)
Date
1855-02-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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19. Jahrgang. JW 9. Allgemeine Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ skr alles jüdische Interesse. HerauSgegeien von . Rabbiner Dr. Ludwig Philrppson in Magdeburg. Leipzig, den 26. Februar 1855. Diese Zeit««- erscheint »öckentlich «iunral. Montag«. mrt wird jährlich "8 Dogen in Quart ind. de» Titel«. Register», n. s. w. um* faffen. In Gemäßheit de« Zwecke«, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Prei« äußerst niedrig: mit S Tdlr. für den Jahrgang-. — 1 Thlr. 15 Slgr. (1 Thlr. 12 gDr.) für sech» Monate — 22'/, Rgr. (18 a®t.) für da« Dierteljabr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung««Expeditionen nehmen Bestellungen au; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitung««Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Lotende Artikel: Das geschichtliche Judenthum. — Die EultuSfreiheit in Spanien. — Aphorismen. — Die Uebersendung eines »2 durch di« Post hetrrffend. Zertnugsnachrichte«: Deutschland: Nürnberg, aus dem Mecklenburgischen, Dresden. Preußen: Kobylin. Oester reichischer Kaiserstaat: Wien, Wie»,TemeSwar. Die Schweiz: Dem. Frankreich: Paris. Nordamerika: Magdeburg. Abhandlunge» verschiedene» Inhalts: Dichter und Kaufmann, von D. Auerbach. Eine kritische Skizze, von Rabbiner vr. Grün bäum in Landau. (Fortsetzung.) Lernende Artikel. Magdeburg, 19. Februar. Das „geschichtliche Iu-erühum." Die leitenden Artikel in Nr. 1, 2, 4 und 5 dieses JahreS, dogmatischen Inhalts, haben uns eine Reihe von Anfragen zugezogen, welche zu beantworten wir nicht anstehen wollen. Die erste dieser Fragen war: Sie sprechen wiederholt vom „geschichtlichen Judenthum", ohne daß man klar verstehe, was dieses sei? ob das in der Geschichte sich ma» nifestirrnde Judenthum? oder ein auS der Geschichte sich herausbildendes Judenthum? namentlich aber welches das Verhältniß des geoffenbarten göttlichen Wortes zu diesem „geschichtlichen Judenthum" sei?' Wir glauben nicht, daß diese Anfrage von allen unsren Lesern aufgeworfen worden, d. h. daß nicht Allen unser Gedanke unklar geblieben sei. Auch hätten wir wohl das Recht, auf die ausführliche Darstellung des „geschichtlichen Judenthums" in unsren Vorlesungen „über die Entwicklung der religiösen Idee" (1847), so wie auf die weitläufigen Erörterungen hierüber in unsrem Bibelwerke verweisen zu können. Allein wir find es doch schon zu sehr gewöhnt, selbst bei Männern von Fach Unkenntniß, namentlich der ersteren Schrift, anzutteffen. Auch kann eine weitere Erörterung niemals schaden. Das geoffenbarte göttliche Wort ist nicht mit einem Male in die Welt gekommen. Die Offenbarung selbst umfaßt auf Grund der Bibel die Zeit von Abraham (z. B. die Beschneidung) bis zu Maleachi, also 15 Jahrhunderte. Es giebt demnach schon eine Geschichte der Offenbarung selbst. Die verschiedenen Verkündigungen durch Mosche und die Propheten waren nicht immer, namentlich bei den letzteren, ohne äußere geschichtliche Veranlassung. Aber noch mehr. Die Offenbarung war an ein Volk gerichtet, welches sich derselben weder unbedingt, noch unwandelbar ergab, sondern in sehr verschiedentlicher Weise sich zu ihr verhielt. Gleich nach der Verkündigung der zehn Worte geschah der Abfall mit dem goldenen Kalbe, und wir führen die schlagenden Worte an, welche wir hierüber in unsrem Bibelwerke Band l, 503 gaben: „So wie das Wort des Herrn gesprochen worden, war es an den Menschen gebunden, und fiel so' der Geschichte und all' deren Wandel anheim.

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