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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-02-05 · Heft 6 (5.2.1855) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 6 (5.2.1855)
Date
1855-02-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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19. Jahrgang. JW 6, Allgemeine Zeitung -cs IudcnthmnS. Ein ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 5. Februar 1855. Dies« Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montag«, und wird jährlich 78 Bogen in Quart iucl. de» Titel«. Register«. u. s. w. um» fassen. In Gemäßheit de» Zwecke«, derselben die allgemeinst« Verbreitung zu geben, ist der Prei« äußerst niedrig: mit 3 Tblr. für den Jahrgang; — f Thlr. IS Ngr. (1 Thlr. 12 gDr.) für sech« Monate — 22'/» Rgr. (13 gDr.> für da» Vierteljahr aogesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung» » Expeditione» nehmen Bestellungen an; der Hauptspeditio» für beide Letzter« hat sich die königl. sächs. Zeitung».Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Rede des vr. Morgenstern in der bayrischen Lämmer der Abgeordneten. — Der Wiedereintritt der Juden in Spanien. — DaS jüdische Schulwesen in Preußen. — Aphorismen. Zeitungsnachrichten: Preußen: Breslau.BreSlau. Oester reichifcher Laisertzaat: Wien, Brünn, Prag, Pesth. Donaufürstenthümer: aus derMoldau. Die Schweiz: aus dem Aargau. Leitende Artikel. Magdeburg, 28. Januar. Wie Rede -es vr. Morgenstern in -er bayerischen Kammer -er Abgeor-neten. Die Bedeutung, welche das jüngste Votum der bayer'¬ schen Kammer, wodurch sie mit großer Majorität den Paragraphen des vom Ministerium vorgelegten Entwurfs eines neuen Wahlgesetzes, durch welchen den Juden das active und passive Wahlrecht genommen werden sollte, verwarf, hatte, ist von Freunden und Feinden anerkannt worden. Gerade die Scharfe, mit welcher man dem so oft und so prätenfiös geltend gemachten Motiv: daß es dem „christlichen Staate" widerspreche, Juden mitwählen zu lassen, während es ihm nicht widerspricht, ihnen alle Staats¬ und bürgerlichen Lasten aufzulegen, entgegentrat und ihn durch da- Votum abwies, und der Umstand, daß sehr conservative Elemente der Kammer diesem Votum ihre Hülfe gegeben, so wie daß diese Kundgebung eines freier« Geistes in einer deutschen Kammer nach so langer Zeit wie einen Wendepunkt bedeute, an dem man angelangt, haben ein allgemeines Aussehen erregt. Diese Wichtigkeit wird noch dadurch erhöht, daß diese Spaltung zwischen dem Ministerium und der Kammer noch weitere Folgen haben kann, und daß wir nicht sicher find, daß unsere Glaubensgenossen in Bayern dennoch dieses Recht verlieren werden. Um so mehr müssen wir dieses Votums bewußt bleiben. Am interessantesten in dem ganzen Kampfe ist aber die Stellung des Abgeordneten vr. Morgenstern gewesen, welcher, selbst Jude, diesen Entwurf zu bekämpfen hatte, um so mehr, da er als Mitglied deS Ausschusses, welcher den Juden das active Wahlrecht lassen, das passive nehmen wollte, zu dessen Minorität gehört hatte. Wir möchten dies eine historische Situation nennen, welche niemals noch gewesen, und so leicht nicht wieder kommen wird. Es ist daher selbstredend, daß wir in dieser Zeitung die Rede des wackern Abgeordneten in der Sitzung vom 13. Januar nach dem stenographischen Berichte geben, nur einige Stellen weglassend, welche fernerliegende Gegenstände behandeln. Wir schicken nur noch eine Bemerkung voran. Für Viele wäre dieses Berhältniß eine Veranlassung zum leidenschaftlichsten Pathos gewesen; anders Herr vr. Morgenstern, der die klarste Besonnenheit und würdigste Ruhe nicht verließ, und daran höchst weise gethan, und sicherlich eine viel größere Wirkung erzielt hat. Die Rede lautete:

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