Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1855)
- Date
- 1855-01-22
- Page
- Seite 49 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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49 noch Französisch verstand, so gerieth er irr Wuth, und drohte, mich festnehmen zu lassen, wenn ich ihn nicht ba* von unterrichtete. Verwirrt und geängstigt nannte ich daS HauS eines Edelmannes, dessen Bekanntschaft ich gemacht hatte, wo I... nie gewesen war, aber wo der Ofsscier einen ziemlich unangenehmen Empfang haben würde wegen seines nächtlichen und unzeitigen Besuchs. Zuftiedengestellt durch diese Anweisung, ging er, ich aber auch, da ich sicher war, daß er zurückkehrcn würde, wenn er seine Nachsuchung erfolglos finden würde. Und so geschah eS. Er wurde auS dem Hause des EdelmannS geworfen und kehrte zurück, um mich festzunehmen. Aber der Vogel hatte ten Käfig verlassen. Er mußte gehen, ohne seinen Vorsatz auszufuhrcn, aber ich mußte drei Tage das Bett hüten, so sehr hatte mich die elende Geschichte angestrengt. Herr I... ging am nächsten Morgen selbst mit seinem Paß zu dem Officier; dieser sagte ihm, wie ich ihn verleugnet hätte, aber da er wüßte, daß ich mir dem bayerischen Consul bekannt sei, wolle er die ganze Sache ungerügt lassen. Ich hatte jedoch ein Jahr später die Genugthuung zu hören, daß er seines üblen Verhaltens wegen des Amtes entlassen sei. Niemand kann glauben, wie sehr die armen Juden mit diesen Pässen geplagt und beunruhigt werden, und wie vieles Geld von ihnen den Subaltern-Officiercn gegeben wird. Jeder von ihnen, selbst wenn der Paß endlich vom Präsidenten unterzeichnet ist, verlangt etwas dafür, daß er den Paß schreibt, daß er ihn zur Unterzeichnung vorlegt, daß er das Siegel darunter drückt, daß er ihn einhändigt u. s. w., und wenn er das Geschenk verweigert, so wird der Jude so gequält, daß er es sich das Dreifache kosten lassen muß. Der Kaiser weiß um diese Bestechungen, in den Theatern werden solche Beamte in Lustspielen lächerlich gemacht, aber alle Anstrengungen, um die Bestechung abzustrllen, bezeigen sich in Rußland vollkommen unwirksam. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Lehrer gesucht! Bei der israelitischen Gemeinde zu Dielefeld ist die Stelle eines Lehrers, verbunden mit dem Cantordicnst, offen. Hierauf Reflectirende wollen sich baldigst in portofreien Briefen bei uns melden. Der Vorstand. A. Herzfeld. Zum 1. April 2. c. ist die Stelle eines Religionslehrers hicrselbst zu besetzen. O-ualificirte, eiaminirte, unverhcirathcte Bewerber wollen sich bei dem Unterzeichneten Vorstande portoftci schriftlich oder persönlich melden. DaS Salair ist 150 Thlr. Fixum. Lauen bürg in Pommern, den 14. Januar 1855. Der Vorstand der hiesigen jnd. Gemeinde Caspar Hirschberg. Bluwenthal. L. Bärwald. Ein Schächter und Dorbeter, der sich der Approbation des hiesigen Landes-Rabbiners unterzieht, wird zu Ostern d. I. in hiesiger Gemeinde gesucht. Die Stelle trägt bei fteier Station circa 70 —80 Thlr. ein, und wollen hierauf Reflectirende sich gefälligst in ftankirten Briefen wenden Vorstand Albert AronS. Lübz in Mecklenb.-Schwerin, Januar 1855. Für die hiesige Synagogen-Gemeinde werden zwei Beamte als Lehrer, Cantor und Schächter gesucht: 2) für Regenwalde ein Verheiratheter zum 19. April d. I., mit einem Einkommen von circa 250 Thlr.; b) für P lat he ein Unverheiratheter, welcher sofort in Amt treten kann, mit einem Einkommen von circa 80 Thlr. nebst freier Station. Hierauf Reflectirende wollen ihre Anträge nebst Beifügung ihrer Atteste und Concesfion der königl. Regierung ftanco Unterzeichnetem zugehen lassen. Regenwalde i. P., den 15. Januar 1855. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. C. Rewald. Die jüdische Gemeinde zu Könitz wünscht zum April d. I. einen Cantor und Schächter zu engagiren, welcher zugleich die Fähigkeit, als Religionslehrer zu fungiren, und außerdem eine hinlängliche nsriin besitzt. Mit der Stelle ist ein jährliches Einkommen von circa 300 Thlrn. verbunden, und wollen sich hierauf Reflectirende gefälligst recht bald bei dem Unterzeichneten Vorstände unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse melden. Könitz, den 11. Januar 1855. Kraft. EifenberA. Die hiesige Gemeinde sucht zum 1. oder 18. 2lpril einen Religionslehrer, Vorbeter und Schächter;u engagiren. Die Einkünfte desselben bestehen in 90 Thlrn. fix, 12 Thlrn. zur Wohnung und 5 Thlrn. zu Holz; die 'MirmD bringt 30 Thlr. Frankirte Briefe an den Vorsteher M. Marbach. Gardelegen in der Altmark.