Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-12-26 · Heft 53 (26.12.1853) · p. Seite 674

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 53 (26.12.1853)
Date
1853-12-26
Page
Seite 674 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3225822-3225876--13583-3299914
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

m, anstalten einem ordentlichen Rabbinen übergeben will. — Sollte sich aber diese Zwischenperivde in Lembergnicht bald durch die Anstellung eines.tüchtigen Rabbiners entscheiden,, so würde Lemberg baS Schicksal TarnopolS theilen, wo nach dem Rabbiner Rappoport ein zweiter tüchtiger Rabbiner gesucht und gewünscht — gewünscht und gesucht ward, bis die Lauheit der Aufgeklärten mit der Lethargie der Altgläubigen sich stillschweigend vereinte, und ein jahrelanger Waffenstillstand im Gebiete deS Wissens einen todtverwandten Frieden zu Stande brachte. —. Herr M. Wolf-, Lehrer an der lemberger deutsch-israelitischen Hauptschule hat mit Zustimmung des hies. Gemeindevorstand.es. d.enPosten als Religionslehrer bei den hiesigen Gymnasien und Realschulen von der hohen Landesschulbehörde interimistisch erhalten. Wir zweifeln nicht, daß er ihn zur Zufriedenheit versehen wird. Herr Dr. Igel hat sein Amt als Prediger und Direktor in Czernowitz bereits übernommen, hat aber leider noch manche Kämpfe gegen den gewesenen Rabbiner zu bestehen. Ohne Zweifel wird die gute Sache siegen, da die Gemeinde für Herrn Dr. Igel ist. Wie es heißt, will die brodyer Gemeinde den Herrn Dr. Löwenthal als Prediger und Direktor der dort zu errichtenden Hauptschule. Manche aber wollen die Dircktorstelle dem durch seine literarischen Arbeiten rühmlich bekannten Herrn H. Reitmann aus Tarnopol übergeben. Der belzer Rabbi, daS Oberhaupt der galizischen und ungarischen Chasfidim, bereiset, unter dem Vorwände ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, viele Städte und Marktflecken, um den Stand der Synagogen und n-fcop» unter seinen Leuten in Augenschein zu nehmen. Gegenwärtig ist er iu Lemberg, allein die bei ihm Wache haltenden Gensdarmen wehren dem Zudrang des Pöbels, und sind seinem Beutel, der jedem Geber offen ist, nicht sehr willkommen. Wie man angiebt, will er hier seine Augenschwäche heilen. Wir möchten unseren Herren Doktoren und Aerzten Alles geben, daß sie diesem Manne, der in seiner Blindheit unfern Pöbel in den Sümpfen des Aberglaubens herumführt, wirklich einmal die Augen öffnen. Bollander-RieSberg. Palästina. Jerufetkem, 26. RKvbr. (Privatwitch.), Ir«md! gehest Du efn Wenij^ mit'mit^ hinaus M öeD Haffethor? so frägt man geii/vhnlrch M'HeÄsaleÄfeinen treuest' FEnd rn dH^Mstgrnststndv niiös HÄrLnt^TageS. Beide verstehen sich sehr gut mit der kleinen Frage,' daS hochliegeiid^ Jaffethor, welches dcr^ festen Burg DavrdS (Calle) sich' nähert, führt sie ungefähr 20 Schritte entfernt auf eine herrliche Tkrrasse, auf welcher ein großes Kaffeehaus feit 5 Jahren gebaut ist, und auch das MauthauS steht. Rie faß elri Mensch in der Morgenstunde ans dieser angenehmen Terrasse und sagte: die Zeit währt mrr zu lckngef -M saß ein Mensch auf Vieser Terrasse mir' gkelchgiltiffem kaltem Gefühle! Denn binnen 2—S Stunden wandern Tausende von Menschen aus der Stadt, welche Zerstremmgen suchen, und hier bei dieser reizenden Terrasse sind 3 Scheidewege, welche den Spaziergänger weiter führen, der eine Weg gegen Süden führt nach Bellehem ic., der gegen Westen nach dem obcrn Deiche Hiskia'S, dem neu angelegten griechischen Lusthain, wo mehrere Taufende Maulbeerbäume gepflanzt sind, und nach St. Johann (einem Dorfe 1 Stunde weit). Der dritte Weg, nördlich, längs dieser Terrasse ist die Hauptstraße nach Jaffe, an der Ecke der Stadtmauer theilt sich diese (Straße und führt etwas nordost nach RabluS (b^s). Von der schonen Terrasse herab schant man in'kurzer Zeit eine Menge Lastlhiere ankommen, Kamele, Pferde unD Esel, je nach der Jahreszeit, belastet mit Lebensmitteln, Getreide, Obst, Gemüse, Holz, Kohlen, Oel re.; von Jaffe kommen gewöhnlich die Kommerzwaaren auS Europa und Damaskus, welche letztere über RabluS gehen. Tausende von Bauern und Bäuerinnen zu Fuß führen Gemüse, Obst re. nach der Stadt. Der ruhige Gaffer auf feiner Terrasse sieht daS Gewimmel und' hört das Geschrei der Ankommenden Gäste gerne mit an, denn er wünscht seine Zeit zu verkürzen. Hier muß die Manch gezahlt, und von den Gemüsen und Obstfrüchten etwas abgegeben werden. Der Lärm ist sehr groß, und immer sieht man etwas Mannigfaltiges vor Augen. Engländer, Franzosen und Italiener stehen von der Ferne, und zeichnen sich auf ihre Papiere verschiedene Gegenstände I auf.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.