Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 49 (28.11.1853)
- Date
- 1853-11-28
- Page
- Seite 629 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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629 eingerufen. Der erklärte: Er wisse sich genau jener Rede zu entfinnen und könnte mit gutem Gewissen beschwören, daß jenes Denunzirte durchaus nicht vorgenommen; wäre es vorgekommen, so würde der Vorstand gewiß Veranlassung genommen haben den Angeklagten zu verwarnen, da derartiges Politische nicht auf die Kanzel gebracht werden dürfte. Die Rede habe damals Allen besonders gut gefallen, und wäre nie ein Wort darüber vorgekommen, daß daraus noch gar eine Denunziation hervorgehen könne. Das würde und könnte der größte Theil der Gemeinde bezeugen. Auf die Frage deö Präsidenten über Las feindliche Derhälrniß erklärte er: Eben der Belastungszeuge N. H. und sein Bruder hätten mehrmals öffentlich behauptet: der Angeklagte müsse fort und solle fort, und wenn er der beste Lehrer sei, und wenn auch die Gemeinde mit ihm konttahirt und die Regierung dies bestätigt! Sie wollten den Angeklagten nur nicht unglücklich machen, sonst sollte er binnen 3 Tagen aus Steele, aber, und wenn cS ihnen 1000 Thlr. kosten sollte, dürste er keine Minute nach Ablauf des alten Kontraktes länger bleiben. (Schluß folgt.- Anzeigen. Bekanntmachung. CS* Bei Einsendung von Annoncen zum Abdruck iu die „Zeitung des Zudeut h u m s" bestimmt, ersuchen wir um deutliche Handschrift, da wir außerdem für vorkommeude Fehler nicht einsteheu können. Leipzig, im September 1853. Baumgartners Buchhandlung. Annonce. 3n Mastricht (Holland Limburg) wird sofort ein israelitischer Religionslehrer gesucht. Der Gehalt ist 170 bis 2OO Thlr. Pr. Crt. Qualifizirte un* verheirathete Bewerber wollen sich in frankirten Briefen unter Einsendung ihrer Zeugnisse bald möglichst an den Vorstand der hiesigen Gemeinde wenden. Mastricht, den 20. November 1853.. ES wird sofort bei hiesiger jüdischen Gemeinde ein Religionslehrer, der gleichzeitig als Schächter und Dorbeter zu fuugireu hat, gesucht, bei einem Jahrgehalt von 80 Thlr. Derselbe hat sich eine Prüfung beim Landesrabbiner zu unterwerfen. Hierauf Resiektirende wollen sich in portofreien Briefen wenden an den Vorstand der israeltischen Gemeinde. Sauruel Burchard. Gerfou Burchard. Neu-Bukow in Mecklenburg-Schwerin, den 10. November 1853. Ich suche eine jüdische Bonne oder Gouvernante für meine drei Kinder von 6 — 8 Jahren. Sie hat die Kinder mütterlich zu beaufsichtigen und in der deutschen Sprache zu untcrrichrcn, wofür sie freie Station und 50 Thlr reinen Gehalt erhält. Im Falle sie außerdem auch Französtsch oder auch Musik zu unterrichten versteht, soll dieser auf 100 Thlr. erhöht sein. Ilnfrankirte Meldungen find an mich zu richten. Warschau, Nalewki-Straße Nro. 2244. Hilory Nußbaurn. London, den 15. November 5614/1853. Die jüdische Gemeinde zu Sydney in Australien wünscht einen geistlichen Beamten vorläufig probeweise für den Zeitraum von drei Jahreu unter folgenden Bedingungen anzustellen. Der Kandidat, der ein verheiratheter Mann im Alter zwischen 28 und 38 Jahren und von kräftiger Gesundheit sein soll, muß eine höhere Bildung genossen haben, sich zu otthodoren Principien bekennen und im Stande sein, religiöse Vorträge zu halten und zwar, falls der Kandidat ein Ausländer ist, erst nach zwei Jahreu von seiner Anstellung in englischer Sprache. Er muß ferner fähig sein, die geistlichen Entscheidungen vermöge eine nsr-iin mnrt zu geben, die jüdischen Erziehungsanstalten zu beaufsichtigen und nötigenfalls die Gebete an Sonnabenden und Festtagen einfach oorzutragen. Das jährliche Salär beträgt wenigstens 400 Pf. St. und beginnt von der Ankunft des Kandidaten in Sydney. Die Reisekosten dorthin werden von der Gemeinde bestritten; ebenso wird ihm seine Rückreise vergütigt werden, sollte die Gemeinde nach Ablauf der obigen Probefrist snicht geneigt sein, ihm eine permanente Anstellung zu geben, auf beiden Seiten ist eine zwölfmonatliche Kündigung vor Ablauf jener Frist erforderlich. Wird keine Kündigung gegeben, so ist die Anstellung selbstoerstanden permanent. Kandidaten werden ersucht, sich schriftlich unter Einsendung ihrer Zeugnisse bei dem Herrn Sampson Samuel, Secretär des Kommittee, bis zum ersten Februar k. I. zu melden. Sampson Samuel Esq. No. 26 New Broad Street. London.