Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 48 (21.11.1853)
- Date
- 1853-11-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xm Jahrgang. Allgemeine No. 48. Zeitung -es Zu-enthums. Ein ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippion, Dr. V. Meyer, Rabbiner z« Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 21. November 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. 2» Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für de» Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate—22'/. Ngr. (IS gGr.) für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erveditionen nehmen Bestellungen au; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Ieitungs-Erpetition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Von der Redaktion. — Die jüdischen Gouvernanten. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt am Main. Hamburg. Dessau. Preußen: Berlin. Brilon. AuS der Provinz Posen. Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Teschen. AuS Böhmen. Mähren. Frankreich: Paris. Indien: Aus Singaporn. Auszüge. Der Ghetto in Rom. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Magdeburg, den 15. November. Von der Redaktion. Die erhabenste Gestalt unter den erhabenen Propheten Israels ist unstreitig — Iirmejahu. Alle mögen tief in ihrer Brust die Schmerzen des kommenden Untergangs empfunden haben — aber Iirmejahu sah diesen Untergang nicht mehr von Ferne, sondern ganz nahe, unrettbar kommen, sah ihn in allen seinen Schrecken vor sich gehen, und saß auf den Trümmern der Stadt und deSMempels, sah endlich den Rest seiner Nation nach Aegypten stiehen... Es ist dies eine Persönlichkeit in einer Situation, wie die Weltgeschichte keine zweite aufzuweisen hat. Will man befähigt werden, die Größe solcher Gestalt zu begreifen, die Tiefe solcher Empfindungen zu ahnen: so muß man eine, das gesammte Judenthum befassende Zeitschrift zu redigiren haben. Freilich giebt es auch da manche Lichtpunkte; und wer einen schwer Kämpfenden immer noch mit ungeschwächtem Muthe und ungebrochener Kraft kämpfen steht, freuet sich auch immer von Neuem der am Horizonte aufsteigenden Sterne, welche doch den Sieg bestrahlen können, den Sieg, der wesentlich schon darin besteht, daß man nicht unterliegt. Aber so nach und nach, Schritt vor Schritt in Erfüllung gehen zu sehen, was man vom ersten Augenblicke vorauSgesehen, o, tausend schöne Hoffnungen, welche eine strebende Jugend beseelten, vereitelt zu wissen, und sich sagen zu müssen, daß man noch lange nicht an der Grenze angelangt sei. Ueberschauen wir Zeit und Raum. Welch eine schöne Zeit des Kampfes, welch eine herrliche Zeit der Entwickelung -iS 1847! Es handelte fich um die Erlangung des Rechts, und Tag für Tag brachte mehr Bürgschaft, daß es gelingen würde, daß überall, wenn auch nach und nach das Recht zur Anerkennung kommen werde. Alles strebte, Alles nahm Theil. Und so auch innerhalb der Synagoge. Die Wogen des Kampfes schlugen hoch auf, aber man hatte den Erfolg vor Augen, Fortschritt und innere Theilnahme in wachsender Weise. Wie anders jetzt. Nach außen ist an Anerkennung des Rechts nicht zu denken; eS ist Alles nur Zugeständniß, und wie weit dies gehen soll, hängt rein vom Zufall ab und ist Sache des Augenblicks, da der nächste unter einer abennaligen Einwirkung das Zugestandene