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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-11-07 · Heft 46 (7.11.1853) · p. Seite 587

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 46 (7.11.1853)
Date
1853-11-07
Page
Seite 587 (sequence 11)
Language
German
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* fc UsSÄi** .• 587 spiel war, konnte das Blatt plötzlich Umschlagen; und so geschah es auch, denn wenige Jahre nach dem Tode Sirius V. hob Clemens VIII. Äldobrandini alle jene Verordnungen betreffs der Juden auf, erneuerte das Edikt Caraffa's und stieß das Volk Israel in die Trostlosigkeit zurück. In diesem Elend blieben die Juden RomS nicht allein das 17. Jahrhundert hindurch, sondern eS steigerte sich noch im 18. durch die Edikte Clemens' XI. und Jnnocenz' XUI. Jnnocenz XIIIerneuerte die Dulle Pauls IV. und verbot den Juden jedes andre Geschäft oder Gewerbe als den Handel mit alten Tüchern und Lappen, was man strseei lerracci nannte, und erst Benedikt XIV. Lambertini gestattete ihnen im Jahre 1740 durch ein apostolisches Breve auch den Handel mit neuen Tuchwaaren, welchen die Juden denn auch heute eifrig betreiben. Das 16. und 17. Jahrhundert, in welchem die Medici den Juden in Toskana io große Freiheiten gaben, war vielleicht die drückendste Zeit, welche die römische Ghettobevölkerung erlebte. Ich finde in einer römischen Schrift vom Jahre 1667 (Ltato vero degli Ebrei in Roma, stamperia del Varese) die Angabe, daß die Judenzahl damals sich auf 4500 Menschen belief; darunter befanden sich 200 wohlhabende Familien. Der Verfaffcr jener Schrift sagt, daß der Ghetto im 16. Jahrhundert 4861 Scudi an Tribut auftubringen hatte, im 17. aber nur 3207 Scudi. Obgleich die Schrift im höchsten Sinne jener Zeit judenfeindlich geschrieben ist, wage ich doch nicht sie durchweg der Lügen zu zeihen. Der Verfaffcr sagt, daß trotz der Beschwerden der Juden, welche sie immer und immer formulirten, der Ghetto reich sei, daß er nach Bezahlung aller Lasten alle 5 Jahre 19,470 Scudi zurücklege; daß er überhaupt ein Vermögen von einer Million besitze. Ohne Zweifel gab eS damals reiche Juden in Rom. Kein Papst vermochte die jüdischen Wucherbankgeschäfte zu unterdrücken; die verschuldeten Nobili schützten die Juden, und während der Ghetto mit dem Schimpf der Zeit überhäuft war, empfing der römische Nobili den gelbbehuteten Juden heimlich in seinem Palast. Der Verfasser sagt: 235,000 Scudi hätten sich die Juden von den Christen erwuchert, und es vergehe kein Abend, wo sie nicht mindestens 800 Scudi aus Christentaschen durch die Thore deS Ghetto in ihre Häuser schleppen. So ist bis auf den heutigen Tag jüdisches Geld eine rächende Macht geblieben; auch der heutige Ghetto leiht auf Zinsen. Um Geld und Erwerb dreht sich hier alles, und wie sollte eS auch anders sein? Als ich eines Tages durch eine Straße des Ghetto ging, rief mir ein elendes Judenweib, welches an Lumpen nähte, nach: Herr, was befehlen Sie? Die Geistesgegenwart dieses Weibes zu prüfen, drehte ich mich augenblicks zu ihr um und rief: Fünf Millionen! Hierauf sagte das Weib augenblicklich: Gut, Herr, vier für mich und eine ist für euch! Fortsetzung folgt.) Bemerkung. Die Herren Di*. L. in W. und K. in Fr. können unftankirt schreiben. Redaktion. Anzeigen. Die ältere jüdische Gemeinde zu Liegnitz beabsichtigt einen Prediger anzustellen? Reflektanten, welche die Universität besucht und die Fähigkeit haben, rabbinische Funktionen auszuüben, belieben ihre Zeugnisse so wie ihre eurricnlum vitae an den Vorstand franko einzusenden, worauf weitere Mittheilungen erfolgen werden. Die Stelle soll mit einem Gehalt von 500 Thalern dotirt werden. Licgnitz, den 28. Oktober 1853. Der Vorstand der älteren jüdischen Gemeinde. Ein Hauslehrer jüdischen Glaubens wird in einer Provinzialstadt der Neumark womöglich gleich verlangt. Derselbe muß die Universität besucht haben und musikalisch gebildet sein. Reflektanten wollen ihre Adressen so wie Zeugnisse an Unterzeichneten gefälligst einsenden. C. Cafparius in Neuwedel. Lehrling sgefnch. Ein junger Mensch von guter Erziehung kann sofort als Lehrling in mein Ledergcschäst eintreten. Darauf Rcflektirende wollen sich bald an mich wenden. Nordhausen, den 29. September 1853. S. Sonnenfeld. Ein israelitischer junger Mann von angenehmem Aeußern, der seine Lehre in einem guten Manufakturgeschäfte en gros gemacht und auch der englischen und französischen Korrespondenz fähig ist, sucht eine Stelle als Kommis oder Volontär. — Näheres bei dem Lehrer Weinberg in Oldenburg. CvF” Ein junges Mädchen, in allen häuslichen Arbeiten erfahren und im Geschäfte nicht ungewandt, sucht eine Stelle in der Küche oder im Laden. Näheres bei dem Lehrer DFeinderg in Oldenburg.

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